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Aktuell im Juli 2002

Die Themen des Monats:

1. Stehen nun Zusammenbrüche bei Lebensversicherungen bevor?
2.
Krankenkassen erhöhen weiter
3.
Nächstes Jahr höhere Beiträge in der Rentenversicherung
4.
Risiken der Geschlossenen Fonds
5.
Erdbebenschäden nicht immer versichert
6.
Preisgünstiges Depot für Investmentfonds
7.
Und dann war da noch...

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1. Stehen nun Zusammenbrüche bei Lebensversicherungen bevor?

Die Entwicklung an den Börsen macht seit nunmehr zwei Jahren nun wirklich keinen Spaß mehr. Milliardenwerte wurden vernichtet, und die Verluste in einigen Segmenten waren schwindelerregend.
Gerade angesichts dieser Entwicklungen werden die klassischen und vermeintlich konservativen Lebensversicherungen als sichere Häfen für die Altersvorsorge gesehen.

Doch leider zeigt sich, daß dies bei einigen Versicherungen nun wirklich nicht der Fall ist. Gerade kleinere Unternehmen sind unglaublicherweise zu Höchstkursen im Jahr 2000 massiv in die Aktienmärkte eingestiegen - mit verheerenden Ergebnissen für die Guthaben der Versicherten. Hinzu kommen die Verluste aus bedeutenden Unternehmensanleihen wie z.B. WorldCom und Enron oder gar aus argentinischen Staatsanleihen.

Außer der schlechten Kapitalrendite kommen ein verschärfter Preisdruck und hohe Aufwendungen durch gesetzliche Rahmenbedingungen wie z.B. die Riester-Rente auf die Gesellschaften zu(laut Mummert+Partner Unternehmensberatung vom 20.06.2002).

All das führte zu einem starken Abschmelzen der Reserven bei Lebensversicherungen um insgesamt ca. 80% (so die WestLB Panmure), worüber wir bereits in mehreren Newslettern berichtet haben. Doch nun scheint die Lage wirklich ernst zu werden. Die erste Lebensversicherung, die kirchennahe FAMILIENFÜRSORGE, wurde von der Bundesanstalt für die Finanzdienstleistungsaufsicht unter Zwangsverwaltung gestellt, da noch nicht einmal mehr die Garantieleistungen sicher waren!

Gleichzeitig steht bei einigen weiteren Versicherungsunternehmen wohl eine solche Maßnahme oder vielleicht sogar der Zusammenbruch kurz bevor, wenn nicht ganz schnell eine andere Gesellschaft gefunden wird, die den Versicherungsbestand übernimmt. In diesem Zusammenhang dürfen wir z.B. die Hannoversche Leben nennen, auf deren Probleme wir seit 1999 (!) hinweisen. Bei dieser haben nach Insider-Informationen bereits einige sehr renommierte Gesellschaften bezüglich einer Übernahme abgewunken. Steht Schlimmes für die Versicherten zu erwarten?

In der Branche wird daher ein sogenannter "Risikofonds" diskutiert, der solche Schieflagen auffangen soll. Das Problem dabei: Gute Gesellschaften haben für ihr umsichtiges Handeln Nachteile, aggressive Versicherungen mit überzogenen Versprechungen werden für ein schädigendes Verhalten jedoch nicht wirklich bestraft.

Einen kleinen Hinweis kann hier die interne Aufkaufliste der "Cash.life" geben. Dieses Unternehmen kauft im größeren Stil gebrauchte Versicherungspolicen auf - aber eben nicht die aller Gesellschaften. Angeblich werden nur noch Policen folgender Gesellschaften gekauft (von ca. 120 Anbietern am deutschen Markt):

  • Allianz
  • Asstel
  • AXA (incl. Albingia, Colonia, Deutsche Ärztevers., Nordstern)
  • Debeka
  • Deutscher Ring
  • Gerling
  • Gothaer
  • Hamburg-Mannheimer
  • Helvetia
  • LV 1871
  • neue leben
  • Provinzial Kiel
  • R+V (incl. Kravag)
  • Stuttgarter
  • Vereinte
  • VGH Versicherungen
  • Victoria
  • Volksfürsorge
  • WWK
  • Zürich (incl. Agrippina, Deutscher Herold)

(Quelle: Zeitschrift "Performance")

Daß hier die Schweizerische Rentenanstalt nicht genannt ist, wird wohl weise Voraussicht sein. Wie am 26.07.2002 bekannt wurde, soll die komplette deutsche Niederlassung incl. aller Kunden und Verträge verkauft werden. Ein Käufer steht wohl noch nicht fest.

Nach Angaben der Zeitschrift CAPITAL sollen derzeit 13 Gesellschaften außer Stande sein, den Garantiezins von 3,25% pro Jahr zu erwirtschaften, wenn der DAX am Jahresende auf aktuellem Niveau notiert. So holte z.B. die HUK-Coburg im Jahr 2001 nur 2,96 Prozent aus ihren Kapitalanlagen heraus und sagte daraus 6,0 Prozent zu.
Welche Konsequenzen das hat, mag sich jeder dort Versicherte oder potentielle Versicherungskunde selbst ausmalen!

Ganz aktuell wird auch über eine Senkung des Garantiezinses von derzeit 3,25% p.a. auf voraussichtlich 3% nachgedacht. Dies betrifft dann aber nur neu abgeschlossene Verträge. Wer also eine Altersvorsorge beabsichtigt, könnte mit einer recht schnellen Entscheidung gut beraten sein.
 

2. Krankenkassen erhöhen weiter

Zum 1. Juli 2002 gab es wieder eine böse Überraschung für viele gesetzlich Krankenversicherte: Teilweise erhebliche Beitragserhöhungen führen zu weniger Geld in der Tasche. Somit gibt es nun nur noch wenige Kassen mit einem Beitragssatz von unter 12 Prozent des Bruttoeinkommens. Und auch diese werden dem Vernehmen nach in absehbarer Zeit gezwungen sein, ihre Beiträge zu erhöhen. Eine Übersicht der günstigsten Beiträge je Bundesland finden Sie wie immer auf unseren Seiten unter http://www.gesetzlichekrankenkassen.de.

Als kleiner Ausgleich für diese höhere Zahlungen sind dafür nun Mutter-Kind-Kuren eine Pflichtleistung der Kassen.


In diesem Zusammenhang ein kleiner Hinweis auf die BARMER: Wie der NDR berichtete, hat diese Krankenkasse im 1. Quartal 2002 ein Minus von 90 Millionen EURO erwirtschaftet. Hierzu wurde dann von der Barmer eine Pressemitteilung herausgegeben, daß dies so nicht stimme - in den Zahlen seien die Zahlungen aus dem Risikostrukturausgleich noch nicht enthalten. In Wirklichkeit gäbe es ein Plus von 83 Millionen EURO.

Was das heißt: Manche Krankenkassen sehen anscheinend gar keine Notwendigkeit mehr zu ordentlichem Haushalten, sondern betrachten dagegen die eigentlich nur als Stützung gedachten Zahlungen des Risikostrukturausgleichs als ganz normale Einnahmen, mit denen sich sogar ein Plus erwirtschaften läßt.

Nur zur Erinnerung: Einige sehr günstige Krankenkassen müssen fast die Hälfte aller Einnahmen in diesen Risikostrukturausgleich abführen!
 

3. Nächstes Jahr höhere Beiträge in der Rentenversicherung

Nicht nur die Beiträge für die Krankenkassen steigen stetig (siehe obigen Artikel), sondern wohl auch ab nächstem Jahr wieder die zur Gesetzlichen Rentenversicherung. So verlangte unlängst der Präsident der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) eine Anhebung der Beiträge auf 19,3% des Bruttoeinkommens. Grund sind die stark rückläufigen Einnahmen, vor allem aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit.

Immerhin werden aber nun die Beitragszahler über den Stand ihrer Rente informiert. Die ersten Schreiben liegen mittlerweile den Versicherten vor. Auf mehreren Seiten werden recht ausführlich

  • die erzielten Entgeltpunkte (sind Grundlage für die Rentenberechnung)
  • die Altersrente auf Basis der bisher erzielten Entgeltpunkte
  • die voraussichtliche Altersrente ab Alter 65, wenn das Einkommen so bleibt wie in den letzten fünf Jahren und keine Rentenkürzungen mehr eintreten, aber auch keine Rentenanpassungen (Erhöhungen) vorgenommen werden
  • der aktuelle Anspruch auf Erwerbsminderungsrente
  • die bereits geleisteten Beiträge
  • der bisherige Versicherungsverlauf

dargestellt. Dies ist mit Sicherheit ein sehr guter Ansatz, um eine Planung der Rente zu verbessern. Gerade die Ausweisung der Ansprüche der Erwerbsminderungsrente machen deutlich, wie niedrig hier die Ansprüche sind.

Hilfreich wäre aber noch eine Erläuterung gewesen: Diese volle Erwerbsminderungsrente wird nur dann gezahlt, wenn Sie weniger als 3 Stunden pro Tag IRGENDEINEN Job ausüben können - unabhängig von Ihrer bisherigen Tätigkeit.

Sind es mehr als 3 und weniger als 6 Stunden, die Sie irgendeine Tätigkeit ausüben können, dann erhalten Sie nur die halbe Erwerbsminderungsrente, und bei mehr als 6 Stunden gibt es überhaupt keine Leistungen mehr!

Doch auch diese Renteninformationen führen zu Kritik. So bemängelt z.B. die Versicherungsgruppe Delta Lloyd, daß die angegebene hochgerechnete Altersrente nur bei lückenlosem Rentenverlauf (also ohne Kindererziehungszeiten, Arbeitslosigkeit etc.) erzielt werden könne. Und das auch nur, wenn keine weiteren Rentenreformen das Rentenniveau weiter absenken.

Auch die Erläuterungen seien irritierend, da die Versicherten keinen Anhaltspunkt über die Realitätsnähe der einzelnen Punkte hätten. Insgesamt besteht von Seiten der Delta Lloyd das in unseren Augen nicht von der Hand zu weisende Risiko, daß sich Laien auf die angegebenen Werte verlassen und später enttäuscht werden.
 

4. Risiken der Geschlossenen Fonds

Geschlossene Fonds wie z.B. Immobilienfonds, Medienfonds, Schiffonds etc. waren in der Vergangenheit äußerst beliebte Instrumente zum Steuersparen. Doch dem stehen immer neue gesetzliche Regelungen entgegen, so daß diese Produktlinien zunehmend unattraktiver werden.

Doch als ob dieses der Branche nicht schon genug zu schaffen machn würde, kommt es nun massiv zu Problemen bei bestehenden Fonds. Davon wollen wir drei exemplarisch nennen:

  • FREMDWÄHRUNGSFINANZIERUNG: Beim "Fuggerstadt-Center Augsburg KG" der DCM Deinböck wurde ein Teil des Fondskapitals in Schweizer Franken finanziert. Mit dem niedrigeren Zinssatz des Schweizer Franken sollte das Ergebnis verbessert werden. Doch die Schulden sind aufgrund der Währungsentwicklung so angewachsen, daß die finanzierenden Banken zusätzliche Sicherheiten forderten. Auch wenn DCM Deinböck hier durch Bürgschaften Schlimmeres verhindern konnte, zeigt dies doch sehr deutlich das Risiko solcher Finanzierungskonstruktionen.
     
  • AUSFALLVERSICHERUNG: Bei den Medienfonds I und II der CINERENTA konnten 10 der 12 prospektierten Filme nicht produziert werden. Eigentlich sollte der Schaden von den Anlegern durch eine sogenannte "Short-Fall-Versicherung" gedeckt sein. Doch die gewählte Versicherungsgesellschaft scheint so seriös nicht zu sein: Angeblich wurde in zwei Fällen auf die Schadensmeldung gar nicht erst geantwortet und in zwei weiteren Fällen zwar der Schadensfall bestätigt, aber kein Geld ausgezahlt. (so der DFI-Gerlach-Report).
     
  • BERLINFÖRDERUNG : Gerade angesichts der klammen Finanzlage des Landes Berlin (man könnte auch Pleite sagen) kann es in naher Zukunft zu einem bösen Erwachen für Fondszeichner nach dem 1. und 2. Förderweg des Landes Berlin kommen. Dabei wurden staatliche Subventionen zur Mietstützung in die Fonds einkalkuliert. Die ersten Förderungen laufen jetzt aus und müssten verlängert werden.

    Doch das Bundesverfassungsgericht hat jüngst einen Beschluß veröffentlicht (2 BvR 305/93 und 2 BvR 348/93), nach dem nicht mehr gerechtfertigte Steuersubventionen abgebaut werden und sich Steuerpflichtige nicht drauf berufen können, daß gesetzliche Rahmenbedingungen nicht zu seinen Lasten verändert werden dürfen.

    Auf gut deutsch: Was, wenn die Förderungen nicht mehr verlängert werden? Das Fortbestehen einiger Fonds scheint dann als sehr gefährdet einzuschätzen sein!

Gerade bei Neuzeichnungen sollte all dies zu einer noch genaueren Prüfung der Angebote motivieren!
 

5. Erdbebenschäden nicht immer versichert

Am 21.7.2002 kam es besonders im Rheinland zu einem Erdbeben mit der Stärke 4,7 auf der Richter-Skala. Auch wenn dieses Beben nicht ungewöhnlich war, so war es doch zumindest etwas stärker als viele andere.

Gerade für Immobilienbesitzer bedeuten Erdbeben jedoch eine nicht zu unterschätzende Gefahr: So kann beispielsweise das Mauerwerk eines Hauses beschädigt werden oder ein Schornstein umstürzen.

Doch in vielen Wohngebäude- und Hausratversicherungen sind Schäden aufgrund von Erdbeben nicht mitversichert, da die sogenannte "Elementardeckung" fehlt. Dieser wichtige Schutz kostet etwas mehr, sichert aber dafür das Objekt gegen Erdbeben, Erdrutsch, Hochwasser, Lawinen und Vulkanausbrüche ab. 

Daher unser Tip: Wenn in Ihrer Region eine der oben genannten Gefahren nicht wirklich ausgeschlossen werden kann, sollten Sie diese Erweiterung überlegen!

Eine ebenfalls nicht unwichtige Überlegung ist die Wahl der richtigen Versicherung. So hatte z.B. nach Mitteilung des "map-report" der mit besonders günstigen Prämien werbende Direktversicherer COSMOS Ende 2000 erst die Hälfte der 1996 bis 2000 gemeldeten Gebäudeschäden abgewickelt.

Was nutzt die güstige Prämie, wenn man nach so einem ärgerlichen Schaden dann auch noch Jahre auf sein Geld warten muß...
 

6. Preisgünstiges Depot für Investmentfonds

Auch Investmentfonds konnten sich dem Negativtrend der Börsen nicht entziehen. Wir können hier nun sowohl Bestands- als auch Neukunden wenigstens eine Möglichkeit zum Geldsparen offerieren - nämlich in Form günstigerer Konditionen.

So bieten wir ganz neu ein "Multi-Fonds-Depot" an. In diesem speziellen Depot können Investmentfonds unterschiedlicher Gesellschaften zu besonders günstigen Gebühren verwahrt werden: Für gerade mal EUR 29,- pro Jahr pauschal.

Wer also bei mehreren deutschen Fondsgesellschaften direkt geführte Depots unterhält, sollte durchaus eine Übertragung in Betracht ziehen - es ist insgesamt meist wesentlich günstiger.

Hinzu kommt: Es gibt nur noch einen Depotauszug, einen Freistellungsauftrag, eine Depotverbindung etc. - also mehr Überblick und weniger Aufwand! Und im Gegensatz zu Direktbrokern erhalten Sie auf Wunsch auch noch Beratung durch uns.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Unter Ihr Kontakt zu uns können Sie gerne Kontakt mit uns aufnehmen.
 

7. Und dann war da auch noch.....

der preiswerteste Test auf Rot-Grün-Blindheit seit Jahren: Forscher einer spanischen Universität haben nämlich festgestellt, daß sich 5- und 20-Centstücke als Schnelltest für Farbenblindheit eignen.

Für Rot-Grün-Blinde sollen die Münzen farblich nicht zu unterscheiden sein, so ein Artikel in der Fachzeitschrift Optics Express.

Die Forscher hoffen, daß Augenärzte diese schnelle, preiswerte und iim Euroland ohne Aufwand universell einsetzbare Methode bald nutzen werden.

 

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