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Nov./Dez. 2003

 

Aktuell im Juli 2003

Die Themen des Monats:

1. Im Schatten der MANNHEIMER
2.
Gesundheitsreform / Bürgerversicherung
3.
Minijobs boomen - lohnt sich Leistung wieder?
4.
MEDICATOR - Protektor der Krankenversicherung
5.
Garantiezins der Lebensversicherung sinkt
6.
Betongeld Immofonds?
7.
Und dann war da noch...

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1. Im Schatten der MANNHEIMER

Nun ist es fast einen Monat her, daß die erste deutsche Lebensversicherung nach dem Krieg in die Abwicklung ging. Im letzten Newsletter haben wir ausführlich über dieses Thema berichtet und einige Fragen dazu aufgeworfen.

Leider haben sich in diesen mittlerweile vier Wochen nur sehr wenige unserer Fragen zur Auffanggesellschaft Protektor beantwortet. Immerhin liegt uns nun der Text der Vereinbarung zwischen den Lebensversicherungsunternehmen und Protektor vor. Darin verpflichten sich die Lebensversicherer, 1% ihrer konventionellen Kapitalanlagen in Protektor einzubringen und diese so handlungsfähig zu machen.
Bemerkenswert dabei ist, daß kein Unternehmen mehr als 10% des Gesamtkapitals halten darf. Gesellschaften wie die Allianz, die aber mehr als 10% Marktanteil haben, werden dadurch von ihren Verpflichtungen im Gegensatz zu Mitbewerbern mit kleinerem Marktanteil entlastet!

Interessanterweise wird als Gerichtsstand von Protektor bereits Berlin genannt, obwohl die Eintragung derzeit noch beim Amtsgericht München besteht. Und ob wirklich alle Versicherungen diese Erklärung unterschrieben haben, ist weiterhin unklar. Sicher ist, daß zum Zeitpunkt des Endes der MANNHEIMER Leben nach einer Erklärung des GDV-Vorstands in der Sendung "PlusMinus" noch nicht alle Verpflichtungserklärungen unterschrieben vorgelegen haben. Und das, obwohl Protektor zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 8 Monate alt war!

Was uns noch immer nicht vorliegt sind Kopien der eigentlichen Satzung von Protektor. Und keine Antwort auf die Frage was passiert, wenn einer oder gar mehrere große Versicherer das gleiche Schicksal erleiden wie die MANNHEIMER Leben? Protektor könnte da schlicht überfordert sein.

Bleiben wir aber zunächst mal beim Fall der MANNHEIMER. Hier haben sich die Ereignisse überschlagen:
Zunächst wurde versucht, die zur MANNHEIMER Holding gehörende Investmentgesellschaft (die mindestens einen gut laufenden Rentenfonds zu bieten hat) zu verkaufen und so Cashmittel zu erhalten. Trotz Pressemeldung über den Verkauf kam dieser in letzter Minute nicht zustande (1.7.2003).

Immerhin schon 12 Tage nach Anordnung der Bundesanstalt für die Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) zur Übertragung der Versicherungsbestände von der MANNHEIMER Leben auf Protektor und massiver Unruhe unter den betroffenen Kunden bemüßigte sich das Unternehmen, seine Kunden zu informieren. In einem einseitigen Schreiben verspricht man eine Erläuterung "der tatsächlichen Situation" und möchte "Ihnen Informationen aus erster Hand" geben.
Diese Informationen bestehen aus der Mitteilung, daß die MANNHEIMER Leben die Übertragung des Bestandes auf Protektor vorbereitet und dies dem BAFin zugesagt hat.
In drei Sätzen wird auf die möglichen Finanzmittel von Protektor und dessen grundsätzliches Ziel (ohne jedes Detail) hingewiesen sowie die Sicherheit der Erfüllung der laufenden Verträge betont.
Der Rest des Schreibens beschäftigt sich mit der MANNHEIMER Krankenversicherung und der MANNHEIMER Sachversicherung, die nach Aussagen des Holdingvorstands nicht gefährdet sein sollen.
Man schließt mit dem Dank für das entgegengebrachte Vertrauen, entschuldigt sich für die entstandenen "Irritationen" und hofft auf eine weiterhin gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Das ist das gesamte Schreiben, dem als Anlage die Pressemitteilung des BAFin zur Übertragung des Bestandes beigefügt ist. Wir fragen uns, wo die angekündigten Informationen aus erster Hand sind. Wenn Sie, liebe Leser, uns bei der Suche helfen wollen: Eine Kopie des Schreibens der MANNHEIMER finden Sie hier.

Am 15.07.03 vermeldet die Financial Times Deutschland, daß eine rechts- und insolvenzsichere Vereinbarung zwischen MANNHEIMER und Protektor getroffen wurde, die die Übertragung der Verträge regelt. Die MANNHEIMER wird alle Verträge ihrer Lebensversicherungstochter incl. der dazugehörigen Kapitalanlagen an Protektor übergeben. Die Unterdeckung von rund 250 Mio. EUR aus den mißlungenen Börsenspekulationen wird die MANNHEIMER Holding "im Laufe der Zeit" an Protektor zurückzahlen und damit für die Verluste ihrer Lebensversicherungssparte aufkommen.

Was uns daran stört:

  • Es besteht ein Gwinnabführungsvertrag/Verlustübernahmevertrag zwischen der Tochter MANNHEIMER Leben und der Mutter MANNHEIMER Holding
  • Aufgrund dieses Vertrages hätte die Mutter den Verlust der Tochter in Höhe von ca. 250 Mio. EUR übernehmen müssen
  • Ist sie dazu - auch nach Veräußerung aller anderen Unternehmenswerte - nicht in der Lage, hätte Insolvenz beantragt werden müssen
  • Die Aktionäre hätten damit einen Totalverlust erlitten und somit korrekterweise die Folgen der Fehlentscheidungen des Vorstandes getragen
  • Die Bestände incl. aller Verluste der überschuldeten Tochter wurden jedoch komplett an den Sicherungspool Protektor übertragen
  • Die Finanzierung erfolgt durch Versichertengelder aller anderen Lebensversicherungsunternehmen
  • Die MANNHEIMER Holding mußte sich dafür verpflichten, künftig 90% der Gewinne als Ausgleich an Protektor zu zahlen
  • Den Aktionären wurde mit dieser Aktion nicht nur der Großteil des Wertes ihres Investments erhalten, sondern ihnen kommen darüber hinaus auch die restlichen 10% der künftigen Gewinne der MANNHEIMER zugute.

Macht man sich klar, daß das Darlehen an Protektor wohl nicht aus dem Kapital der Versicherungsunternehmen sondern aus Kundengeldern (respektive den Guthaben der Deckungsstöcke) gegeben wird, dann muß hier doch im Grunde jeder Lebensversicherungskunde laut gegen diesen aktiven Aktionärsschutz protestieren: Es sind seine Gelder, die hier zinslos vergeben statt ordentlich und zinsbringend angelegt zu werden.

Uns als kundenorientierte Berater und Vermittler ärgert diese Tatsache maßlos - wie sehen Sie das? Kommentare an Ihr Kontakt zu uns sind gerne willkommen!
 

Doch das Possenspiel der Assekuranzbranche geht weiter: Nur wenige Tage später meldet der Vorstand der MANNHEIMER: "Die Mannheimer AG Holding beabsichtigt, nach Überwindung der durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Mannheimer Lebensversicherung AG ausgelösten Krise, auf ihren Wachstumskurs zurückzukehren. In diesem Zusammenhang beabsichtigt die Gesellschaft, durch Akquisiton von Unternehmen, Unternehmensbeteiligungen oder Unternehmensteilen ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern".

Also Pleite gerade noch durch die Branche abgewendet und nun Expansion? Haben nur wir da etwas falsch verstanden? Wäre der MANNHEIMER nicht jedes neu erwirtschaftete Kapital zu entziehen, um Protektor zu stützen?
 

2. Gesundheitsreform / Bürgerversicherung

Nun ist der Konsens also tatsächlich zustande gekommen. Sozialministerin Ulla Schmidt und Unions-"Sozialexperte" Horst Seehofer haben sich über die Eckpunkte der vorgesehenen Gesundheitsreform geeinigt. Gegenüber der Übersicht unseres letzten Newsletters wurden einige Änderungen vereinbart.

Um Sie hier nicht mit Details zu langweilen, verweisen wir einfach auf unser neues Informationsangebot zu diesem Thema: http://www.gesundheitsreformen.info mit umfangreichen Informationen zur aktuellen und bisherigen Gesundheitsreform sowie deren in der Vergangenheit nur sehr beschränkten Wirksamkeit.

Apropos beschränkte Wirksamkeit: Auch diese Gesundheitsreform ist nach Meinung ihrer Initiatoren nur kurzfristig hilfreich und keineswegs ein großer Wurf: So geben sowohl Frau Schmidt als auch Herr Seehofer offen zu, daß diese Reform nicht ausreicht. Man hofft, daß sie zumindest bis 2007 Bestand haben wird.

Gleichzeitig scheint sich herauszukristallisieren, daß die geplanten Beitragssenkungen wohl Makulatur sein werden. So haben einige Krankenkassen bereits angekündigt, aus den Ersparnissen erstmal die Schulden abbauen zu wollen. Eine Beitragssenkung wäre somit so schnell nicht möglich.
Das natürlich gefährdet die Logik im Konsens zur Gesundheitsreform. Der typische Sozialministerin-Reflex: Dirigismus und Drohung!

Frau Schmidt kündigte bereits an, die Krankenkassen notfalls zu Beitragssenkungen zu zwingen. In vorauseilendem Gehorsam haben z.B. BARMER Ersatzkasse und KKH angekündigt, ihre Beitragssätze von 14,9% auf voraussichtlich 14% zu senken. Im Spitzengespräch am 30.07.2003 sagten auch die anderen Gesetzlichen Krankenkassen zu, die Beiträge zu senken - je nach Greifen der Gesundheitsreform und der Finanzsituation der einzelnen Kasse.

Daß dies insgesamt wohl höhere Schulden als den derzeitigen "Negativsaldo von 1,8 Millarden EUR" (laut Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Gesetzlichen Krankenkassen) bzw. "bis zu 7 Mrd. EUR Schulden bis Ende des Jahres" (AOK-Bundesvorstand Hans Jürgen Ahrend) bedeuten wird, ist angesichts der ministerialen Logik unwichtig. Diese Schulden sollen dann aus den Einsparungen der Gesundheitsreform bis 2007 gestreckt langsam ausgeglichen werden.

Nur dumm, daß die (eigentlich ja gar nicht erlaubten Schulden) der Gesetzlichen Kassen die Staatsverschuldung indirekt erhöhen und Bundesfinanzminister Hans Eichel respektive der Bundesrepublik die Einhaltung der Maastricht-Kriterien weiter erschweren werden.

Uns erinnert das Vorgehen von Frau Schmidt stark an das Beitragssicherungsgesetz Ende letzten Jahres: Darin wurden die Kassen per Gesetz gezwungen, ihre Beiträge nicht zu erhöhen außer im Fall von Pleitegefahr. Die Folge: Fast alle Kassen haben seitdem ihre Beiträge erhöht - manche sogar schon zweimal. Zuletzt kündigten laut BILD-Zeitung vom 31.07.2003 20 weitere Kassen eine Beitragserhöhung an. Glückwunsch zu diesem Erfolg!

"[] ... so haben es sich die Sozialstaaten im großen Maßstabe zur Aufgabe gemacht, das Leben des Staatsbürgers von der Wiege bis zur Bahre sicher und glücktriefend zu gestalten. Dies ist aber nur dadurch möglich, daß der Staatsbürger systematisch zur gesellschaftlichen Inkonsequenz erzogen wird. In der gesamten westlichen Welt steigen daher die Staatsausgaben für das Gesundheits- und Sozialwesen von Jahr zu Jahr immer steiler an. [] Man stelle sich nun vor, wie es um uns stünde, wenn dieser Aufwärtstrend zum Stocken käme oder gar rückläufig würde. [] Der Sozialstaat braucht die stetig zunehmende Hilflosigkeit und Unglücklichkeit seiner Bevölkerung so dringend, daß diese Aufgabe nicht den wohlgemeinten, aber dilettantischen Versuchen des einzelnen Staatsbürgers überlassen werden kann. Wie in allen anderen Sparten des modernen Lebens ist auch hier staatliche Lenkung vonnöten."
(Paul Watzlawick, Anleitung zum Unglücklichsein, 1983)

Ob nicht mal erfolgversprechende Konzepte statt Dogmatismus eine Lösung wären?
 

Von einigen Seiten wird nun die Idee einer "Bürgerversicherung" ins Gespräch gebracht. Was in der Rentenversicherung in Form einer Grundsicherung in Höhe der Sozialhilfe absolut Sinn machen würde, soll hier auf die Krankenversicherung übertragen werden. Das bedeutet Abschaffung der Privaten Krankenversicherung und Zwang in die Gesetzliche Kasse auch für bislang von Krankenversicherungspflicht Befreite wie Arbeitnehmer mit einem Einkommen über EUR 3.825,- pro Monat, Selbständige und Beamte - also für diejenigen, die sich bislang dem Moloch Gesetzliche Krankenkasse entziehen konnten und durch ihre hohen Arztvergütungen das Gesundheitssystem vor noch viel tiefergehenden Problemen bewahrt haben.

Es darf bezweifelt werden, daß solche wettbewerbsverhindernden Maßnahmen - die für bislang privat Versicherte eine faktische Enteignung von Ansprüchen bedeuten würde - rechtlich zulässig sind. Aber auch eine bereits beschlossene Tatsache dürfte problematisch sein:

Es sollen künftig die Mehreinnahmen aus der Tabaksteuer die sogenannten "versicherungsfremden Leistungen" bezahlen. Das sind Leistungen, die mit dem Gesundheitsrisiko nichts zu tun haben - so z.B. Zahlungen für Empfängnisverhütung, Schwangerschaft und Mutterschaft.
Doch diese Zuschüsse sind einseitig zu Gunsten der gesetzlich Versicherten, privat Versicherte müssen weiterhin Beiträge für diese Leistungen zahlen, haben aber als Raucher zusätzlich auch eine Belastung durch die Tabaksteuer.
Nach Ansicht des Staats- und Verfassungsrechtlers Helge Sodan sind solche "einseitigen" Zuschüsse kaum zu rechtfertigen - er hält sie für "unzulässig".

Wenn dem so sein sollte, dann darf auch die Frage nach der Ökosteuer erlaubt sein: Diese entlastet die Rentenkasse. Doch Selbständige und Beamte sind nicht gesetzlich rentenversichert und zahlen trotzdem die Ökosteuer, ohne von ihr zu profitieren. Ist das wirklich zulässig?

Wie bereits in diesem Newsletter berichtet, hat die DKV Deutsche Krankenversicherung bereits Verfassungsbeschwerde gegen die seit Anfang des Jahres geltende höhere Beitragsbemessungsgrenze eingelegt.

Es scheint, als entwickele sich das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe immer mehr zum eigentlichen Entscheider der politischen Entwicklung in diesem Lande - uns macht das nicht gerade Mut!
 

3. Minijobs boomen - lohnt sich Leistung wieder?

"Leistung muß sich wieder lohnen" - so eine lobenswerte politische Absicht der SPD in den 70er Jahren, die leider in eine gewisse Vergessenheit geraten zu sein scheint.
Konsequenterweise wird Politik gemacht, die Leistung eher behindert als fördert. Dieser Ansicht sind nach einer Umfrage der Wirtschaftsjunioren fast die Hälfte der Deutschen - 50,5% der Befragten antworteten mit "nein" oder enthielten sich einer Antwort auf die Frage, ob sich Leistung noch lohnt.

Doch es geht auch anders: Seit April diesen Jahres gelten die neuen Regelungen zu den 400 EURO-Jobs. Diese ermöglichen es, steuer- und sozialabgabenfrei bis zu EUR 400,- pro Monat hinzuzuverdienen.
Die Folge: Innerhalb von vier Monaten wurden ca. 930.000 Minijobs angemeldet. Hiervon sind fast 600.000 Jobs neu (!) geschaffen worden. Erwartet wurden lediglich 300.000 neue Jobs. Und was besonders bemerkenswert ist: Es sind kaum reguläre Stellen in Minijobs umgewandelt worden!

Zur Erinnerung: Bis 1998 gab es die 620 DM-Jobs mit ähnlichen Regelungen. Eine der ersten Amtshandlungen des damaligen Arbeitsministers und Ex-DGB-Vorstandsvizes Walter Riester war es dann, diese Minijobs zu bürokratisieren und durch die in den meisten Fällen entstandene Abgabenlast de facto weitgehend abzuschaffen. Tausende von Beschäftigungsverhältnissen gingen damit verloren.

Diese nunmehr 600.000 neuen Jobs innerhalb von nur vier Monaten zeigen, daß hier bislang zu viel Abgaben und zu viel Bürokratie die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen verhindert haben. Oder anders herum: Entfallen diese Hemmnisse, entstehen unerwartet viele neue Arbeitsplätze.

Es bleibt abzuwarten, ob diese Erkenntnisse in Berlin tatsächlich ankommen und auch auf den 1. Arbeitsmarkt angewendet werden. Nach jüngsten Prognosen der Bundesanstalt für Arbeit kann die Zahl der Arbeitslosen bis zum Ende des Jahres auf 5 Millionen steigen.
Und noch eine Zahl: Im letzten Jahr lagen die Kosten aus Arbeitslosigkeit für Staat und Sozialsysteme bei 75 Milliarden EUR!
 

4. MEDICATOR - Protektor der Krankenversicherung

Nach dem Ende der MANNHEIMER Lebensversicherung stellt sich nun immer drängender die Frage nach der Überlebensfähigkeit eines weiteren Konzernunternehmens, der MANNHEIMER Krankenversicherung. Ohne Zuschüsse könnte es hier eng werden. Und angeblich haben bereits einige andere Krankenversicherungen eine Übernahme abgelehnt - zu groß ist die Zahl von unterschiedlichen Tarifen.

Natürlich befürchtet die Branche offiziell keinen Zusammenbruch eines Krankenversicherers, aber das wurde ja auch schon über die Lebensversicherung gesagt. Um hier im Notfall einsatzbereit zu sein, wurde von 8 Krankenversicherern mit zusammen ca. 60% Marktanteil MEDICATOR gegründet. Er soll insgesamt 1 Mrd. EUR Haftungskapital aufbringen.

Mit dieser Maßnahme will die Branche sicherstellen, daß alle bestehenden Verträge unabhängig vom Wohlergehen der einzelnen Versicherungsgesellschaft fortgeführt werden können.
Wer aber nun glaubt, die Sicherheit sei bei der Wahl einer Privaten Krankenversicherung damit unerheblich, sei gewarnt: Basiert ein möglicher Zusammenbruch auf einer massiven Fehlkalkulation und unzureichender Risikoselektion, sind trotzdem erhebliche Beitragsanpassungen möglich. Der Vorteil ist "nur" die Sicherheit, daß der Vertrag überhaupt weitergeführt werden kann!

Noch ein Wort zu Beitragsanpassungen: Privat Krankenversicherten stehen wohl in den nächsten zwei Jahren wieder Beitragsanpassungen bevor. Diese beruhen aber nur zu einem Teil auf insgesamt steigenden Kosten. Ein nicht unerheblicher Teil wird auf die Veröffentlichung einer neuen Sterbetafel zurückzuführen sein.
Das bedeutet folgendes: Die Privaten Krankenversicherungen kalkulieren den Beitrag als Durchschnitt aller Ausgaben vom Eintritt in die Versicherung bis zum statistischen Lebensende (daher hängt der Beitrag in der Krankenversicherung auch immer vom Eintrittsalter ab - eine graphische Erläuterung finden Sie unter
http://www.kv-infos.de/Vergleiche/beitrag/beitrag.html). Nun leben die Deutschen aber immer länger: Das bedeutet eine Verschiebung des statistischen Lebensendalters - das in der sogenannten "Sterbetafel" genannt ist - nach hinten. Logischerweise führt ein längeres Leben auch zu insgesamt höheren Aufwendungen für Krankheitskosten.

Diese zu erwartenden höheren Kosten müssen natürlich über höhere Beiträge abgefangen werden. Gerade wurde die neue Sterbetafel 2004 veröffentlicht, die die bisherige Sterbetafel 2001 ersetzen soll. Positiv dabei trotz allem: Die Lebenserwartung Neugeborener liegt nun bei 86,8 Jahren bei Frauen bzw. 83,0 Jahren bei Männern.
Die Lebenserwartung von heute 40jährigen ist um 1,5 Jahre (Männer) bzw. 1,1 Jahre (Frauen gestiegen und die von heute 80jährigen um 0,6 Jahre (Männer) bzw. 0,7 Jahre (Frauen)
 

5. Garantiezins der Lebensversicherung sinkt

Nun ist es beschlossen: Der Garantiezins in der Lebensversicherung wird ab Januar 2004 von derzeit 3,25% p.a. auf 2,75% p.a. abgesenkt. Eine entsprechende Verordnung hat das Bundesfinanzministerium auf den Weg gebracht.

Grund für diese Senkung sind die insgesamt zurückgegangenen Zinsen. Der Garantiezins darf nur 60% des langjährigen Durchschnitts der 10jährigen Bundesanleihen betragen. Somit ist eine Absenkung unvermeidlich.

Was bedeutet das nun für Versicherte? Wer bereits eine Lebensversicherung hat, ist von dieser Maßnahme gar nicht betroffen! Denn die Senkung des Garantiezinses betrifft nur Neuverträge.
Es muß auch nicht heißen, daß künftig die Ablaufleistungen sinken werden. Lediglich der garantierte Anteil darin (und das ist nebenbei bemerkt der Teil, der auch im Falle einer Pleite durch den Sicherungspool Protektor garantiert wird) fällt kleiner aus, der Anteil der nicht-garantierten Überschüsse an der Gesamtleistung erhöht sich.

Für eine vorher definierte Mindestleistung werden ab nächstem Jahr somit merklich höhere Beiträge zu zahlen sein.
Wer daher momentan überlegt, eine kapitalbildende Lebens- oder Rentenversicherung abzuschließen, sollte noch dieses Jahr aktiv werden. Denn bei allen Verträgen mit Beginn bis Dezember 2003 gilt der bisherige höhere Garantiezins von 3,25%.

Aber Achtung: Gerade angesichts der teilweise dramatischen Situation mancher Versicherungsunternehmen sollte der Partner sehr bedacht gewählt werden. Dann ist auch heute noch eine Lebens- oder Rentenversicherung als Baustein der Altersvorsorge mit garantierter Mindestverzinsung und einer längerfristigen Beitragsrendite von voraussichtlich mehr als 4 Prozent p.a. nach (!) Steuern immer noch sehr empfehlenswert.

Angebote - unter besonderer Berücksichtigung der Sicherheit - erstellen wir Ihnen gerne unter http://www.lv-angebote.de.
 

6. Betongeld Immofonds?

Bekanntlich gibt es zwei Formen von Immobilienfonds: Die sogenannten "offenen Immobilienfonds", die in eine Vielzahl von Objekten investieren und täglich handelbar sind sowie die "geschlossenen Immobilienfonds", bei denen bestimmte Objekte gekauft und in der Regel über Jahrzehnte gehalten werden.

Über die "offenen Immofonds" haben wir zuletzt im Mai berichtet. Mittlerweile scheinen sich die Probleme dort verschärft zu haben, da die cash-Bestände nach Meldung der EURO am Sonntag bis zu 61 Prozent betragen sollen. Damit können natürlich kaum vernünftige Renditen erzielt werden. Es steigt aber auch das Risiko, daß schlechte Objekte ins Portfolio geraten oder generell zu teuer eingekauft wird. Wir raten hier zu einer gewissen Zurückhaltung.

Bei "geschlossenen Immofonds" gab es in den letzten Jahren wenig gute Nachrichten. Einige spektakuläre Problemfälle (siehe z.B. DreiLänderFonds), Zusammenbrüche (z.B. WGS-Fonds) oder Probleme durch Ostimmobilien (z.B. Berlinfonds) haben deren Image nachhaltig geschadet. Hinzu kommt, daß Ratingagenturen wie die G.U.B. Bestnoten an Fonds vergeben haben, die später zu Problemfällen wurden.
Auch scheinen nur wenige Personen den Markt wirklich zu verstehen, was eine neutrale Analyse beträchtlich erschwert.

Wir haben aufgrund der Vielzahl von Anfragen aus der Mandantschaft nun selektiv Angebote zu geschlossenen Fonds herausgesucht, die uns vielversprechend erscheinen und von seriösen Initiatoren stammen. Zwei davon möchten wir Ihnen kurz vorstellen:

  1. Rendite-Fonds mit hoher laufender Ausschüttung in Kanada
    Initiator ist ein sehr angesehenes deutsches Emissionshaus. Der Fonds hat die Rechtsform einer KG und sichert somit Investoren vor einem Haftungsdurchgriff auf das Privatvermögen ab. Es wird in 5 verschiedene Immobilien in Kanada in den Wachstumsmetropolen Toronto und Vancouver investiert.
    Die Ausschüttung beginnt mit 8 Prozent p.a.(!) und soll auf 11 Prozent im Jahr 2013 steigen. Diese Ausschüttungen unterliegen durch das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Kanada niedrigen Steuersätzen. Fondswährung ist der kanadische Dollar, der derzeit für eine Investition sehr günstig steht.
    Die Laufzeit ist auf 10 Jahre geplant, und der günstige Kaufpreis zusammen mit der verhältnismäßig niedrigen Kostenstruktur lassen ein attraktives Ergebnis erwarten.
     
  2. Veräußerungsgewinnfonds nach § 6b EStG
    Das ist ein Spezialfall, der nur auf sehr wenige Personen zutreffen dürfte. Kurz die Situation: Wer in der Vergangenheit aus Veräußerungsgewinnen von Grund und Boden stille Reserven nach § 6b/6c Einkommensteuergesetz gebildet hat, muß entweder neu investieren oder die stillen Reserven steuerpflichtig auflösen.
    Der vorliegende Fonds hat einen Hebel von 4: Sind EUR 100.000 stille Lasten zu reinvestieren, reicht dazu ein Fondsanteil von EUR 25.000 aus. Die restlichen EUR 75.000 verbleiben als steuerfreier Gewinn. Und durch den Ertrag des Fonds sind auch die EUR 25.000 gut angelegt.
    Wie gesagt, ein seltener Spezialfall, aber hochinteressant.

Bei Interesse an einem der Fonds oder anderen Anlagemöglichkeiten bitten wir um Kontaktaufnahme unter Ihr Kontakt zu uns mit einer kurzen Schilderung der Wünsche.
 

7. Und dann war da noch.....

die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, die zwischen 700 und 1.000 von 5.000 Stellen in der eigenen Verwaltung streichen will. Erreicht werden sollen die Einsparungen dadurch, daß die Mitarbeiter weniger arbeiten oder ihre Stelle ganz aufgeben. Vorgesehen sind kürzere Arbeitszeiten ohne (!) Lohnausgleich und 8 Mitarbeiter sollen sich 9 Stellen teilen.
Damit wird vom ver.di-Vorstand im eigenen Haus ein Tarifmodell durchgesetzt, das die Gewerkschaft in normalen Tarifverhandlungen kaum akzeptieren würde. Aber hier stellt sich ver.di ja auch keine Gewerkschaft in den Weg....

 

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