Die Themen des Monats: 1. Fonds, die Krise und ihre Manager 2. Mindestbeitrag in der Gesetzlichen Krankenkasse 3. Krankenversicherungsbeiträge für Rentner gesenkt 4. Erste ONLINE-Makler gehen pleite 5. Vertrieb von Versicherungen über Banken nimmt zu 6. Übergangsfrist bei Medienfonds 7. Neues Drama bei den WGS-Fonds 8. Und dann war da noch... ------------------------------------------------------------------------------- 1. Fonds, die Krise und ihre Manager
Erst haben sie die Anleger reich gemacht und dann fraß die Gier das Hirn. Die Folge: Reihenweise haben sich die Investmentgesellschaften von ihren ehemaligen Star-Fondsmanagern getrennt. - Kurt Ochner: Das Schweizer Bankhaus Julius Bär hat den wohl berühmtesten Neue-Markt-Fondsmanager von allen Funktionen für die Fonds entbunden. Gleichzeitig verliert Kurt Ochner auch die Beratungs- und Managementzuständigkeiten für den NESTOR Europa Neue Märkte, Santander Europa Aktien Spezial und GAM Star All Germany Fund.
- Besonders unschön für das Bankhaus Julius Bär: Eine Frankfurter Anwaltskanzlei erwägt nach Informationen des Branchendienstens DFI-gerlach-report, Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Hintergrund sind die 70% Wertverlust des "Julius Bär Special German Stock Fonds", da die Grundsätze der Risikomischung und Sorgfaltsverpflichtung nicht erfüllt worden sein sollen.
- Elisabeth Weisenhorn, ehemalige Vorzeigefrau der DWS und seit letztem Jahr selbständig (wir berichteten), wurde nun von ihren Managementfunktionen für den DWS Neuer Markt entbunden.
- Wer nun der Börse nicht mehr traut, für den können die beiden neuen
Garantie-Fonds der DWS interessant sein. Aufgelegt werden der DWS Europa Garant und der DWS Global Garant. Beide Produkte garantieren die volle Rückzahlung des Kapitals zum 29.03.2005. Dafür profitiert man an der Entwicklung der Aktienmärkte auch nur zu 55 Prozent.
UNSERE MEINUNG: Wie Sie wissen, stehen wir Garantiefonds tendenziell skeptisch gegenüber. Hintergrund ist die kurze Laufzeit (i.d.R. 4-5 Jahre), die für ein Aktieninvestment einfach zu kurz ist. Dazu kommt eine geringe
Partizipation an der tatsächlichen Wertentwicklung, sprich: Die Garantien sind einfach zu teuer.
Trotzdem kann dieses Produkt interessant sein für all diejenigen, die sich nach den Erfahrungen der letzten 12 Monate sonst nicht mehr an Aktien und Aktienfonds herantrauen.
Angebote erhalten Sie wie immer unter . - Mit der oben genannten Krise des Neuen Marktes hat es nichts zu tun, aber wir wollen es trotzdem hier erwähnen: Der renommierte Fonds Pioneer II heißt nun Pioneer Value Fund
. Könnte ja sein, daß er Ihnen mal über den Weg läuft....
2. Mindestbeitrag in der Gesetzlichen Krankenkasse Wer unter der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze verdient (aktuell DM 78.300,- pro Jahr), ist als Arbeitnehmer Pflichtmitglied in der Gesetzlichen Krankenkasse. Aber auch viele
Besserverdienende sind aus unterschiedlichen Gründen Mitglied einer Gesetzlichen Kasse. Die einzige Wahlmöglichkeit war bislang, eine preiswertere Kasse zu wählen, um an den ausufernden Sozialabgaben nicht zu ersticken. Dies wird sich ändern: Sind derzeit die günstigsten Krankenkassen noch bei einem
Beitragssatz von 11,2 Prozent des Einkommens, wird ab nächstem Jahr ein Mindestbeitrag für alle Kassen von 12,5% gelten! So beschloß es Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und will gleichzeitig noch das Recht zum Wechsel in eine andere Kasse dieses Jahr streichen. UNSERE MEINUNG: Diese wettbewerbsfeindliche Entscheidung bedeutet Mehrbeiträge für ca. 3,5 Millionen Versicherte und eine Belohnung der Kassen, die ihre Verwaltungskosten nicht im Griff haben und massiv Gelder verschwenden. Es zeigt sich einmal mehr, daß wir in Deutschland einen "Gesundheits-Sozialismus" haben mit
den gleichen Folgen, der zum wirtschaftlichen Zusammenbruch der DDR geführt hat. Diese real existierende Planwirtschaft mit längst aus dem Ruder laufenden Arzneimittelbudgets schädigt Deutschland durch völlig überzogene Sozialversicherungsbeiträge im Wettbewerb. Wer also sinnvoll in eine Private Krankenversicherung wechseln kann, sollte sich dies nun mal
dringend überlegen: Nur dort haben Sie einen eindeutigen Leistungsvertrag mit dem Versicherer, der nicht einseitig gekürzt oder verändert werden kann! Oder wollen Sie sich nach diesen verbraucherfeindlichen Erfahrungen noch auf den Gesetzgeber verlassen? INFO: Umfangreiche Informationen zur Privaten Krankenversicherung und zu deren Vor- und Nachteilen finden Sie unter http://www.KV-Infos.de. 3. Krankenversicherungsbeiträge für Rentner gesenkt Überall liest man von Beitragssteigerungen (siehe Artikel Nr. 2), nun aber mal eine gute Nachricht: Die Alterssicherungszuschläge und Altersrückstellungen der Privaten
Versicherungen bewähren sich. Sie dienen nämlich nicht nur dazu, den Beitrag ab Alter 65 stabil zu halten, sondern sollen diesen im Idealfall sogar senken. So hat jetzt die renommierte Krankenversicherung UNIVERSA bekanntgegeben, daß in drei Tarifen eine Beitragssenkung für Versicherte ab 65 Jahren rückwirkend zum 01.01.2001 erfolgt.
In einem Tarif sind es sogar 25% Beitragssenkung! (das ist kein Scheibfehler) Wer kann da noch das Vorurteil aufrecht erhalten, daß Versicherunbeiträge in der Privaten Krankenversicherung im Alter nicht mehr bezahlbar sind? 4. Erste ONLINE-Makler gehen pleite Mit großen Erwartungen sind sie an den Markt gegangen und haben bei vielen Marktteilnehmern (auch bei uns) gemischte Gefühle ausgelöst. Die ONLINE-Versicherungsplattformen. Doch nun zeigt sich, daß die Nutzer ONLINE nur zögerlich abschließen. Genutzt werden nur die Vergleichsprogramme, die mit Millionenaufwand ins Netz gestellt wurden, aber keine Mark in die Kasse bringen. Die Folge: Compaer.com
, noch vor über einem Jahr mit massiver Plakatwerbung unterwegs, hat bereits aufgegeben. Die Website ist abgeschaltet. Anfang April hat Onsecure.de Insolvenz angemeldet. Der Konkursverwalter gibt der Gesellschaft noch bis Ende April Zeit, frisches Geld einzusammeln. Doch ob das angesichts
der Marktlage realistisch ist? Auf jeden Fall ist die Website noch online - allerdings erfolgt kein Hinweis auf die prekäre Situation und das Risiko für den Verbraucher, sich eventuell bald einen neuen Betreuer suchen zu müssen. Doch es trifft nicht nur Versicherungsplattformen: Das Immobilienportal ImmOnline.de ist
ebenfalls pleite. Ob Totgesagte, wie auf der Website verlautet, tatsächlich länger leben, wird sich in den nächsten Tagen und Wochen zeigen. Da wir gerade beim pleitegehen sind: Auch der Online-Broker SYSTRACOM wurde durch das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen geschlossen. Kauf- oder Verkaufsaufträge dürfen vom
Anbieter der Flatfee (Einheitsgebühr pro Kauf/Verkauf, unabhängig vom Volumen) nicht mehr durchgeführt werden. Der Bank droht die Zahlungsunfähigkeit und die Aufzehrung des haftenden Eigenkapitals. Kunden haben aber nichts zu befürchten: Systracom gehört dem deutschen Einlagensicherungsfonds an.
5. Vertrieb von Versicherungen über Banken nimmt zu Nachdem sich die Allianz mit der Übernahme der Dresdner Bank Vertriebspower für die künftigen Vorsorgeprodukte sichern will, zeigen sich neue Wege im Wechselspiel von Banken und Versicherungen. So plant z.B. die Generali-Gruppe, Volksfürsorge-Policen in Commerzbank-Filialen durch eigene Berater verkaufen zu lassen. Ähnliches ist nun auch bei Allianz / Dresdner Bank in der Überlegung, obwohl ein derartiges Projekt in Magdeburg 1998 grandios gescheitert ist. UNSERE MEINUNG: Die Idee ist sicher nicht schlecht. Vor allem, da bislang die Bankberater
oft keine Versicherungen anbieten wollten, um den Geruch des "Versicherungsvertreters" von sich fernzuhalten. Vielleicht sind spezielle Berater hier ein guter Kompromiß. Daß dies funktionieren kann zeigen die Postbankberater in separaten Bereichen von größeren Filialen der Deutschen Post. Es bleibt nur abzuwarten, ob der Verbraucher der Bank in Versicherungsdingen das gleiche Vertrauen entgegenbringt wie in Geldangelegenheiten. Andererseits werden in der Branche derzeit Modelle wie die "Aldi-Versicherung" diskutiert. Was mit Computern klappt, könnte ja auch mit Haftpflichtversicherungen oder ähnlichem funktionieren. Warten wir mal ab, ob da war draus wird. :-)) 6. Übergangsfrist bei Medienfonds Eine wesentliche Verschlechterung von Zeichnern eines Anteils an einem Medienfonds wird durch den sogenannten "Medienerlass" gegeben. Seit dem 27. März läuft noch eine Übergangsfrist: Wer bis zum 27. Mai 2001 einem Medienfonds beigetreten ist, fällt nicht unter
die Neuregelung. Wer also eine Beteiligung an einem solchen Fonds plant, sollte in der nächsten Zeit handeln! STEUER und VORSORGE
7. Neues Drama bei den WGS-Fonds Eine neue Hiobsbotschaft gibt es für die Anleger des WGS-Fonds Nr. 23. Nicht nur, daß aufgrund der Pleite des Anbieters WGS vor einigen Jahren massive wirtschaftliche Probleme im Fonds herrschen, nun könnte sogar eine Totalpleite bevorstehen: Wie der Branchendienst "Kapitalmarkt-Intern" in seiner Ausgabe vom 05.04.2001 meldet, ist wohl der Grundbucheintrag fehlerhaft. Das bedeutet, 1994 ist das Grundstück nicht korrekt von der Initiatorin WGS an die Fondsgesellschaft übertragen worden. Dadurch gehört das Grundstück formaljuristisch nicht der Fondsgesellschaft sondern der WGS. Da diese aber
pleite ist, fällt das Grundstück in die Konkursmasse. Die Folge: Die komplette Fondsimmobilie kann zur Deckung der WGS-Schulden verwendet werden und die Anleger stehen mit leeren Händen da! Ob das wirklich zutrifft, werden die Gerichte in nächster Zeit entscheiden müssen.
UNSER TIP: Zeichner dieses Fonds sollten die Dokumentation bei kmi unter 0211-6698164 anfordern, um unverzüglich handeln zu können! 8. Und dann war da auch noch.....
die Allianz, die zum Jahresende eine erneute Erhöhung der Beiträge zur KFZ-Versicherung angekündigt hat. Angeblich würde das Geschäft derzeit Verluste bringen. Und wie es üblich ist: Geht der Marktführer voran, folgen die anderen Anbieter. Also stellen wir uns nach dem Benzinpreisschock der letzten Tage auf einen weiteren Beitragsschock zum
nächsten Jahreswechsel (und der dann nochmal höheren Ökosteuer) ein! nach oben |