Die Themen des Monats: 1. Schnelldurchgang aktueller Meldungen 2. TOP-THEMA: Die Steuerpflicht auf Lebensversicherungen
3. Krankenkassen: Weitere Beitragserhöhungen statt Beitragssenkungen 4. Initiative zur Abschaffung der Privaten Krankenversicherung 5. Gesetzliche Rentenversicherung zahlungsunfähig? 6. Geschlossene Fonds - Chance und Risiko 7. Und dann war da noch... ------------------------------------------------------------------------------- 1. Schnelldurchgang aktueller Meldungen - Den Ich-AG-ler steht eine weitere Belastung bevor: Die ohnehin nicht gerade üppigen staatlichen Zuschüsse werden
seit Juni durch eine Pflichtabgabe zur Gesetzlichen Rentenversicherung belastet. Denn seit 01.06.2004 sind sie versicherungspflichtig (SGB VI, §2, Satz 1, Nr. 10) und müssen auf ihre EUR 400,01 Mindesteinkommen 19,5% Rentenversicherungsbeitrag zahlen. Das sind 78 EUR pro Monat weniger, die aber auch nicht zu einer echten Altersversorgung führen und in der Tasche der Existenzgründer sicher besser aufgehoben wären.
- Journalisten sind die ersten, die Pensionskürzungen hinnehmen müssen. Die private Rundfunk-Pensionskasse hat nach einem Bericht des Versicherungsjournals die Rentenansprüche rückwirkend (!) gekürzt - auch für die Jahr 2000 und 2001, obwohl sie den Versicherten bereits verbindlich gutgeschrieben waren. Das ist ein ziemlich eindeutiges Indiz für eine extreme Schieflage.
Nur seltsam, daß man angesichts
der vielen betroffenen Radio-Journalisten von diesem Problem in der Presse nichts gehört hat. Oder? - Nicht unumstritten sind die neu zugelassenen Hedge-Fonds (wir berichteten). Die beiden bislang offiziell in Deutschland genehmigten Produkte konnten bislang noch keine größeren Mittelzuflüsse verbuchen.
Ganz anders dagegen die ALLIANZ /
DRESDNER BANK mit ihrer hauseigenen Investmentgesellschaft DIT. Diese hat in Luxemburg zwei Dach-Hedge-Fonds zugelassen und läßt sie in Deutschland im Rahmen eines "Private Placements" vertreiben. Das bedeutet, die Produkte dürfen nicht offiziell beworben, können aber Kunden in persönlicher Ansprache verkauft werden. Die bis Ende April von Privatanlegern (!) eingeworbenen 360 Mio. EUR (!!) können sich mehr als sehen lassen. So ganz "private" scheint die Ansprache in den
Filialen der Dresdner Bank da wohl nicht gewesen zu sein... - Großen Ärger gab es für gesetzlich krankenversicherte Rentner mit der April-Abrechnung ihrer Renten. Denn darin wurde ihnen erstmalig der volle (vorher der halbe) Beitrag zur Pflegeversicherung berechnet. Das führte zu einer Rentenkürzung.
Dagegen haben ca. 700.000 (!) Rentner
Widerspruch eingelegt. Angesichts dieser vielen Widersprüche will die BfA in Kürze ein Musterverfahren führen, um 700.000 Gerichtsverfahren zu vermeiden und ein Grundsatzurteil zu erhalten. Hierzu wurden einige wenige Fälle ausgewählt, die jetzt vor Gericht verhandelt werden sollen. Da aber der Chef der Rentenversicherungsträger, Franz Ruland, diesen Widersprüchen bereits im Mai "keine Chancen" eingeräumt hat, stellt sich natürlich die Frage, nach welchen (subjektiven?) Kriterien
hier die zur Verhandlung anstehenden Fälle ausgewählt wurden. Ob angesichts der starken Einflußnahme der Politik auf die Rentenversicherung hier volle Objektivität erwartet werden kann? - Apropos Einflußnahme: Die SPD hat nun doch tatsächlich über ihre Medienholding die bekannte überregionale Tageszeitung "Frankfurter Rundschau"
übernommen. Ein Schelm der glaubt, es gäbe eine politische Einflußnahme bei einer satten Mehrheit von 90% der Gesellschaftsanteile!
- Nachdem die Gesetzlichen Krankenkassen die freien Vermittler und viele Versicherungs-Außendienstler durch die Vermittlung von Zusatz-Krankenversicherungen um ihr originäres Geschäft bringen und dabei nachweislich
vielfach vollkommen falsche Auskünfte geben, schlägt nun der Vertrieb zurück: Als erster Großvertrieb bietet MLP jetzt auch gesetzliche Krankenkassen an - und zwar 5 preisgünstige und stabile Kassen. Außerdem haben viele Versicherungen erst kürzlich ihre Betriebskrankenkassen allgemein geöffnet (so z.B. die Continentale oder die Signal-Iduna).
Es gehört nicht viel Phantasie dazu sich vorzustellen, daß der Versicherungsaußendienst und freie Vertriebe in nächster Zukunft massiv Kunden zum
Wechsel in günstigere Kassen bewegen werden. Krankenkassen dagegen haben keinen aktiven Vertrieb - und wer sich hier nicht schnellsten eine starke Vertriebspartnerschaft sichert, könnte bald unter massiven Mitgliederverlusten leiden!
2. Die Steuerpflicht auf Lebensversicherungen Nun hat eines der widersinnigsten Gesetze der letzten Jahre doch tatsächlich den Bundesrat passiert und tritt zum 1. Januar 2005 in Kraft: Das Alterseinkünftegesetz. Weniger bemerkenswert ist dabei die Tatsache, daß künftig die Gesetzlichen Renten im Alter versteuert und in der Ansparphase (also im Berufsleben) steuerlich absetzbar werden sollen. Nein, das macht angesichts der zunehmenden
Überalterung unserer Gesellschaft absolut Sinn, um dem Staat auch in Zukunft eine kalkulierbare Einnahmebasis zu schaffen. Bar jeder Vernunft ist jedoch, daß die Private Altersvorsorge massiv unattraktiver gemacht wird! Konkret sind damit die künftige Steuerpflicht auf Lebensversicherungen gemeint sowie Verschlechterungen der Betrieblichen Altersvorsorge.
Also, um das zu konkretisieren: Die Gesetzliche Rente bricht immer mehr zusammen - was sogar einzelne Politiker öffentlich einzugestehen beginnen. Gleichzeitig wird den Bürgern die Altersvorsorge immer unattraktiver gemacht - warum soll man noch für das Alter ansparen, wenn ohnehin kaum noch etwas davon bleibt? Über die Sozialabgabepflicht auf Betriebliche Altersvorsorge haben wir bereits berichtet. Nach heutigem Stand müssen mal eben 16% der Auszahlung abgegeben werden (siehe Newsletter vom Januar 2004). Gleichzeitig wird es ab 2005 nicht mehr möglich sein, eine pauschalbesteuerte Gehaltsumwandlung (mit nur 20% Pauschalsteuer statt des normalen Steuersatzes und dann komplett steuerfreien Auszahlungen im Alter) zu vereinbaren. Nur noch im Alter voll zu versteuernde Renten (keine Kapitalauszahlungen mehr!) sind dann möglich - dafür bleiben die Beiträge steuerfrei (bis zu EUR 4.270,- pro Jahr).
Allerdings unterliegen sie trotzdem der Sozialversicherungspflicht. Übrigens: Die Betriebsrenten unterliegen ebenfalls der vollen Sozialversicherung: Nach jetzigem Stand werden 16% von der Rente dafür abgezogen. 16% weniger und dann noch angenommene 33% Steuern - da bleibt gerade mal die Hälfte der ausgezahlten Rente übrig. Und die Sozialversicherung wurde zweimal abgezogen - einmal beim Ansparen und dann nochmal bei der Auszahlung. Hiermit wird sich ganz sicher noch das
Bundesverfassungsgericht beschäftigen müssen! In der Privaten Altersvorsorge dagegen regiert künftig ein für den Verbraucher absolut unübersichtliches Chaos. Wir haben die wichtigsten Änderungen in Kürze und trotz aller redlichen Bemühungen nicht vollkommen emotionslos zusammengefasst: Lebensversicherungen: Bei allen ab 2005 abgeschlossenen Lebensversicherungen sind künftig die Gewinne voll steuerpflichtig. Lediglich wenn der Vertrag mindestens bis Alter 60 Jahre läuft, 12 Jahre bestand und über 5 Jahre Beiträge gezahlt wurden, sind die Gewinne zur Hälfte steuerfrei! Bei einer angenommenen Verzinsung von 5% pro Jahr und einem Steuersatz von 30% würden künftig nur
noch 4,25% beim Kunden ankommen. Wie der Abzug praktisch funktionieren soll, ist noch vollkomen unklar. Riester-Rente: Das bürokratische Monster vom zu Recht in die Wüste geschickten Ex-Arbeitsminister Walter Riester ist ab nächstem Jahr wohl endgültig tot: Alle Versicherungen müssen sogenannte "Unisex-Tarife" anbieten, also
gleiche Leistungen für Frauen und Männer. Da Frauen länger leben als Männer führt diese Gleichmacherei zumindest theoretisch zu höheren Renten für Frauen und niedrigeren Renten für Männer. Das ist für letztere natürlich unattraktiv (die Rente wird ca. 15% niedriger ausfallen), weshalb Männer Tarife ohne Unisex (also auch nicht nach dem Riester-Modell) wählen werden. Somit verbleiben hauptsächlich Frauen in der Riester-Rente - aber ohne Männer gibt es keine höheren Renten. So kann man das
Modell auch zerstören - da helfen auch kleine Bonbons wie der Dauer-Zulagenantrag (nicht jedes Jahr muß erneut die Förderung beantragt werden) nicht mehr weiter! Die Folge dieser neuen Regelung: Die Versicherungen müssen ihre Tarife vollkommen neu kalkulieren. Die Riester-Rente ist aber schon heute ein Ladenhüter bei fast allen Versicherungen und erwirtschaftet nicht mal ansatzweise ihre Kosten. Von daher werden viele Gesellschaften die Umstellung nutzen, um die Riester-Produkte
einzustellen und gar nicht mehr anzubieten. Dazu Dr. Joachim Lemppenau, Chef der VOLKSFÜRSORGE Versicherung: "Der deutsche Gerechtigkeitswahn hat dazu geführt, eine eigentlich gute Sache wie die Riester-Rente so idiotisch zu machen, dass sie niemand mehr versteht und will". Dem ist von uns nichts hinzuzufügen! Rürup-Rente: Sie lesen richtig: Nach dem Flop der Riester-Rente kommt nun die Rürup-Rente - diesmal benannt nach dem Berater der Bundesregierung, Bert Rürup. Für diesen ist die Altersvorsorge zwingend eine Rente - schließlich ist der Bürger ja nicht mündig genug, selbst verantwortlich mit seiner Zukunft umzugehen. Daher hat er eine Rente geschaffen, die an Attraktivität kaum zu unterbieten ist. Stellen Sie sich doch einfach mal ein Produkt vor, - in das Sie monatlich brav Geld einzahlen
- das Sie nicht nutzen können, wenn Sie ganz dringend Geld benötigen (es ist weder auflösbar noch verkäuflich)
- mit dem Sie nicht ein Darlehen z.B. für eine Immobilie tilgen können
- dessen Guthaben Sie für ein Darlehen z.B. für eine Immobilie nicht einmal als Sicherheit nutzen oder verpfänden können
- das im Alter nur als Rente ausgezahlt wird
- bei dem die Rente voll steuerpflichtig ist
- bei dem die Rente (voraussichtlich) voll sozialabgabenpflichtig ist
- das im Todesfall - egal ob im Rentenbezug oder in der
Ansparphase - komplett verloren (!) ist
Würden Sie, lieber Leser, als vernünftig denkender Mensch ein solches Produkt kaufen? Vielleicht noch als überzeugter Single auf Lebenszeit, aber wer möchte das von sich
schon behaupten? Allein der Totalverlust bei Tod ist doch abschreckend, oder? Genau dieses Produkt, die sogenannte "Leibrente" hat Herr Rürup geschaffen. Und damit sie überhaupt jemand möchte, können pro Jahr bis zu EUR 20.000 (!) steuerfrei bleiben, wenn sie in diese Leibrente eingezahlt werden.
Es gehört nicht viel dazu, sich die Zukunftschancen der Rürup-Rente auszurechnen. Aber wie schon Charles de Gaulle sagte: "Die 10 Gebote sind deshalb so klar und verständlich, weil sie ohne Mitwirkung einer Sachverständigenkommission zustande gekommen sind." Welche Chancen für eine sichere Private Altersvorsorge trotz dieser Einschränkungen auch künftig noch bestehen, dazu mehr im nächsten Newsletter. 3. Krankenkassen: Weitere Beitragserhöhungen statt Beitragssenkungen? Die bislang als preiswert bekannten Betriebskrankenkassen (BKKn) sehen schwere Zeiten auf sich zukommen. Leider haben einige in der Vergangenheit besonders günstige Krankenkassen ihre niedrigen Beiträge offenbar auf Pump finanziert. Offiziell durften sie das natürlich nicht, aber das Zauberwort lautet "Kassenverstärkungskredite zur Deckung kurzfristiger
Liquiditätsengpässe" - wenn diese kurzfristigen Verbindlichkeiten einfach nicht zurückgeführt werden, dann kommt es zur Verschuldung. Ärgerlich für solide arbeitende Kassen aus dem BKK-Bereich ist das besonders dann, wenn sie die nun entstehenden Lücken für Wettbewerber schließen müssen. Konkret geht es derzeit um die BKK für Heilberufe, die mit ca.
300 Mio. EUR vollkommen überschuldet ist. Hier gibt es nun zwei Krankenkassen (NOVITAS BKK und CITY BKK), die zu einer Übernahme bereit wären - aber nur dann, wenn die anderen BKKn die Schulden der BKK für Heilberufe übernehmen. Das bedeutet möglicherweise eine heftige Mehrbelastung für alle BKKn - auch wenn gerade erst das Landessozialgericht Hessen per einstweiliger Anordnung verneint hat, daß die BKKn untereinander haften müssen. Doch wohl sicherheitshalber hat das Bundesversicherungsamt einige Krankenkassen ihre Beiträge nicht senken, sondern im Gegenteil erhöhen lassen. Prominente Beispiele sind derzeit z.B. die BKK CONZELMANN(Erhöhung von 12,2% auf 13,2%), die BKK STEINBEIS TEMMING (Erhöhung von 12,9% auf 13,6%) oder die DRÄGER & HANSE BKK/ von 13,5% auf 13,9%) - wobei letztere ca. 38% ihrer Einnahmen an das marode
System zur Subventionierung anderer Kassen abführen muß! Denken Sie, lieber Leser, lieber nicht daran, wie günstig der Beitragssatz ohne diese gesetzlich vorgeschriebene Zwangsabgabe sein könnte! Mit dem BKK-System hat die GMÜNDER ERSATZKASSE (GEK) nichts zu tun. Trotzdem wurde ihr die Beitragssenkung von 13,9% auf 13,5% untersagt. Für die GEK vollkommen
unverständlich, da der Beitragssatz kostendeckend sei und man wie im Reformgesetz gefordert die Einsparungen durch die Gesundheitsreform an die Versicherten weitergeben wolle. Dem steht nun aber das Bundesversicherungsamt entgegen. Die GEK will klagen. Ohnehin scheint es, als sollte die Kommunikation zwischen Gesundheitsministerium und dem ihm
unterstehenden Bundesversicherungsamt verbessert werden. So sagte die Gesundheitsministerin ziemlich zeitgleich mit der Verweigerung der Beitragssatzsenkung, daß es sich an niedrigen Beiträgen erweise, ob eine Kasse gut oder schlecht wirtschafte. "Und dann werden sich die Versicherten entscheiden müssen, wohin sie sich wenden". Tja Frau Schmidt: Würden die Versicherten ja gerne - aber das Ihnen unterstellte BVA steht manchmal dagegen. Ist Ihnen das eigentlich bewußt? Einsparungen bringen soll auch die Fusion der AOK SCHLESWIG-HOLSTEIN und der AOK WESTFALEN, die in genau einem Jahr in Kraft treten soll. Wo die Einsparungen aber entstehen sollen, wenn die beiden Kassen schon jetzt ankündigen, durch die Fusion keine Arbeitsplätze abzubauen, bleibt abzuwarten. Man kündigt aber schon jetzt an, daß der günstigere Beitragssatz von 13,9%
(AOK Westfalen) gelten soll. Übrigens scheinen erste Erfolge der Gesundheitsreform da zu sein: Im ersten Quartal haben die Krankenkassen einen Überschuß von 960 Mio. EUR erwirtschaftet. Angesichts der vielen vorgezogenen Leistungen im IV. Quartal 2003 wird hier aber noch genauer geschaut werden müssen, ob sich die Situation tatsächlich dauerhaft
entspannt. Schließlich wurde in 2003 insgesamt ein Defizit von 3,4 Mrd. (!) EUR erwirtschaftet (und nicht nur 2,9 Mrd. EUR, wie noch im März behauptet). Auf der anderen Seite zahlen die Gesetzlichen Krankenkassen derzeit ca. 500 Mio. EUR allein an Zinsen (!) für ihre Schulden. Ein schneller Abbau der Schulden von insgesamt ca. 6 Mrd. (!) EUR wäre da
vielleicht wirklich sinnvoll. 4. Initiative zur Abschaffung der Privaten Krankenversicherung Einen tatsächlich ernstgemeinten Versuch unternimmt SPD-Chef Franz Müntefering zusammen
mit dem linken Flügel der Partei, der diesem wohl die Zustimmung zu einigen Reformen versüßen soll: Die vollständige Abschaffung der Privaten Krankenversicherung und die Zwangsversicherung ALLER Bürger in der Gesetzlichen Krankenkasse (der sogenannten "Bürgerversicherung"). Nun ist ein System, das schon mit 92% der Bevölkerung marode ist, auch
mit 100% der Bevölkerung nicht zu retten. Wobei in den 8% auch viele dann keinen Beitrag zahlende Familienmitglieder sowie geringverdienende Selbständige sind. Eine Beitragssatz-Senkung von maximal 0,3% scheint dadurch realistisch. Für diesen Vorteil aber eine Einheitskasse wie den dramatisch schlechten NHS in England zu schaffen, wäre sicherlich fatal, passt aber genau zur Kurzsichtigkeit und Verantwortungslosigkeit einiger Dogmatiker und selbsternannter "Verbraucherschützer" -
vernünftige Köpfe wie z.B. Wirtschaftsminister Clement warnen vor der Einführung dieser Pläne. Leider ist auch der grüne Koalitionspartner auf diesen Kurs eingeschwenkt. In der Financial Times Deutschland verstieg sich im Juni Grünen-Chef Reinhard Bütikofer in völlig falsche Behauptungen, die der Autor dieser Zeilen in einem veröffentlichten Leserbrief
eindeutig widerlegen konnte. Alle, die ein solches System auch für sinnvoll halten, seien vor den derzeitigen Plänen gewarnt: - Es sollen nach dem Modell der SPD künftig nicht nur
die Arbeitseinkommen mit Sozialabgaben belegt werden, sondern auch Miete und Kapitaleinkünfte (Zinsen etc.).
- Dafür soll es zwei Beitragsbemessungsgrenzen geben, eine für Lohn und Gehalt, eine für Vermögenseinkommen.
- Allein für Arbeitseinkommen sollen bis zu EUR 5.100,- pro Monat volle Beiträge gezahlt werden (derzeit bis ca. 3.900 pro Monat)
- Wer über ein reguläres Einkommen verfügt und daneben über ein großes Vermögen oder Mieteinkünfte, muß mit einer Verdoppelung (!) seiner Kassenbeiträge rechnen. Statt derzeit ca. EUR 500,- pro Monat (vor
Arbeitgeberzuschuß) wären das dann bis zu EUR 1.000,- (!) oder mehr monatlich nur für die Krankenversicherung.
- Um der geringverdienenden Wählerklientel das schmackhaft zu machen, soll ein Freibetrag eingeführt werden.
Natürlich bekämpfen die privaten Krankenversicherungen diese Idee und haben nun sogar selbst weitgehende Modelle zur Koexistenz und zur Aufnahme schwer Kranker gemacht. Auch bleibt abzuwarten, ob das Gesetz noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden kann und ob der unionsdominierte Bundesrat zustimmen muß. Wer angesichts
dieser Zukunftsaussichten nachdenklich wird, sollte einen Wechsel in die Private Krankenversicherung nun dringend überdenken (soweit es ihm möglich ist). Denn wer einmal drin ist, denn kann die Politik nicht einfach zwangsversichern in der leistungsschwachen Einheitskasse. Wer also rechtzeitig privat versichert ist, könnte damit die beste Zukunftsentscheidung getroffen haben und ist nicht mehr von staatlicher Willkür abhängig. Zu den Vor- und Nachteilen der Privaten Krankenversicherung und einem individuellen Angebot empfehlen wir unseren Service unter http://www.KV-Infos.de .
5. Gesetzliche Rentenversicherung zahlungsunfähig? Was wir schon seit längerer Zeit prognostizieren, nämlich die bevorstehende Zahlungsunfähigkeit der Gesetzlichen Rentenversicherung, scheint noch
dieses Jahr einzutreten. So sind die Einnahmen derzeit so niedrig, daß sie nicht für die benötigten Auszahlungen reichen. Laut Alexander Gunkel, Chef der Rentenversicherungsträger, könnte es schon im August oder September diesen Jahres soweit sein. Von Januar bis Mai nahmen die Rentenversicherungen tatsächlich bereits 0,7% weniger (!) Beiträge ein als im Jahr zuvor. Zuvor berechnet worden war ein Plus von 0,6%! Natürlich wäre es politischer Selbstmord jeder Regierung, wenn die Renten an 20 Millionen Rentner nicht pünktlich gezahlt würden. Daher wird es eine zusätzliche "Liquiditätshilfe" vom Bund geben, die die Zahlungsfähigkeit der Rentenkassen sicherstellen wird. Angesichts des blutroten Haushalts von Finanzminister Hans Eichel kann die Regierung das aber nun wirklich nicht gebrauchen. Auf der anderen Seite war diese Entwicklung trotz immer gleichlautender gegenteiliger Versicherungen der beteiligten Akteure absehbar: So wurde die sogenannte "Schwankungsreserve" (also die Sicherheitsrücklage) von 9 Monatsausgaben in den 70er Jahren auf eine halbe bis schließlich auf 0,2 Monatsausgaben im Herbst letzten Jahres gesenkt, um den Beitragssatz
stabil zu halten. Letzter Hoffnungsträger vor diesem zusätzlichen Zuschußgeschäft des Bundes neben dessen ohnehin anfallenden Bundeszuschüssen zur Rentenkasse von ca. 78 Mrd. EUR pro Jahr: Der Verkauf der Wohnungsbaugesellschaft "Gagfah", die den Rentenversicherungen gehört und die mehr als 2 Mrd. EUR erbringen soll. Wohlgemerkt: Einmalig und
nicht wiederkehrend bei einem Etat der Rentenkassen von 200 Mrd. EUR pro Jahr! Gleichzeitig wird der Umbau der Rentenversicherung in Angriff genommen. Ab Januar wird es keine "BfA", "LVA", "Seekasse", "Knappschaft" usw. mehr geben. Alle werden zusammengefasst unter dem Namen "Deutsche Rentenversicherung".
Ziel ist die Senkung der Verwaltungskosten um 10%, das sind 350 Mio. EUR im Jahr. Ein kleines Rechenexempel am Rande: Wenn der Etat 200 Mrd. EUR im Jahr beträgt und eine 10%ige Senkung der Kosten 350 Mio. EUR pro Jahr sind, dann beträgt der Verwaltungskostenaufwand derzeit 3,5 Mrd. EUR pro Jahr (!), was 1,75% entspricht. Prozentual vertretbar, von der Gesamthöhe her gigantisch! Konterkariert wird diese Anstrengung zur Kostensenkung durch eine massive Erhöhung der Vergütung des Vorsitzenden. So soll der Chef der neuen vereinigten Rentenversicherung EUR 2.100 pro Monat mehr bekommen (plus ca. 24%), was dann zu einem Monatsgehalt von EUR 10.980,45 führt. Aber angesichts der Gesamtausgaben für Verwaltung noch nicht einmal ein Tropfen!! 6. Geschlossene Fonds - Chance und Risiko Geschlossene Fonds gibt es in allen möglichen Formen. Die gängigsten sind - deutsche Immobilienfonds
- ausländische Immobilienfonds
- Schiff-Fonds
- Flugzeug-Fonds
- Windkraft-Fonds
- Medien-Fonds (Filmproduktionen)
- Fonds für gebrauchte Lebensversicherungen
- Containerleasing-Fonds
- Weinfonds und vieles mehr
Nachdem diese Produktlinie immer unübersichtlicher wird, können wir Ihnen nun einen der größten Marktplätze für diese Fonds mit wirklich tiefgehenden Informationen auf unserer Website zugänglich machen. Zu den meisten (seriösen) Angeboten auf dem Deutschen Markt sind umfangreiche Details zu den Investitionsobjekten, den steuerlichen Rahmendaten, Chancen und Risiken enthalten: http://www.fonds-angebote.de. Eine kostenfreie Registrierung reicht und schon haben Sie Zugriff auf alle relevanten
Informationen. Besonders attraktiv übrigens für Steuerberater (wir wissen, viele lesen diesen Newsletter), die so bei Fragen ihrer Mandanten fundierte Antworten geben können. Obwohl: In diesem Zusammenhang ein Hinweis für Steuerberater, die ihren Mandaten Ratschläge in Bezug auf Kapitalanlagen jeder Art geben: Das Landgericht Coburg hat festgestellt (Az.
23 O 696/00), daß ein Steuerberater bei einer Empfehlung nicht nur deren steuerliche Konsequenzen zu prüfen, sondern auch die wirtschaftlichen Chancen und Risiken zu analysieren habe! Wer sich also als Steuerberater auf seine Kernkompetenzen konzentrieren möchte, dem stehen wir hier gerne als Kooperationspartner zur Verfügung. Damit ist sichergestellt, daß Sie hier in keine Vermittlungshaftung kommen! In diese ist nämlich leicht zu rutschen. Nicht nur, wenn der Fall recht offensichtlich
ist wie bei obigem Urteil; da saß der Anbieter nämlich auf den Virgin Islands. Nein, auch bei anderen Modellen ist oft keine wirtschaftliche Tragfähigkeit gegeben - auch wenn das im Voraus kaum abschätzbar ist. Die Zeitschrift EURO hat in ihrer Mai-Ausgabe die Ergebnisse der deutschen Medien-Fonds analysiert. Das Ergebnis war ernüchternd: Von 48 analysierten Fonds haben - nur 8 mehr als 55% des Nominalkapitals an den Anleger zurück ausgeschüttet (davon sind allein 7 Fonds vom Anbieter "Victory", von dem insgesamt 22 Fonds analysiert wurden) - sogar 20 Fonds weniger als 15% des Nominalkapitals an den Anleger zurück ausgeschüttet
(davon 4 Fonds des Anbieters "Victory"). Interessant ist auch, daß die Fonds mit positivem Ergebnis fast komplett aus den Jahren 1993 bis 1996 stammen, nur einer ist aus 1997. Diese Produktlinie
scheint sich somit - wenn überhaupt - nur über die Steuervorteile zu rechnen. Aber unternehmerische Beteiligungen haben eben ihr Risiko, was manche Anleger leider erst etwas spät zur Kenntnis genommen haben. 7. Und dann war da noch... der große Test der deutschen Finanzämter durch das Wirtschaftsmagazin CAPITAL. 572 Amtsstuben wurden auf Kompetenz und Kundenservice getestet. Das Ergebnis: Dramatisch! Die Qualität schwankt erheblich von Finanzamt zu Finanzamt. Der Chefredakteur von CAPITAL wörtlich: "Das Prinzip Zufall entscheidet, was netto vom Einkommen übrig bleibt." Der Grund dafür: Die Steuergesetze sind derart kompliziert geworden, daß oft selbst Fachleute sie nicht mal mehr ansatzweise durchschauen. Das zeigt sich an der Fehlerquote: Nur jedes 20. Finanzamt (!) lieferte nach Ansicht der Berater einwandfreie Steuerbescheide. Gut ein Fünftel aller Ämter soll nach dieser Studie Fehlerquoten von 20 Prozent und mehr haben. In diesem Sinne: Rein statistisch gesehen lohnt sich ein Widerspruch gegen den Steuerbescheid immer. Wenn Sie nicht wissen warum - Ihr Finanzamt weiß es noch weniger und vielleicht findet es ja seinen eigenen Fehler! nach oben |