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Die Themen des Monats:

1. Überschußsenkung in der Lebensversicherung
2.
Terror verhindert Versicherung der Fußball-WM 2002
3.
Unsere Aktion: Tagesgeld + Tankgutschein
4.
DAX über altem Tiefstand und höhere Gebühren bei Fonds
5.
Dreiländerfonds (DLF) und kein Ende
6. Neues Insolvenzverfahren für Privatpersonen
7.
Zentrale Datei für alle Konten und Depots geplant
8.
Und dann war da noch...

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1. Überschußsenkung in der Lebensversicherung

Im letzten Jahr betrug die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen deutscher Lebensversicherungen noch ganze 7,5%. Doch dies hat sich in den letzten Monaten dramatisch geändert.
So gingen die Nettorenditen gerade bei den Gesellschaften zurück, die wenig Rücklagen gebildet haben. Genannt seien hier z.B. die Hannoversche Leben, DIALOG oder HDI-Leben.

An den Aktienmärkten sind die Renditen gesunken und nun müssen die Reserven genutzt werden, um weiterhin eine attraktive Verzinsung bieten zu können. Sind keine Rücklagen in der Vergangenheit aufgebaut worden, wird es für viele Versicherungen eng. Eine Halbierung der Aktienquote wie bei der Hannoversche Leben kann da wohl nur noch als Verzweiflungsschritt betrachtet werden.

Zwar bleiben auch die kapitalkräftigsten Gesellschaften wie z.B. die Allianz nicht von Rückgängen verschont, aber sie können aufgrund Ihrer Finanzkraft wesentlich länger durchhalten.

Den Versicherten sind natürlich die Garantiezinsen von 3,25% pro Jahr sicher - mehr aber auch nicht! Und - was oft nicht bekannt ist: Dieser Garantiezins bezieht sich auf den tatsächlichen Anlageteil des Beitrags - die Kosten werden vorher abgezogen. Sparen Sie also z.B. DM 100,- pro Monat und hat die Gesellschaft DM 20,- Kosten für Verwaltung, Todesfallschutz etc., dann werden nur noch 80,- DM angelegt - und nur auf diese bezieht sich die Garantieverzinsung!

Wieviel dann über die Garantieverzinsung hinaus an Überschüssen erzielt wird, kann seriöserweise kaum langfristig gesagt werden. Die Angebote beinhalten nur eine Hochrechnung aufgrund der aktuellen Renditen.

Gut, wenn man also nicht nur auf Basis der Hochrechnungen die Angebote bewertet. Wir liefern Ihnen zusätzlich die TOP 6 der besten und schlechtesten Versicherer im Bezug auf ihre Finanzkraft.

Wieviele Monate stehen Reserven zur Beibehaltung der aktuellen Überschüsse zur Verfügung?

TOP 6 der Finanzkraft:

  • LV von 1871: 143 Monate
  • Hamburg-Mannheimer: 126 Monate
  • Allianz: 96 Monate
  • Volksfürsorge: 96 Monate
  • Victoria: 91 Monate
  • AXA Colonia: 89 Monate

FLOP 6 der Finanzkraft:

  • Familienfürsorge: 8 Monate
  • Hannoversche Leben: 13 Monate
  • Debeka: 15 Monate
  • Cosmos Direkt: 20 Monate
  • Süddeutsche: 21 Monate
  • Provinzial Kiel: 31 Monate

(Quelle: map-report)

Damit wir uns richtig verstehen: Alleine auf die Reserven Ihre Entscheidung aufzubauen wäre natürlich auch nicht richtig! Aber diese Punkt sollte durchaus in Ihre Überlegungen einfließen.

Allerdings werden wohl auch die besten Gesellschaften mittelfristig gezwungen sein, ihre Überschußbeteiligung aufgrund der aktuellen Situation zu reduzieren.

 

2. Terror verhindert Versicherung der Fußball-WM 2002

Ungeahnte Folgen hat der Terror in den USA im Bezug auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea. So haben der französische Versicherungskonzern AXA und seine Partner aus Angst vor weiteren Terroranschlägen den Versicherungsvertrag mit dem Veranstalter FIFA gekündigt.

Auf der einen Seite verständlich: Bei einem Totalausfall der WM würde die FIFA eine Milliarde DM (!) von der AXA erhalten.
Andererseits kann dies eine Absage der Weltmeisterschaft bedeuten. Aber nun wird verhandelt......

 

3. Unsere Aktion: Tagesgeld + Tankgutschein

Wer heute noch ein Sparbuch hat, ist wirklich selbst schuld. 1,5% Zinsen müssen einfach nicht mehr sein.
Eine immer beliebtere Alternative ist das sogenannte Tagesgeld, bei dem das volle Guthaben täglich verfügbar ist und bis zu dreimal so hohe Zinsen wie das Sparbuch bietet. Und das bei gleicher Sicherheit! (Voller Schutz durch den Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken)

Nach einigen Zinssenkungen von bekannten Tagesgeldbanken in den letzten Wochen bieten nun zwei Anbieter wieder Spitzenzinsen: Nämlich 4,5% p.a. auf Tagesgeld ab der ersten Mark.

Allerdings ist bei Patagon, dem Ableger der Santander Direkt Bank, etwas Vorsicht geboten: Je mehr Geld Sie anlegen, desto niedriger wird der Zinssatz! Ab 20.000 DM sinkt er schon auf 4% und ab 50.000,- DM auf nur noch 3,75% p.a.

Wesentlich besser ist hier die DiBa, die Allgemeine Deutsche Direktbank. Hier liegt der Zinssatz auch bei 4,5% p.a., aber ohne Obergrenze. Und das Schönste: Bei Eröffnung eines Kontos bis zum 27.10.2001 und einer Ersteinlage von mindestens DM 5.000,- erhalten Sie einen Tankgutschein über DM 50,- geschenkt!

DiBa

Und wenn die Zinsen künftig mal gesenkt werden? Auch kein Problem, gehen Sie einfach zu einem anderen Anbieter! Das Geld ist ja täglich voll verfügbar.

So mußten es auch Ende letzten Monats die Kunden der First-E Bank machen. Der Direktanbieter hat sein Geschäft eingestellt. Den verbliebenen Kunden wurde empfohlen, zur DAB zu wechseln. Wer das nicht getan hat, dessen Konto wurde auf die französische Mutter der First-E, der Banque D´Escompte übertragen. Nur schade, daß es dort kein verzinstes Tagesgeld gibt und die Gebühren recht hoch sind.

 

4. DAC über altem Tiefstand und höhere Gebühren bei Fonds

Zuerst einmal die gute Nachricht: Die Aktienmärkte haben sich kräftig erholt. Der Dax ist schon wieder höher als nach dem Anschlag am 11. September. Wer also gekauft hat "wenn Kanonen donnern", sprich direkt nach den drastischen Kursstürzen, der hat seine Schäfchen im Trockenen.

Doch dann gleich die schlechte Nachricht: Einige deutsche Investmentgesellschaften erhöhen ihre Gebühren zum Teil drastisch. Ob das bei den Ergebnissen der letzten Monate gerechfertigt ist, wollen wir mal dahingestellt sein lassen. Begründet werden diese mit dem gestiegenen Research-Aufwand und einer Anpassung an das internationale Preisniveau.

Hier eine kleine Übersicht ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • DIT: Erhöhung der Verwaltungsgebühren auf 1,25-1,75% (vorher 0,50%)
  • DWS: Erhöhung der Verwaltungsgebühren auf 0,75-1% (vorher 0,50%)
  • UNION Investment: Erhöhung der Verwaltungsgebühren auf 1% (vorher 0,45-0,6%)

Diese Erhöhungen betreffen aber oft nur bestimmte Fonds und nicht die gesamte Fondspalette!

 

5. Dreiländerfonds (DLF) und kein Ende

Neues zum größten geschlossenen Immobilienfonds Deutschlands, dem DLF 94/17: Wie "kapital-markt intern" berichtet, scheinen hier die Initiatoren mehr Geld für sich abgezweigt zu haben als ihnen zustand. So steht nach intensiver Vorermittlung der Staatsanwaltschaft Stuttgart der Fondsinitiator Walter Fink unter dringendem Tatverdacht, seine Anleger durch unberechtigte Zahlungen in Höhe von 67 Mio. DM - unter anderem an sich selbst - geschädigt zu haben.

Hintergrund ist, daß den Funktionsträgern des Fonds nach Schließung des Fonds bereits die volle prozentuale Provision auf die Zielsumme des Fonds ausgezahlt wurde. Nur dumm, daß der Fonds heute, fünf Jahre später, nicht die prospektierten 2,2 Mrd., sondern nur 1,7 Mrd. DM Volumen hat.

Angeblich wird dies sogar von Walter Fink selbst eingestanden. Nur zurückzahlen möchte man das Geld nicht.


Verklagt wurde von einem Anleger einer der Hauptvertriebe der DLF-Fonds, der mittlerweile börsennotierte AWD. Das erste dieser Verfahren wurde von einem Zahnarzt vor dem Landgericht Hannover angestrengt. Gewonnen wurde es vom AWD, da die Vermittlung von einem selbständigen Handelsvertreter vorgenommen worden war, der dem AWD nur zugearbeitet hat. Daher sei dieser nicht in die Handlungen des Handelsvertreters mit hineingezogen worden (Az.: 9 O 616/00).

Wie der Branchen-Informationsdienst DFI-Gerlach-Report meldet, hat der unterlegene Mediziner Berufung beim OLG Celle eingelegt.

 

6. Neues Insolvenzverfahren für Privatpersonen

Zwar gibt es seit 1999 die Möglichkeit für Privatpersonen, die Insolvenz, also Zahlungsunfähigkeit zu erklären. Davon wurde jedoch sehr wenig Gebrauch gemacht. Hauptgrund war die Tatsache, daß der Betroffene noch genug Geld haben mußte, um das Verfahren zu bezahlen.
Doch woher nehmen, wenn man ohnehin schon überschuldet ist?

Nach nur zwei Jahren haben dies auch schon die Verantwortlichen erkannt und nunmehr das entsprechende Gesetz geändert. Hier wird nun ein sogenanntes Stundungsmodell gelten, nach dem die Verfahrenskosten dem mittellosen Schuldner ab Beginn des Insolvenzverfahrens gestundet werden.
Den im Verfahren tätigen Personen, also z.B. dem Insolvenzverwalter, wird ein Sekundäranspruch gegenüber dem Staat gewährt.

Nimmt der Betroffene nun am Insolvenzverfahren teil und zahlt in der "Wohlverhaltenszeit" in kleinen Raten Geld zurück, werden die ersten Zahlungen zur Begleichung der gestundeten Verfahrenskosten verwendet. Erst danach sind die eigentlichen Gläubiger dran.

Unternehmer (mit Ausnahme von Kleinunternehmern) sollen vom Verbraucherinsolvenzverfahren künftig ausgeschlossen sein.

 

7. Zentrale Datei für alle Konten und Depots geplant

George Orwell lag um rund 18 Jahre falsch. Nicht 1984, sondern 2002 ist es wohl soweit, daß Big Brother Realität wird. Zumindest für alle, die ein Konto oder Depot bei einer deutschen Bank haben. Unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung sollen künftig alle Konten und Depots in Deutschland zentral erfasst werden. Somit würde sich jede Zahlung eindeutig verfolgen und zuordnen lassen.

Auch Kreditkartenunternehmen sollen künftig der Bankenaufsicht und dem Geldwäschegesetz unterliegen. Weiterhin sollen die Inhaberstrukturen bei Banken und Versicherungen stärker überwacht werden.

Hinter vorgehaltener Hand wird zugegeben. daß man damit die aktuelle Stimmung nutzen will, um Steuersünder effektiver ausfindig zu machen. Daß man damit etwa 80 Millionen Bundesbürger als potentielle Steuerstraftäter sieht, widerspricht zwar dem Unschuldsprinzip eines Rechtsstaats, aber wenn es die leeren Kassen füllt........

 

8. Und dann war da auch noch.....

die Werbung von American Express im Fernsehen, doch rechtzeitig DM-Bargeld in Amex Traveller Cheques umzutauschen - natürlich rechtzeitig, bevor der EURO kommt.

Gesagt haben sie es natürlich nicht - aber Traveller Cheques kann man sicher per Post verschicken (sie werden ja bei Verlust ersetzt) und dann ganz entspannt im Ausland einlösen. Ob da wohl jemand auf (steuer-)unehrliche Gedanken kommen kann?

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