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Aktuell im IV. Quartal 2005

30.12.2005Änderungen zum Januar 2006

Traditionell zum Jahreswechsel die Übersicht der zum 1. Januar 2006 in Kraft tretenden Änderungen:

- Ersatzloser Wegfall der Eigenheimzulage für Neuanträge
- Streichung der Steuerfreiheit für Abfindungen und Übergangsgelder
- Keine steuerfreien Geschenke des Arbeitgebers bei Eheschließungen oder Geburt eines Kindes mehr möglich
- Selbständige und Freiberufler können künftig nicht mehr einfach die pauschale 1%-Regel zur Versteuerung eines Dienstwagens in Anspruch nehmen sondern müssen zusätzlich nachweisen, daß sie das Fahrzeug zu mehr als 50% geschäftlich nutzen (Fahrtenbuch). Arbeitnehmer mit Dienstwagen bleiben davon unbetroffen!
- Besteuerung von Wohnmobilen über 2,8 Tonnen künftig wie PKW (also viel höher, aber über 5 Jahre ansteigend)
- Ab Mai 2006 Strafen für Verkehrsbehinderung durch die Benutzung von Sommerreifen im Winter!
- Wenn ein Unternehmen künftig eine Gebäudereinigung beschäftigt, muß es selbst die zu zahlende Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) an den Fiskus abführen! Normalerweise muß das ja der Geldempfänger tun, aber da es hier angeblich extrem viel Mißbrauch gab, hat man nun auf einmal das komplette Verpflichtungssystem geändert!
- Wer Tankbelege an Dritte verkauft, die diese von der Steuer absetzen können, muß künftig mit einer Strafe von bis zu EUR 5.000,- rechnen
29.12.2005Umtauschaktion für „grundbesitz-global“

Über die Schließung des Offenen Immobilienfonds „grundbesitz-invest“ der Deutschen Bank haben wir bereits ausführlich berichtet. Wer dort investiert ist, muß bis Ende Februar 2006 warten, da erst dann der Handel mit dem Fonds wieder aufgenommen werden soll. Die Deutsche Bank will bis dahin die Immobilien neu bewertet haben.
Das bedeutet natürlich das Risiko von deutlich niedrigeren Fondswerten. Was genau kommt, wissen wir heute nicht.

Interessant ist aber, daß die Deutsche Bank bzw. ihre Tochter Deutsche Bank Real Estate Investment GmbH noch einen zweiten offenen Immobilienfonds betreibt, den „grundbesitz-global“.
Angesichts des sehr kurzsichtigen Vorgehens in Form der Aussetzung des „grundbesitz-invest“ vom Handel ist natürlich ein enormer Vertrauensverlust bei den Anlegern auch des „grundbesitz-global“ entstanden. Denn wer weiß, ob nicht auch hier falsche Bewertungen vorliegen und ob eventuell auch dieser Fonds in Kürze vom Handel ausgesetzt wird?
Die darin investierten Anleger wären genauso gefangen wie die Anleger im „grundbesitz-invest“ und könnten nicht mehr über ihr Vermögen verfügen.

Einige Gerüchte in Branchenkreisen sagen genau dies voraus, da die Deutsche Bank angeblich kein Interesse mehr an dieser Produktlinie habe und sie daher aufgeben wolle. Deshalb sei ihr auch ihr imageschädigendes Verhalten egal.

Wir haben uns entschlossen, hier aus diesem aktuellen Anlaß eine Sonderaktion zu starten. Allen Anlegern des „grundbesitz-global“ (und nach seiner Wiederöffnung auch des „grundbesitz-invest“) bieten wir an, ihre Anteile OHNE AUSGABEAUFSCHLÄGE in andere Investmentfonds zu tauschen. Das können nahezu beliebige Aktien- oder Rentenfonds sein oder auch andere Immobilienfonds – sofern Sie in der gleichen Anlageklasse investiert bleiben wollen. In Frage kommen z.B.
- AXA Immoselect
- CS Euroreal
- SEB Immoinvest (jedoch mit 0,5% Ausgabeaufschlag)

Als Besonderheit gilt die sonst bei uns für diese Konditionen verbindliche Mindestanlagesumme von EUR 15.000,- nicht! Schon ab EUR 1.000,- Depotwert ist ein Wechsel möglich (Depotführung in Deutschland).

Mehr Informationen finden Sie auf unserem Fondsportal http://www.aktienfonds.com/ - oder Sie rufen Sie uns einfach an unter 0800-4636239.
28.12.2005Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ignoriert erneut Realitäten

Gerade haben einige Krankenkassen zum Teil deutliche Beitragserhöhungen angekündigt, von denen ca. 4 Mio. Versicherte betroffen sind. Im schlimmsten Fall steigt bei einer norddeutschen AOK der Beitragssatz von 13,6% auf stattliche 14,4%. Nur zum Vergleich: Die günstigsten Kassen liegen bei knapp über 12% Beitragssatz.
Nachdem Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt den Bürgern ihre drastischen Einschnitte ins Gesundheitswesen als Notwendigkeit für sinkende Beitragssätze verkauft hat (nachdem die zuvor vollmundig angekündigten Beitragssenkungen schon nicht eingetreten waren), zeigen diese nun erneuten Erhöhungen deutlich das Problem der Gesetzlichen Krankenversicherung, nämlich ganz dringend echten Reformbedarf.

Reflexartig kam wieder die Forderung, die ca. 8% privat Versicherten ebenfalls in das marode gesetzliche System zu zwingen. Dezent übersehen wird dabei, daß ca. 3% der Deutschen zwar privat versichert sind, in der Gesetzlichen Krankenkasse aber beitragsfrei mitversichert wären. Insgesamt dürfte das also ein Nullsummenspiel sein – allerdings würde der die Kassen stark disziplinierende Wettbewerb de facto abgeschafft und wir hätten auch hier die Planwirtschaft. Ist vielleicht genau das das Ziel von Frau Schmidt?

Wie anders ist es zu erklären, daß sie nun Fusionen von Gesetzlichen Krankenkassen „erzwingen“ will, da ihrer maßgeblichen Meinung nach 30 bis 50 Kassen ausreichen? Die vordergründige Erklärung: Die hohen Vorstandsgehälter bei vielen Kassen treiben die Kosten.

Da wir Frau Schmidt alles zugestehen, ihrer Fachkompetenz für ihren Job aber zu einem gewissen Grad bezweifeln, haben wir hier mal nachgeforscht. Die Ergebnisse sind faszinierend: Gerade kleine Kassen haben je Versichertem (also nicht je zahlendem Mitglied sondern je leistungsberechtiger Person!) deutlich niedrigere Verwaltungskosten als viele Großkassen.

Detaillierte Angaben finden Sie unter Kostentransparenz auf unserer Website http://www.gesetzlichekrankenkassen.de/.

Hier die Durschnittswerte der jeweiligen Kassenarten:

AOK: 17 Kassen
Anzahl Versicherte: ca. 23,4 Mio.
Verwaltungskosten je Versichertem: ca. EUR 123,-
Beitragssatz: 13,43%

BKKn (Betriebskrankenkassen): 206 Kassen
Anzahl Versicherte: ca. 14,5 Mio.
Verwaltungskosten je Versichertem: ca. EUR 82,-
Beitragssatz: 12,97%

Ersatzkassen (z.B. BARMER, DAK, Techniker): 10 Kassen
Anzahl Versicherte: ca. 25,3 Mio.
Verwaltungskosten je Versichertem: ca. EUR 128,-
Beitragssatz: 13,39%

IKKn(Innungskrankenkassen): 18 Kassen
Anzahl Versicherte: ca. 4,7 Mio.
Verwaltungskosten je Versichertem: ca. EUR 112,-
Beitragssatz: 12,98%

Alle Gesetzlichen Krankenkassen zusammen:
Anzahl Versicherte: ca. 70,5 Mio.
Verwaltungskosten je Versichertem: ca. EUR 114,-
Beitragssatz: 13,25%

Quelle: BMGS und eigene Recherchen

Es zeigt sich ganz deutlich: Tendenziell haben gerade kleinere Krankenkassen günstigere Verwaltungskosten – trotz der Vorstandsposten!
Da besonders die kleineren Krankenkassen offensichtlich kostengünstig und oft wohl auch innovativ wirtschaften, scheint gerade die Vielzahl von Krankenkassen den Wettbewerb zu beflügeln und Kosten zu senken!
Es läßt sich also keineswegs ableiten, daß weniger Krankenkassen und dafür größere Einheiten zu sinkenden Kosten führen - genau das Gegenteil scheint der Fall zu sein: Mehr Wettbewerb unter den Krankenkassen führt zu geringeren Kosten und damit sinkenden Beitragssätzen. Und auch kleine und kleinste Kassen können hier hervorragend mithalten!

Aber das sind ja Realitäten – und von denen möchte sich Frau Schmidt in ihren Dogmen vielleicht ja nicht beirren lassen.
Übrigens: Nähere Informationen zu diesem Thema und den aktuellen Beitragssätzen der Gesetzlichen Krankenkassen finden Sie unter http://www.gesetzlichekrankenkassen.de/.
28.12.2005Rückabwicklungen von Steuersparfonds beginnen

Wie bereits berichtet hat der Gesetzgeber die Steuersparfonds rückwirkend zum 11.11.2005 abgeschafft. Das heißt, Anleger die nach dem 10.11.2005 einem solchen Fonds beigetreten sind, erhalten keine Steuervorteile mehr.
Das führt wie auch von uns empfohlen dazu, daß die Beitritte widerrufen werden und die Beteiligung hinfällig ist.

Eine derartige „Massenflucht“ führt aber auch dazu, daß die entsprechenden Fonds bis zum 10.11.2005 nicht genügend Mittel eingesammelt haben, um wie prospektiert investieren zu können. Das macht sie sinnlos, und die ersten Anbieter beginnen nun konsequent mit der Rückabwicklung der Fonds – so z.B. DR. PETERS mit seinem Fonds Nr. 114 „Vermögenswert 1“ oder ALCAS mit ihrem Fonds Nr. 171 „Melda Filmproduktionen Projekt 1“.
Das heißt konkret, auch die vor dem 11.11.2005 beigetretenen Anleger werden so gestellt als hätten sie sich nie beteiligt. Ein finanzieller Nachteil in direkter Linie ist ihnen damit nicht entstanden – sie bekommen die volle eingezahlte Summe incl. Ausgabeaufschlag zurück.

In zweiter Linie aber haben sie nun einen massiven Nachteil: Ihre Beitritte sind vor dem 11.11.2005 erfolgt, als noch die alten gesetzlichen Regelungen galten. Im Grunde haben sie also ein Recht auf Erhalt der Steuervorteile. Doch da der Fonds an sich rückabgewickelt wird, entfallen auch für diese Anleger die schon sicher geglaubten Steuervorteile. Hätten sie einen anderen Fonds gewählt, der dann auch rechtzeitig platziert worden wäre, dann würde dieses Problem nicht existieren.

Aber im „Steuersparwahn“ wurden auch diesmal wieder in vielen Fällen ohne Sinn und Verstand Anlagen gezeichnet, ohne sich der vielen Risiken und Fallstricke bewußt zu sein. Und gewisse Dinge waren absehbar, wenn man z.B. Platzierungsquoten erfragt oder nachgeprüft hätte, ab welcher Beteiligung ein Fonds überlebensfähig ist.
23.12.2005Auch Versicherungskunden von grundbesitz-invest-Skandal betroffen

Über die Schließung des „grundbesitz-invest“ der Deutschen Bank haben wir ja bereits ausführlich berichtet. Hier hat die Deutsche Bank ihren offenen Immobilienfonds bis Februar 2006 vom Handel ausgesetzt, um eine Neubewertung der Objekte vornehmen zu können – massive Wertberichtigungen sind hier zu erwarten.
Nun zeigt ein Bericht des „map-report“, daß wohl auch tausende Versicherungskunden von dieser Schließung und wahrscheinlichen Wertberichtigungen betroffen sind. Acht große Versicherungsunternehmen haben den „grundbesitz-invest“ in ihren Fondspolicen angeboten und sind insgesamt mit mehr als 120 Mio. EUR in diesem Fonds investiert.
Den Löwenanteil haben der traditionell mit der Deutschen Bank eng verbundene DEUTSCHE HEROLD mit ca. 59 Mio. EUR und die AACHEN-MÜNCHENER mit ca. 51,5 Mio. EUR Anlegergeldern in diesem Fonds.

Es bleibt abzuwarten, wieviel die Anteile nach der Wiederaufnahme des Handels im Februar/März 2006 noch wert sind. Hierzu Manfred Poweleit als Herausgeber des „map-report“: „Schon erstaunlich: Von Kennern des gewerblichen Immobilienmarktes werden Wertverluste der vergangenen Jahre auf 15% und mehr geschätzt. Die offenen Immobilienfonds hingegen wollen in dieser Zeit 11% bis 38% Wertzuwachs erzielt haben...“.
22.12.2005EURO-Gruppe pleite

Eine böse Weihnachtsüberraschung gibt es für Anleger, die in die sogenannte "EURO-Gruppe", eine Würzburger Immobilienverwaltungsgesellschaft investiert haben.
Beim Amtsgericht Würzburg hat die Gruppe nun Insolvenz angemeldet - und zwar für alle (!) Tochterfirmen der Gruppe. Betroffen sind nun rund 40.000 Anleger, die insgesamt einen dreistelligen Millionenbetrag investiert haben.

Besonders ärgerlich werden dürfte es für all jene, die einen Ratensparvertrag abgeschlossen haben. Denn nicht nur, daß das bisher eingezahlte Geld vollkommen verloren sein dürfte. Nein, es ist zu erwarten, daß der Insolvenzverwalter die noch ausstehenden künftigen Raten gemäß Sparvertrag auch noch einfordern wird!
Für die Anleger bedeutet das, dem ohnehin verlorenen Geld auch noch weiteres hinterherwerfen zu müssen!

Es hat sich bereits eine Arbeitsgemeinschaft von Anlegeranwälten gegründet, die hier vorrangig gegen die Vermittler der Anlagen vorgehen will. Unter ARGE Eurogruppe sind die Anwälte zu finden, die auch in den Fällen PHOENIX und AMIS aktiv sind. Auf diesen Webseiten finden sich auch ausführliche Zusatzinformationen.
16.12.2005Steuersparfonds aus und vorbei

Erwartungsgemäß hat die neue schwarz-rote Bundesregierung das Aus für Steuersparfonds beschlossen. Damit können nun Verluste nur noch innerhalb des Fonds verrechnet werden.
Das Ganze bedeutet auch eine - vorhersehbare - Enttäuschung für all jene, die gehofft haben, die Regierung würde es sich doch nochmal anders überlegen. Wir hatten schon in unserem Sonder-Newsletter vom 11.11.2005 davor gewarnt und geraten, die Widerspruchsrechte auszuüben.

Übrigens scheint es auch für vor dem 11.11.2005 beigetretene Anleger Ärger zu geben - besonders bei den stark steuersparenden Filmfonds. Allein drei Anbieter bekommen möglicherweise massive Probleme, da ihnen die Aberkennung von Steuervorteilen durch Werbung damit (verboten lt. §2b EStG) droht - so zumindest der Fondsanalyst Stefan Loipfinger. Betroffen sein sollen
- ALCAS mit ihrem Medienfonds 171, der nun rückabgewickelt werden soll
- LHI, die durch Vertragsänderungen ihren Anlegern eine Rückabwicklung ihres Fonds noch bis Mitte 2006 ermöglichen wollen
- LIGHTHOUSE, das den den Anlegern ein Sonderkündigungsrecht einräumen will.

Allerdings gefährden gerade solche Ausstiegsklauseln wiederum die Anerkennung von Steuervorteilen! Bestes Beispiel dafür ist der
- HANNOVER LEASING Moratim II,
dem das Finanzamt die Absetzung streichen will - eben wegen der umfangreichen Rücktrittsmöglichkeiten.

Es bleibt also festzuhalten: Eine Zitterpartie par excellence - und selbst wenn die Steuervorteile anerksnnt werden sollten bleibt die Unsicherheit, ob die Filme überhaupt das investierte Geld wieder einspielen. Genau das haben bislang nämlich die Wenigsten überhaupt geschafft!
Aber Steuersparen um jeden Preis war ja schon immer eine bundesdeutsche "Tugend".....
13.12.2005Deutsche Bank Immobilienfonds - Rücknahme eingestellt

Wir haben über die Probleme des offenen Immobilienfonds "Grundbesitz Invest" der Deutschen Bank berichtet. Heute nun kam der Hammer: Der Fonds wird zunächst vom Handel ausgesetzt!
Das bedeutet: Kkein Anleger kann seine Anteile derzeit verkaufen.

Dies soll sich erst im Februar 2006 wieder ändern. Bis dahin will die Deutsche Bank sämtliche Immobilien ihres Fonds neu bewertet haben, so daß wieder ein "realistischer" Kurs möglich ist. De facto wird dies wohl für die Anleger deutliche Kursverluste aufgrund der sicherlich notwendigen Wertberichtigungen bedeuten.

Die DEKA und auch die HypoVereinsbank haben bei ihren Problemfonds wenigstens kundenfreundlich reagiert und durch eigenes Eintreten Liquidität sichergestellt. Dadurch waren die Anteile weiter handelbar - und Anleger konnten aussteigen.
Der Deutsche Bank scheinen ihre Privatkunden dagegen egal zu sein - und auch einen massiven Reputationsverlust scheint das Ackermann´sche Institut in guter alter Peanuts-Tradition nicht zu fürchten. Jedenfalls haben Anleger zunächst einmal Pech gehabt - vor allem diejenigen, die noch vor wenigen Tagen ein vermeintlich sicheres und liquides Produkt über den Bankschalter der größten deutschen Bank gekauft haben. Der Autor erinnert sich hier an einen alten Werbespruch der Deutschen Bank in leichter Abwandlung: "Vertrauen ist der Anfang... vom Ende!"

Nun stellt sich aber auch die berechtigte Frage, ob die Einstellung vom Handel so rechtens ist. Laut der Ratingagentur SCOPE ja: Die DB Real Estate Investment GmbH als Fondsgesellschaft des "grundbesitz invest" hat die Regelung des §37 Investmentgesetz (InvG) genutzt. Dieser Paragraph erlaubt die Aussetzung der Rücknahme von Fondsanteilen, wenn die Kapitalanlagegesellschaft erkennt, daß außergewöhnliche Umstände vorliegen, die eine Aussetzung unter Berücksichtigung der Interessen der Anleger erforderlich erscheinen lassen. Eine Aussetzung der Anteilsrücknahme ist laut §12 Nr. 5 der Allgemeinen Vertragsbedingungen des grundbesitz-invest für maximal zwei Jahre möglich.
12.12.2005Scheingewinne sind steuerpflichtig

Ein Artikel in der neuen "kapital-markt intern" läßt wieder einmal das Blut in Wallung geraten und den Glauben an einen Rechts-Steuerstaat noch tiefer sinken: Auch Scheingewinne sind zu versteuern.
Konkret hat das oberste deutsche Steuergericht, der Bundesfinanzhof, entschieden (Az. VIII R 81/03), daß Scheingewinne aus betrügerischen Devisentermingeschäften voll steuerpflichtig sind.

Also müssen wir das so sehen: Jemand investiert sein Geld in einer betrügerischen Anlage. Damit er es nicht gleich merkt, werden ihm vom Anbieter auf dem Papier Scheingewinne ausgewiesen (man denke nur ganz aktuell an den Fall PHOENIX). Der Anleger denkt, er macht gute Gewinne und läßt das Geld beim Betrüger stehen. Dann platzt die Bombe und die ganze Anlage stellt sich als Betrug heraus.
Nicht nur, daß das eingezahlte Geld weg ist - nein, viel schlimmer: Auf die betrügerisch als vermeintlichen Gewinn dargestellten Beträge müssen nun auch noch Steuern gezahlt werden!

Also: Alles ist weg und dann müssen auf einen rein fiktiven Teil auch noch zusätzlich Steuern gezahlt werden! Denk ich an den deutschen Steuer-Rechtsstaat in der Nacht... wandere ich doch besser gleich aus.
12.12.2005Offener Immobilienfonds 2 mit Problemen: Deutsche Bank

Schrieben wir vor drei Tagen noch über die Schwierigkeiten des DEKA-Immobilienfonds, so zeigen sich nun bei einem weiteren Anbieter massive Probleme: Der "Grundbesitz Invest" der Deutsche Bank Tochter "DB Real Estate" ist nun ebenfalls in Schieflage geraten. Laut Financial Times Deutschland drohen Abschreibungen in dreistelliger Millionenhöhe.
Im laufenden Jahr wurden bereits 915 Mio. EUR aus diesem Fonds abgezogen, nachdem es im Vorjahr sogar 1,5 Mrd. EUR waren. Da Immobilien nicht schnell genug zu verkaufen sind, haben die Offenen Immobilienfonds ernsthafte Liquiditätsprobleme oder müssen unter Preis verkaufen. Sicherheitshalber erfolgt deshalb eine Neubewertung der Immobilien - denn offensichtlich sind die in den Büchern vermerkten Werte am Markt eben nicht erzielbar. Daher die oben genannten Abschreibungen.

Konsequenz: Die Ausgabe neuer Anteile an diesem Fonds wird mit sofortiger Wirkung eingestellt. Aber welcher vernünftig denkende Anleger würde sich hieran auch in dieser Situation beteiligen?
09.12.2005Offener Immobilienfonds 1 mit Problemen: DEKA

Über den Problemfonds der DEKA, dem Fondsanbieter der Sparkassen, haben wir bereits intensiv berichtet. Nun zeigen sich weitere Probleme für einen der größten Offenen Immobilienfonds Deutschlands: Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland muß die Sparkassenorganisation weitere 60 Mio. EUR in bar zuschießen, um eine versprochene Rendite auf Sparbuchniveau von 2,0% für das Jahr 2005 überhaupt darstellen zu können. Der Fonds selbst schaffte nur 0,9% - der Rest kam über die Zuschüsse.
Weiterhin sollen 50 Gebäude im Wert von 1,2 Mrd. EUR verkauft werden, um dem Fonds wieder Spielraum zu verschaffen - vor allem, um die vielen verkaufswilligen Anleger auszuzahlen. Denn der Mittelabfluß ist gigantisch: Bereits im letzten Jahr wurden Objekte im Wert von 1,4 Mrd. EUR verkauft und der einstmals 9 Mrd. EUR schwere Fonds soll nun auf ca. 3 Mrd. EUR schrumpfen.
Wie war das? "Wenns ums Geld geht - Sparkasse!"
08.12.2005Tatsächlich Gesetzliche Rente auf Punp

Wir haben in unseren Newslettern immer wieder darüber geschrieben und nun wird es traurige Realität: Die Kassen der Gesetzlichen Rentenversicherung sind so leer, daß die Rente nicht mehr bezahlt werden kann!
Nun ist es natürlich nicht hinnehmbar, daß Millionen Rentner in Deutschland kein Geld bekommen. Deshalb springt der Bund mit einem Kredit über 900 Mio. EUR ein. Das Geld wurde bereits Anfang Dezember 2005 vom Bund an die Rentenkassen überwiesen, um eine pünktliche Auszahlung der Renten zum Dezember sicherstellen zu können.
Um es also mal ganz deutlich zu sagen: Die Rentenkassen sind pleite!

Wer davor in der Vergangenheit die Augen verschlossen hat und darauf vertraute, denn "eins ist sicher: Die Rente" (der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm mit der großen "Rentenlüge"), der sollte spätestens jetzt mal ernsthaft über eine ausreichende private Altersvorsorge nachdenken. Denn angesichts dieser Probleme kann wohl in den nächsten 10-20 Jahren kaum von einer sicheren Rente die Rede sein.

So langsam dämmert es auch den Sozialromantikern der Großen Koalition, daß ihr Zwangs-Rentensystem nicht wirklich finanzierbar ist. Dringend notwendig wären Beitragserhöhungen. Diese aber würden zu steigenden Lohn-Nebenkosten und geringerer Kaufkraft führen - beides Effekte, die gerade in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation vollkommen unerwünscht sind!
Was bleibt also? Offensichtlich nur staatlicher Dirigismus. Laut Koalitonsvertrag soll der Beitrag ab 2007 auf gerade mal 19,9% steigen und 2020 die 20% bzw. bis 2030 die 22 Prozent nicht übersteigen. Angesichts der Realitäten mal wieder vollkommen utopisch - denn gleichzeitig soll das Rentenniveau nicht unter 46% des durchschnittlichen Nettoeinkommens fallen.
Also wieder einmal die Quadratur des Kreises, die mangels Mut zu einschneidenden Änderungen kaum ernsthaft angegangen wird und eine Dauerbaustelle in dramatischem Zustand hinterläßt.
07.12.2005Verlieren Medienfonds rückwirkend Steuervorteile?

Die Finanzverwaltung überlegt derzeit, auch den vor dem 10.11.2005 gezeichneten Medienfonds rückwirkend die steuerlichen Verluste zu streichen! Begründung: Es wurde in der Schlußphase mit den Steuervorteilen geworden. Das führt gemäß §2b EStG zu einer rückwirkenden Aberkennung der Steuervorteile.
Es bleibt also abzuwarten, ob man hier in einer Art "Amoklauf" versucht, den Anlegern ihre Anlage unattraktiv zu machen.
07.12.2005Sinnvoll oder Werbegag?

Diese Frage stellt sich angesichts des folgenden Angebotes der R+V Lebensversicherung: Für ihre Riester-Rente bietet die Versicherung gegen einen Zusatzbeitrag von EUR 3,50 die Übernahme der zu zahlenden Beiträge für 12 Monate im Falle der Arbeitslosigkeit - allerdings nur, wenn die Arbeitslosigkeit in den ersten zwei Jahren nach Abschluß des Vertrages eintritt.

Klingt erstmal gut. Doch wie hoch ist der zu zahlende Beitrag bei Arbeitslosigkeit? Bei längerer Arbeitlosigkeit im Normalfall EUR 5,- pro Monat, da dies der Mindest-Eigenbetrag bei minimalen Einkommen ist.
5 EUR * 12 Monate = 60 EUR Erstattungshöhe.
3,50 EUR Beitrag entsprechen also 5,8% der möglichen Erstattung.
Da muß doch wirklich jeder entscheiden, ob er die insgesamt EUR 60,- wirklich versichern will, oder?
07.12.2005Kontoabfragen werden in Deutschland drastisch ausgeweitet

Seit April 2005 können die Finanzämter und andere Behörden bekanntlich direkt auf alle in Deutschland geführten Bankkonten zugreifen - und zwar so, daß weder Kunde noch Bank etwas davon erfahren.
Seit April 2005 wurde laut einem Artikel der WELT bereits 7.000 Mal davon Gebrauch gemacht. Man wolle aber nun die Zahl der Zugriffe in den kommenden Monaten auf einen vierstelligen Bereich täglich erhöhen!

Rechnen wir mal nach: Vierstellig sind mindestens 1.000 pro Tag, bei nur 5 Arbeitstagen die Woche kommen wir schon auf 5.000 Abfragen wöchentlich bzw. 20.000 Abfragen pro Monat. Bei 12 Monaten sind dies also 240.000 Kontoabfragen im Jahr.
Mindestens, denn eine vierstellige Zahl pro Tag können auch 9.999 Abfragen sein, die automatisiert an 7 Tagen die Woche durchgeführt werden. Das würde die Zahl der Kontoabfragen auf die gigantische Zahl von rund 3,65 Millionen (!) pro Jahr erhöhen.

Es ist also nur eine Frage von wenigen Jahren, bis alle Konten in Deutschland einmal überprüft sind. Soviel zum Thema "Unschuldsvermutung" und Bürgerrechte in Deutschland!

Wer dies vermeiden und legal sein Geld im Rahmen eines funktionierenden Bankgeheimnisses ohne staatliche Zugriffsmöglichkeiten anlegen möchte, dem seien unsere Depotvarianten mit Sitz in Luxemburg wärmstens empfohlen. Ausführliche Informationen sind unter aktienfonds.com zu finden.
07.12.2005Selbständige Lehrer müssen Sozialversicherungsbeiträge zahlen

Das Versicherungsjournal berichtet, daß selbständige Lehrer und Trainer sozialversicherungspflichtig sind, also in die Gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssen. Ein entsprechendes Urteil hat das Bundessozialgericht vor einigen Tagen gefällt (Az.: B 12 RA 9/04).

Betroffen davon sind alle jene, die nur für einen Arbeitgeber tätig sind, sogenannte "arbeitnehmerähnliche Selbständige". Eine Befreiung ist nur dann möglich, wenn sie ihre Tätigkeit bereits vor 1999 aufgenommen haben.
07.12.2005Gesundheitsreform ohne Gesundheitsministerin?

Nachdem Gesundheitsministerin Ulla Schmidt mit ihrem Versuch, die von SPD-Linken geforderte Bürger-Zwangsversicherung quasi durch die Hintertür gegen die Bestimmungen des Koalitionsvertrages einzuführen, gescheitert ist, wird sie nun offensichtlich aus der Verantwortung genommen.
SPD-Fraktionschef Peter Struck machte nun die notwendige Gesundheitsreform zur "Chefsache". Nachdem ja die Konzepte der Koalitionäre CDU ("Kopfpauschale") und SPD ("Bürgerversicherung") unvereinbar auseinander liegen, will man sich nun "etwas Neues einfallen lassen". Und das ist laut Struck "nicht nur Sache der Gesundheitsministerin, sondern auch Chefsache der Fraktionsspitzen und Angelegenheit der Experten von Union und SPD".
Angesichts der bisherigen Ergebnisse von Frau Schmidt kann man ja bei ihr kaum von einer Expertin für Erfolge sprechen, so daß diese Ankündigung Strucks einer faktischen Entmachtung entspricht.

Bis Mitte 2006 will sich die Regierungskoalition auf ein Konzept geeinigt haben.
07.12.2005Hausarztmodell ein finanzieller Flop?

Mit großen Erwartungen ist das sogenannte "Hausarztmodell" der Gesetzlichen Krankenkassen gestartet. Dabei verpflichten sich die Mitglieder, immer zuerst einen bestimmten Arzt als eine Art "Gesundheitslotse" und auch nur eine bestimmte Apotheke aufzusuchen.
Das Ziel der Krankenkassen: Man will doppelte Behandlungen und vor allem Arzneimittelkosten sparen.

Nun liegen Zahlen der größten deutschen Krankenkasse, der BARMER vor. Von ihren 7,1 Mio. Versicherten haben sich 1,4 Mio. für das Hausarztmodell eingeschrieben. Gerade diese große Zahl läßt beträchtliche Einsparungen erwarten - doch weit gefehlt: Laut einem Bericht der Financial Times Deutschland zeigt das Modell nach sieben Monaten keinerlei Einspareffekte!
Im Gegenteil: Die Arzneimittelausgaben der BARMER stiegen in den ersten neun Monaten des Jahres mit 20,1% noch stärker als im Durchschnitt der Gesetzlichen Krankenkassen. Die Ausgaben für Arztbehandlung stiegen im gleichen Zeitraum um 2,4%, wogegen der Durchschnitt bei nur 0,3% lag.

Insgesamt ein mehr als ernüchterndes Ergebnis, das wieder einmal die Realitätsferne der entsprechenden Entscheidungsträger im Gesundheitsministerium zeigt. Allerdings auch eine hohe Entmündigungsbereitschaft der Bürger: Wenn 1,4 Mio. Menschen bereit sind, gegen eine mögliche Ersparnis von nur EUR 30,- pro Jahr (!) auf ihr Recht der freien Arztwahl zu verzichten, dann sollte uns das doch zu denken geben.
01.12.2005Der Koalitionsvertrag steht – was haben wir zu erwarten?

In Stichpunkten die wichtigsten Beschlüsse der neuen Regierung:
- Senkung des Freibetrages auf Zinseinkünfte von EUR 1.370 auf EUR 750,- pro Jahr und Person ab 01.01.2006
- Erhöhung des Spitzensteuersatzes für Einkommen über EUR 250.000 (EUR 500.000 für Verheiratete) pro Jahr von 42% auf 45% ab 01.01.2007 (sogenannte „Reichensteuer“ zur effektiven Vertreibung von Leistungsträgern unserer Gesellschaft aus diesem Land)
- Neue Besteuerung von Kursgewinnen und Immobiliengewinnen (Abschaffung der Steuerfreiheit nach bestimmten Haltefristen, voraussichtlich ab 01.01.2007)
- Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16% auf 19% zum 01.01.2007
- Erhöhung der Versicherungssteuer von 16% auf 19% zum 01.01.2007
- Körperschaftssteuer für Unternehmen bleibt bei 25%
- Für die Jahre 2006 und 2007 (und nur für diese) erhöht sich die degressive Abschreibung von 25% auf 30%
- Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung von 6,5% auf 4,5% ab 01.01.2007
- Erhöhung der Beiträge zur Rentenversicherung von 19,5% auf 19,9% ab 01.01.2007
- Erhöhung des Renteneintrittsalter schrittweise von Alter 65 Jahre auf Alter 67 Jahre ab dem Jahr 2012 bis zum Jahr 2035.

Das sind aber nur die Planungen laut Koalitionsvertrag. Was davon zum Gesetz wird, bleibt abzuwarten.

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