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Aktuell im Oktober 2006

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Die Themen des Monats:

1. TOP-Thema: Neues von der Finanz- und Versicherungsmesse DKM 2006
2. Finanznews
3. Fondsnews
4. Versicherungsnews
5. Renten- und Sozialversicherungsnews
6. Rechts- und Steuernews
7. Und dann war da noch...

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1. TOP-THEMA: Neues von der Finanz- und Versicherungsmesse DKM 2006

Jede Branche hat ihre Treffpunkte und Pflichtveranstaltungen. In der Finanz- und vor allem der Versicherungsbranche ist das seit nunmehr 10 Jahren die DKM. Ursprünglich als "DeckungsKonzeptMesse" in Bayreuth gegründet, füllt sie inzwischen zwei der riesigen Westfalenhallen in Dortmund.
Am 26. und 27.10.2006 war es wieder soweit und vor lauter Gesprächen, alten Bekannten und vielen wirklich aufwendig gestalteten Ständen hatte man kaum Zeit, an den spannenden Workshops, Vorträgen und Diskussionen teilzunehmen. Alle diejenigen, bei denen die Zeit für ein persönliches Gespräch nicht gereicht hat, seien auf diesem Wege gegrüßt!

Wie immer nutzten viele Gesellschaften die DKM neben der Eigendarstellung auch zur ausführlichen Präsentation ihrer Produktneuheiten. Begleiten Sie mich doch mal auf einem rein subjektiven Rundgang durch das Messegelände, sofern Sie Details der einzelnen Aussteller interessieren:

  • ALLIANZ:
    Ein riesiger Stand mit verschiedenen Schwerpunkten (Lebensversicherungen, Sachversicherungen, Krankenversicherungen, Investmentprodukte, etc. ), der jedoch von den Mitarbeitern her sehr unterbesetzt wirkte. Gespräche z.B. über die Lebensversicherungsprodukte waren trotz minimalem Besucherandrang nicht möglich. Informationsmaterial über die neue Index-Police (siehe Versicherungsnews) lag nicht aus oder war nicht sichtbar.
    Im Investmentbereich wurde eher versucht, mir zu erklären, wie der Verkauf mit Hilfe der vom DIT (Verzeihung: Demnächst Allianz Global Investors) herausgegebenen Steuerbroschüre abzulaufen habe, als daß Produktqualitäten im Vordergrund standen.
     
  • ALTE LEIZIGER:
    Die vielleicht letzte größere Versicherungsgesellschaft, die bislang noch keine Fondspolice hatte. Als Spätstarter hat man das nun nachgeholt und dabei viele wirklich schöne Features eingebaut. Ob man den Namen ALfonds nun "A-L-Fonds" (für Alte Leipziger) oder "Alfons" ausspricht, konnte ich nicht abschließend klären. Das dümmlich grinsende Männchen als Produktmarkenzeichen wäre jedenfalls für jeden Alfons eine Beleidigung.
    Hm, das Produkt an sich? Nett, aber die Fondsauswahl ist für mich nicht wirklich prickelnd. Daß die gemanagten Varianten nur eine hinzu wählbare Option sind, gefällt dagegen gut.
    Übrigens, ALTE LEIPZIGER: Als es Ende des Jahres 2004 um eine Zusammenarbeit ging, wollte die damals zuständige Maklerbetreuerin von mir Umsatzzusagen als Voraussetzung. Das war das einzige Mal in meiner Erinnerung, daß ich jemanden nachdrücklich zum Verlassen meines Büros aufgefordert habe!
     
  • AUGSBURGER AKTIENBANK:
    Ja, auch die Investmentgesellschaften und Fondsbanken sind teilweise vertreten. Und die AAB ist neuer Partner von uns - da lohnt sich ein ausführliches Gespräch mit der Dame im schönsten bayrischen Tonfall. Sehr interessant die vielen Möglichkeiten, unter anderem auch die automatisch und kostenfrei eingerichtete Abrufmöglichkeit für Lombardkredite (also Kredite auf vorhandene Wertpapiere). Da werden wir sicherlich noch viel gemeinsam machen!
    Ach ja: Danke auch für Feuerzeug und die wirklich knuffigen Stofftiere - die Freundin hat sich gefreut!
     
  • BARMENIA:
    Ein großer Stand und die Möglichkeit, neben der bekannten Krankenversicherung auch mal die Lebensversicherung kennenzulernen. Wobei der zuständige Mitarbeiter durch den ungewohnten Inhalt der neugestalteten Infomappe durchaus irritiert war....
    Aber sehr interessant: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sogar schon für Schüler (Abiturienten)!
     
  • CLERICAL MEDICAL & HEIDELBERGER
    Die beiden Partnergesellschaften präsentieren sich modern-elegant mit hintergrundbeleuchteten Elementen und vielen Infomappen zum Mitnehmen. Ein nettes Gespräch über Erbschaftssteuerregelungen, Letztversterbendenpolice und postmortalem Freibetrag sowie die "Motoren", also die Investmentprodukte der Versicherungen, entspannt sich. Da kommt ein Kollege hinzu, der erst seit wenigen Tagen für das Unternehmen arbeitet und fragt, ob er nicht dabeisitzen und zuhören dürfe - das wäre auch ein Lerneffekt für ihn. Na, aber gerne doch. Und am Ende trotz allem: So richtig überzeugt bin ich nicht, mein Bauchgefühl spricht dagegen. Beobachten wir die Gesellschaft halt weiter, wie wir es schon seit Jahren tun...
     
  • DBV-WINTERTHUR:
    Uff, das dürfte der größte Stand sein! Und was die für einen Aufwand betreiben: Gute Laptop-Taschen werden verschenkt, auf dem Stand gibt es eine Artistikshow an Tüchern in 5 Metern Höhe und einen Zeppelin, der durch die Halle fliegt. Wahnsinn - und das, obwohl die DBV-WINTERTHUR ja bald in der AXA aufgeht. Wofür also all das?
     
  • DIALOG:
    Die Produktwelt ist übersichtlich und gut. Die extrem flexible Risiko-Lebensversicherung nutze ich selbst gerne.
    Sehr nett: Man erhält gegen Abgabe einer Visitenkarte ein edles Metalletui für die Visitenkarten, auf das sogar der eigene Name eingraviert wird. Abzuholen nach einer Stunde. Dankeschön dafür!
     
  • DKB Deutsche Kreditbank:
    Hätte nicht erwartet, daß die da sind: Bei Konditionen für Baufinanzierungen, Tagesgeld und Girokonto, bei denen selbst die DIBA erblaßt - wo nehmen die noch das Geld für den Auftritt hier her? Egal, im sechsten Anlauf kann ich sogar mit einem Mitarbeiter sprechen und wir vereinbaren eine Kooperation. Dazu dann voraussichtlich mehr im nächsten Newsletter!
     
  • GERLING:
    Zum letzten Mal das alte blaue Logo und den Begriff "Gerling-Konzern" genießen. Ist bald vorbei, morgen wird das neue "HDI-Gerling"-Logo enthüllt. Schade, daß dieser Traditionsversicherer so hundsmiserabel gemanagt wurde! Jetzt ist er nur noch ein Teil der TALANX-Gruppe. Okay, die BU ist spitze und mit der renovierten Fondspolice kann man sich wirklich beim Kunden sehen lassen. Endlich mal ein Anbieter, der nicht den Standard-Garantiefonds der DWS einbaut, sondern das neue Konzept von ABN-Amro. Außerdem sind die gemanagten Portfolios gerade bei der Riester-Rente in meinen Augen wirklich interessant!
    Neu ist "TwoTrust" für die Betriebliche Altersvorsorge. Dabei handelt es sich um ein dynamisches Absicherungsmodell, das notwendige Garantien so flexibel darstellen soll, daß mehr für die Investmentanlage übrigbleibt. Interessanter Ansatz, aber im BAV-Geschäft bin ich wenig unterwegs, daher spare ich mir heute die Zeit für ein ausführliches Gespräch darüber. Da kommen eh noch viele Infos per Post...
     
  • HALLESCHE
    Die HALLESCHE Krankenversicherung hat eine der fünf interessantesten Zahn-Zusatztarife am deutschen Markt. Zwar spät gestartet, aber dafür innovativ mit einem Online-Abschluß und nur zwei Gesundheitsfragen (eine einzige mit "ja" beantwortet und die Antwort lautet "nicht versicherbar"). Okay, spart Verwaltungskosten.
    Ein sehr nettes Gespräch mit der für die Internet-Lösung verantwortlichen Dame aus Stuttgart freut den internetaffinen Vertriebspartner wie mich. Eine Einbindung in die eigene Website ist kein Thema - da werde ich mal mit meinen EDV-Jungs sprechen müssen.
     
  • IDEAL:
    Der Spezialist für Senioren scheint sich an die Schwerhörigkeit seiner Kunden angepaßt zu haben. Anfangs des ersten Tages wird eine Verlosung derart lautstark über Lautsprecher gebracht, daß nicht nur in der Nähe praktisch keine Gespräche mehr möglich sind. Nach einiger Zeit scheint das die Messeleitung endlich unterbunden zu haben. Aber nachdem mir ein wichtiges Gespräch deutlich gestört wurde, gehe ich schon aus Prinzip nicht mehr am Stand vorbei!
     
  • KRANKENKASSEN:
    Wenn ich richtig gezählt habe, sind vier Gesetzliche Krankenkassen vor Ort und werben um Vertriebspartner. Das ist mutig, praktisch in der Höhle des Löwen bzw. der Privaten Krankenversicherung! Aber warum auch nicht, 70 Mio. Deutsche sind Mitglied der Gesetzlichen Kassen. Und der Kampf um die Mitglieder zwischen den Kassen geht jetzt erst richtig los. Wer da einen guten Vertrieb hat, dürfte die Nase vorn haben. Und da es auch Provisionen für die Mitgliedschaften gibt - warum nicht?
     
  • MÜNCHNER VEREIN:
    Da wurde wie im Vorjahr auch schon ein bayrisches Oktoberfest aufgebaut mit allem drum und dran. Gemäß der urbayrischen Werbung "A Weiz´n tat mi reizn" hätte ich es mir hier gerne am Bierzelttisch mit einer Brezn und einem Weißbier gemütlich gemacht, aber die Zeit reichte einfach nicht. Schade, es wäre eine gute Gelegenheit gewesen, deren Krankenversicherung etwas genauer zu besprechen....
     
  • STANDARD LIFE:
    Die machen vielleicht einen Wirbel um ihr neues Produkt MAXXELLENCE. Warum eigentlich? Eine Fondspolice nur mit hauseigenen Fonds ist mir eh suspekt. Mag sein, daß die Manager der Fonds von der Firma Wilshire weltweit mehr als 1 Billion (kein Übersetzungsfehler aus dem englischen!) EUR verwalten - aber ich habe noch nie von ihnen gehört! Und die bisherigen Ergebnisse? Nicht vorhanden, ist ja ein neues Produkt mit dem "Manager of Managers"-Vorteil.
    Okay, klingt prima. Dann schauen wir es uns mal die nächsten 3-5 Jahre an wie jeden Fonds auch und entscheiden dann, ob wir es verkaufen. Wobei: Selbst dann empfehle ich dem Kunden doch lieber ein Produkt, bei dem er zwischen aktivem Depotmanagement und einzelnen Fonds wechseln kann. Sollte nämlich mal das Depotmanagement hinter den Erwartungen liegen, kann man immer noch in Einzelfonds wechseln. Dazu müssen aber genügend gute (!) Fonds des Marktes zur Verfügung stehen.
    Sorry, ihr Schotten: Mit dem Produkt habt ihr mich noch nicht überzeugt!
     
  • VOLKSFÜRSORGE:
    Ein alter Bekannter ist dort Maklerbetreuer - bis er gerade nicht im Gespräch war, mußte ich viermal am Stand vorbeigehen. Dann aber nutzen wir die Gelegenheit, endlich mal unser seit über einem Jahr vorgesehenes Äppelwoitrinken in Frankfurt zu besprechen. Bis sein Handy mit einem "Problemfall" klingelte...
    Wir besprechen uns dann doch lieber telefonisch und die neue "Best BU Vorsorge" der VoFü lerne ich dann lieber bei einem "Äppler" kennen.
     
  • WAGHUBINGER
    Nein, das ist keine Versicherung und auch kein Investmentunternehmen. Eigentlich wollte ich gar nicht auf deren Stand, der im Grunde nur aus einem Stehtisch am Eingang zur "Speakers Corner" besteht. Da ich dachte, die dort ausliegende Broschüre "Vorsorge aktuell" wäre zum mitnehmen, griff ich zu - und schon war ich im Gespräch mit diesem Anbieter einer Kundenzeitschrift für Versicherungsmakler.
    Interessant für all jene, die ohne großen Aufwand 1-4 mal pro Jahr beim Kunden präsent sein wollen - und immer mit in Deutschland aktuellen Themen, wie mir der in Österreich ansässige Herausgeber nachdrücklich versicherte.
    Gerne lasse ich mir auch die Preisliste in die Hand drücken - aber ich glaube, ich bleibe bei unserem Online-Newsletter wie bisher auch, oder?
     
  • ZÜRICH:
    Es ist immer wieder nett, wenn man nicht nur aufgrund des Namensschildes, sondern gerade auch aufgrund des Gesichtes (damit ist die gewisse Bekanntheit gemeint, nichts anderes!) erkannt wird. Am Stand der ZÜRICH war das so.
    Es folgte ein sehr anregendes Gespräch über die neu in Deutschland angebotene Risiko-Lebensversicherung der rischen Tochter EAGLE STAR. Der extra aus Irland angereiste Kollege konnte hier eine Menge Hintergrundinformationen liefern. Das Produkt ist wirklich attraktiv, mehr dazu bei den Versicherungsnews.
    Damit soll es gut sein für eine Kurzbeschreibung mit rein subjektiver Sicht der Dinge. Natürlich gab es noch viele weitere Aussteller, interessante Produkte und so weiter....
     

2. Finanznews

  • Finanzierungen deutlich cleverer
    Daß die Zinsen inzwischen wieder steigen, freut den Sparer und ärgert den Immobilienbesitzer, der ein Darlehen neu abschließen oder verlängern muß - denn es wird für ihn fast schon täglich teurer. 
    Daß wir keine ausgewiesenen Finanzierungsspezialisten sind, wissen die meisten unserer Leser. Aber genau aus diesem Grund kooperieren wir hier mit Partnern, die dieses Geschäft wirklich verstehen. Um so angenehmer, wenn ein guter Kooperationspartner seit einigen Monaten praktisch Tür an Tür seine Büroräume hat.
    In einem kürzlich geführten Gespräch ging es um Vorteile, die eine clever gestaltete Immobilienfinanzierung - übrigens auch für gewerbliche Kunden! - heute haben kann. Die wichtigsten Punkte dabei:

    - Auf Wunsch Festzins über die gesamte Laufzeit des Darlehens (auch
      länger als 30 Jahre)
    - 12 Monate keine Bereitstellungszinsen - so lassen sich heute günstige
      Konditionen ganz unproblematisch sichern!
    - Kostenfrei integriert ein einmaliges Sondertilgungsrecht von 30% des
      Gesamtdarlehens oder
    - Kostenfrei integriert ein jährliches Sondertilgungsrecht von 10% des
      Darlehens
    - Aus den zurückbezahlten Beträgen können bis zu 30% des ursprüng-
      lichen Gesamtdarlehens zu den laufenden Konditionen ohne weiteres
      erneut als Darlehen beansprucht werden ("Revalutierungsrecht")
    - Jährlich kann die gewünschte Tilgungsrate zwischen 1% und 5% neu
      festgelegt werden - gerade für Selbständige und Firmen hochattraktiv,
      da aktiv zu managen
    - Keinerlei Wertermittlungs- oder Bearbeitungsgebühren oder Teilaus-
      zahlungszuschläge

    Wir finden das hochinteressant und empfehlen daher die Kollegen gerne weiter. Bei Interesse freut sich Herr Henrich unter 06109-5011000 über Ihren Anruf und erläutert Ihnen gerne Näheres dazu. Gerne können Sie sich dabei auf diesen Newsletter und uns beziehen.
     
  • Vermögenswirksame Leistungen gestrichen
    Seit dem 01.10.2006 gilt ein neuer Tarifvertrag in der Eisen-, Metall- und Elektroindustrie. Nach diesem werden die bisherigen Vermögenswirksamen Leistungen durch die neuen "Altersvorsorgewirksamen Leistungen" abgelöst!
    Das bedeutet, künftig gibt es nicht mehr EUR 26,59 monatlichen Zuschuß für die Anlage nach Wahl des Beschäftigten in Lebensversicherung, Bausparvertrag, Investmentsparplan oder Banksparplan, sondern nur noch für eine zusätzliche Altersvorsorge.
    Drei Varianten stehen zur Wahl, die Zuschüsse zu verwenden:
    - Einrichtung einer privaten Riester-Rente
    - Einrichtung einer betrieblichen Altersvorsorge aus Entgeltumwandlung
    - Einrichtung einer arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung
    Gerade die letztgenannte Möglichkeit ist wohl die sinnvollste Lösung, da so dauerhaft (also auch über das Jahr 2008 hinaus) Sozialabgabenfreiheit auf diese Beiträge besteht!
    Insgesamt bewerten wir diese Änderung nur bedingt arbeitnehmerfreundlich: An sich ist sie positiv zu werten, da die bisherigen VWL nach den 7 Jahren Bindungsfrist praktisch immer in den Konsum flossen statt in die Altersvorsorge. Das ist jetzt deutlich besser!
    Andererseits gehen gerade Geringverdienern die staatlichen Prämien von bis zu 18 Prozent für Investmentsparpläne bzw. 9 Prozent für Bausparverträge verloren. Warum das von den Gewerkschaften als im Sinne der Beschäftigten betrachtet wird, erschließt sich uns nicht wirklich!
     

3. Fondsnews

  • Deutsche Hedge-Fonds ein Flop
    Seit nunmehr drei Jahren gibt es die Anlageklasse der Hedge-Fonds auch in Deutschland. Wir haben diese mit einer gesunden Skepsis begrüßt und zu keinem Zeitpunkt unseren Kunden empfohlen - schließlich braucht ein Fonds unserer Meinung nach mindestens drei, besser noch fünf Jahre Historie, damit man seine Kennzahlen ernsthaft bewerten kann. Und erst dann empfehlen wir ihn ggfls. für die Portfolios unserer Kunden.
    Im Fall der deutschen Hedge-Fonds hat sich gezeigt, daß diese Zurückhaltung genau richtig war. Denn die Ergebnisse sind alles andere als berauschend, wie eine Umfrage der Financial Times Deutschland ergeben hat.
    Lediglich der Währungs-Hedge-Fonds der DWS und der Ampega-Trendfolger-Fonds haben demnach eine akzeptable Rendite gebracht. Die anderen Hedge-Fonds haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres eine Rendite von gerade mal gut drei Prozent im Schnitt erwirtschaftet. 5 der 18 befragten Gesellschaften sind mit ihren Produkten sogar ins Minus gerutscht.
    Diese Ergebnisse - selbst wenn sie noch positiv ausfallen - sind für das eingegangene Risiko lächerlich gering! Nur zum Vergleich: Der EURO STOXX 50 ist im gleichen Zeitraum mit "langweiligen" Standardwerten um 11 Prozent ins Plus gegangen. Und das mit erheblich niedrigerem Risiko für den Anleger.
    Kein Wunder, daß kaum ein Privatanleger und auch nur wenige institutionelle Investoren Geld in die deutschen Produkte stecken. Daher mußten Anfang des Jahres auch der Dach-Hedgefonds der Privatbank Merck Finck und der Einzel-Hedgefonds Lion mangels Volumen geschlossen werden. Weitere Schließungen stehen wohl in Kürze bevor, da die erzielten Gebühren in einigen Fällen nicht mal ansatzweise für die Bezahlung des Managements ausreichen.

    Eine "Mitschuld" daran hat sicherlich auch der deutsche Gesetzgeber, der die hierzulande ansässigen Produkte stark reguliert und umfangreiche Offenlegungspflichten fordert. Das macht den Hedge-Fonds natürlich zu schaffen und sie bleiben praktisch zwangsläufig hinter internationalen Produkten zurück. Diese haben im Schnitt in den ersten drei Monaten einen Wertzuwachs von 7,2 Prozent erzielt.
    Aber das ist halt jenseits der Vorstellungskraft der deutschen Regierung: Ist eine Aktivität in Deutschland nicht möglich, verlegt man halt die Betriebsstätte ins Ausland und bietet seine Produkte unter dortigem Recht besser an! Das gilt für Hedge-Fonds wie für REITS, Garantiefonds und teilweise noch immer für Dachfonds. Auch eine Form aktiver Standort(vertreibungs)-Politik.
     
  • Offene Immobilienfonds wieder attraktiv
    Anfang des Jahres erlebten die Offenen Immobilienfonds die tiefste Krise ihres Bestehens. Gleich zwei Fonds wurden zeitweise geschlossen und Anleger kamen nicht an ihr Geld (wir berichteten sehr ausführlich). Zum Glück hat sich die Lage damals sehr schnell wieder stabilisiert und praktisch kein Anleger kam ernsthaft zu Schaden. Das Vertrauen zu einigen Anbietern ist dagegen - zu Recht! - beschädigt. Wobei die Mittelzuflüsse der letzten Zeit in gewisse Fonds das erschreckend kurze Gedächtnis bzw. die fehlende Kenntnis vieler Anleger deutlich dokumentieren.
    Gleichzeitig jedoch machen die Fondsgesellschaften ihre Hausaufgaben und korrigieren Fehlentscheidungen der Vergangenheit. Die Portfolios werden aktuell drastisch durchforstet und bereinigt. Die recht gute Lage am Immobilienmarkt macht dies möglich.

    Aktuelle Beispiele? Die DEKA ist endlich ihr größtes Frankfurter Problem, das Hochhaus "Skyper" losgeworden (wenn auch mit nur zu 400 Mio. EUR statt dem Kaufpreis von 472 Mio. EUR) und die CGI (Commerzbank) ihren Dauerleerstand, den Offenbacher "City Tower". Letzterer ist noch immer nur zu ca. 1/3 vermietet - und es würde uns schon interessieren, was sich der Käufer "Morgan Stanley Real Estate Fund" - nämlich ebenfalls ein Immobilienfonds! - davon verspricht.
    Die Verkäufe der Immobilienfonds wurden mit deutlichen Gewinnen realisiert, was sich natürlich nun auch in der Rendite niederschlägt. Es scheint, daß das Geschäftsprinzip der Offenen Immobilienfonds doch deutlich solider ist, als viele es noch vor Kurzem angenommen haben. Gerade angesichts der derzeit steigenden Zinsen und damit fallender Kurse bei den Rentenfonds sehen wir daher Offene Immobilienfonds als durchaus attraktiven Parkplatz - auch gerade angesichts der Tatsache, daß die dort erzielten Erträge meist zum großen Teil steuerfrei sind!

    Da derzeit genug Liquidität in den Fonds ist und der Markt sich positiv entwickelt, sehen wir die zu Jahresanfang beobachtete negative Situation aktuell nicht. Somit bleiben wir für unsere Mandanten bei der Empfehlung von selektiver (!) Beimischung von Offenen Immobilienfonds, gerade auch als Alternative zu kurzlaufenden Rentenfonds.
     
  • DIT verschwindet
    Nun ist es also amtlich: Der DIT, der Deutsche Investment Trust, die Fondsgesellschaft der DRESDNER BANK bzw. deren Muttergesellschaft ALLIANZ verschwindet. Natürlich nicht ganz, er wird nur umbenannt in "Allianz Global Investors". In diesem Zusammenhang wird auch das Design von bisher grün (Hausfarbe des Dresdner Bank) auf blau (Hausfarbe der Allianz) umgestellt.
    Angeblich würde man im Ausland die Marke ALLIANZ nicht nur mit Versicherungslösungen assoziieren, sondern ihr auch eine hohe Investmentkompetenz zubilligen. Das soll auch in Deutschland so werden.
    Tja, dann scheint es wirklich nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis das "grüne Band der Sympathie" ganz verschwindet, sprich die DRESDNER BANK in ALLIANZ BANK unbenannt wird....
     
  • Kaldemorgen neuer DWS-Chef
    Im letzten Newsletter haben wir es angekündigt, nun ist es Realität geworden: Der Manager u.a. des "Vermögensbildungsfonds I" und des "Akkumula" wird zum Chef der DWS. Wobei er neben diesem Vollzeitjob weiter "Global Head of Equities" und Fondsmanager der oben genannten Produkte bleiben soll. Wie sich das zeitlich ausgehen soll, davon ist jedoch noch nichts bekannt geworden...
     

4. Versicherungsnews

  • Wechselfristen in die Private Krankenversicherung geändert
    Wer als Arbeitnehmer in die Private Krankenversicherung wechseln möchte, mußte bisher im Vorjahr über der sogenannten "Versicherungspflichtgrenze" (2005: EUR 46.800) verdient haben und auch im laufenden Jahr voraussichtlich darüber liegen (2006: EUR 47.250).
    Nachdem die Koalition nun den Kabinettsbeschluß zur Gesundheitsreform gefaßt hat, gilt seit dem Stichtag 26.10.2006 eine neue Regelung: Nunmehr muß man als Arbeitnehmer nicht nur ein Jahr, sondern ganze drei Jahre über der Versicherungspflichtgrenze verdient haben, bevor man in die Private Krankenversicherung wechseln darf.
    Ein weiterer Schritt dieser Regierung zur Einführung der Bürgereinheits-Zwangsversicherung. Oder wie es der FDP-Gesundheitsexperte Daniel Bahr sagte: "Der Einstieg in die Planwirtschaft."
     
  • Niedriger Garantiezins für neue Versicherungen
    Ab dem Jahr 2007 müssen die deutschen Lebens- und Rentenversicherungen den Garantiezins reduzieren: Für neu abgeschlossene Verträge gilt ab Januar 2007 dann nur noch ein Zinssatz von 2,25% pro Jahr auf den Sparanteil der Beiträge und nicht mehr 2,75% wie noch bei Abschluß eines Vertrages bis zum 31.12.2006.
    Grund sind die gesunkenen Renditen der Staatsanleihen - wobei wir hier ja gerade wieder Zinserhöhungen feststellen. Trotzdem: Der Garantiezins (oder korrekt: Der Rechnungszins) sinkt damit auf ein historisch niedriges Niveau - vor wenigen Jahren waren es noch 4%, die pro Jahr garantiert werden durften.
    Wie immer gilt: Es sind nur ab dem Jahr 2007 neu abgeschlossene Verträge betroffen, nicht bestehende Policen!

    Wer also für seine Altersvorsorge eine der folgenden Formen nutzen möchte, sollte noch dieses Jahr aktiv werden:
    - "Klassische" Lebens- oder Rentenversicherung mit konservativer Anlage
      und 2,75% Garantiezins pro Jahr auf den Sparanteil der Beiträge
    - Lebens- oder Rentenversicherung mit 2,75% Garantiezins pro Jahr auf
     den Sparanteil der Beiträge und Anlage der übrigen Beiträge und
     Überschüsse in erstklassige Aktienfonds
    - Lebens- oder Rentenversicherung mit Anlage in Renten- und Aktien-
      fonds und trotzdem 2,75% von der Versicherung garantierter Mindestverzinsung
    Informationen und Möglichkeiten zur Angebotsanfrage finden Sie auf unseren Webseiten unter
    www.lv-angebote.de .

    Und betroffen sind nicht nur Lebens- und Rentenversicherungen, sondern sogar auch Berufsunfähigkeitsversicherungen. Diese rechnen nämlich intern auch mit diesem Garantiezins. Das bedeutet, ab Januar 2007 wird auch die Absicherung von Berufsunfähigkeit teurer. Wer also hier etwas unternehmen möchte, sollte noch dieses Jahr aktiv werden und so dauerhaft Geld sparen!
     
  • Neue Indexpolicen
    Sowohl ALLIANZ als auch NÜRNBERGER bieten neue Garantieprodukte im Versicherungsmantel an, mit denen die Anleger von den Aktienmärkten profitieren können und gleichzeitig umfangreiche Garantien und Steuervorteile erhalten.

    Bei der ALLIANZ heißt das Ganze "Index-Police" und es wird ein Einmalbetrag via Versicherung in ein Garantiezertifikat investiert. Dieses garantiert nach 12 Jahren als Mindestleistung 130% des gezeichneten Kapitals (also nach Kosten). Gleichzeitig wird vom Kursanstieg der Indizes "EURO STOXX 50", "S&P 500" und "Nikkei 225" profitiert.
    Wenn die Auszahlung nicht vor dem Alter 60 Jahre liegt, sind die Erträge nur nach dem günstigen Halbeinkünfteverfahren zu versteuern.

    Bei der NÜRNBERGER heißt es "VermögensPlan 2018" und auch hier wird ein Einmalbetrag via Versicherung in ein Garantiezertifikat investiert. Die Höhe der Mindestgarantie wird am Zeichnungsende am 28.11.2006 bekanntgegeben. Derzeit stehen 130% im Raum, also analog dem ALLIANZ-Produkt.
    Die NÜRNBERGER setzt aber nur auf den EURO STOXX 50, wobei hier von der mittleren jährlichen Kursentwicklung partizipiert wird.

    Beide Produkte sind somit für eher vorsichtige Anleger geeignet, die eine sichere Anlage mit Mindestverzinsung suchen, gleichzeitig aber von den Chancen der Aktienmärkte profitieren wollen und auch die steuerlichen Freibeträge bereits überschritten haben!
    Welches Produkt man wählt, hängt sicherlich auch von den persönlichen Präferenzen zu den Märkten ab: Nur Europa, weil man glaubt, das besser einschätzen zu können? Dann NÜRNBERGER. Man erwartet ein gutes Wachstum gerade auch in Japan? Dann ALLIANZ. Soweit zumindest mal als erster Anhaltspunkt.
    Für Details und Angebote sprechen Sie uns bitte an: Ihr Kontakt zu uns.
     
  • Neue Risiko-Lebensversicherung
    Über ihre irische Tochter EAGLE STAR bietet die ZÜRICH-Gruppe eine ganz neue Risiko-Lebensversicherung an. Besonders bemerkenswert dabei: Die Beiträge sind über die gesamte Laufzeit fest garantiert!
    Bei deutschen Produkten gibt es dagegen einen sogenannten "Tarifbeitrag", der durch die sogenannten Überschüsse (durch weniger Todesfälle als kalkuliert) reduziert wird. Daher ist nur der geringere "Zahlbeitrag" vom Kunden aufzuwenden. Wenn sich aber ein Unternehmen etwas verkalkuliert, dann kann eine Anhebung des Zahlbeitrags bis hin zum Tarifbeitrag erfolgen. Viele Kunden der WWK z.B. mußten erst kürzlich eine drastische Anhebung hinnehmen.
    Daher ist das Konzept von EAGLE STAR mit garantierten Beiträgen bestechend - vor allem, da sie ganz nah an die (wie beschrieben nicht garantierten) Zahlbeiträge von Direktversicherungen herankommen.

    Da EAGLE STAR auf die Anwendung des deutschen §172 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) verzichtet, hat das Unternehmen keine Möglichkeit, die Beiträge bei einer Fehlkalkulation anzuheben - wozu sie dieser Paragraph berechtigen würde.
    Laut Angaben der ZÜRICH-Mitarbeiter auf der DKM unterliegt das Produkt ansonsten der irischen Versicherungsaufsicht, die eine zwangsweise Anhebung der Prämien anders als die deutsche Aufsicht BAFin nicht kennen soll. Insofern hat der Kunde hier wirklich kein Risiko, daß seine Prämien jemals steigen!

    Als weiterer wesentlicher Bonus kommt hinzu, daß bei einer ärztlich prognostizierten Lebenserwartung von nur noch einem Jahr die volle Todesfallsumme schon vorzeitig ausgezahlt wird!
    Daneben gibt es noch weitere interessante Features wie Erhöhungen der Versicherungssumme ohne Gesundheitsfragen, die Partnerversicherung DUAL oder eine kleine Kinderversicherung, deren Details aber diesen Rahmen hier sprengen würden. Da Versicherungssummen bis zu 5 Mio. EUR möglich sind, ist dieses Produkt in unseren Augen richtig rund und somit eine echte Empfehlung zur cleveren Absicherung des Todesfallrisikos.

    Bei Interesse: Ein Angebot berechnen wir Ihnen gerne bei Angabe von Geburtsdatum, Laufzeit, gewünschter Absicherung und der Angabe, ob Sie Raucher oder Nichtraucher sind unter Ihr Kontakt zu uns.
     
  • DEUTSCHER HEROLD und PATRIA verschwinden
    Die ZÜRICH-Gruppe verfusioniert nun einige ihrer Gesellschaften, was mit dem Verlust weiterer Traditionsmarken enden wird:
    - Die ZÜRICH Lebensversicherung und die DEUTSCHER HEROLD
      Lebensversicherung werden zur ZÜRICH DEUTSCHER HEROLD
      Lebensversicherung verschmolzen.
      Wer sich noch an die Fusion von ZÜRICH und AGRIPPINA zur
      ZÜRICH AGRIPPINA erinnern kann, der weiß, daß in Kürze der Zusatz
      hinter dem "Zürich" wohl verschwinden wird.
      Wobei die Marke "Deutscher Herold" als sogenannte Vertriebsmarke
      für die Ausschließlichkeit (zunächst) erhalten bleiben soll.
    - Die ZÜRICH Sachversicherung, die DEUTSCHER HEROLD
       Sachversicherung und die PATRIA Sachversicherung werden als
       ZÜRICH Versicherung zusammengefaßt. Der Name PATRIA ver-
       schwindet damit vom deutschen Markt.
     
  • Marke DBV-Winterthur soll erhalten bleiben
    Die AXA hatte ja im Sommer die schweizerische Winterthur-Versicherung übernommen und damit auch die deutsche DBV-Winterthur. Anders als bei der AXA sonst üblich will man nach neuesten Informationen aber zumindest den Bereich der Beamten und des öffentlichen Dienstes nicht mit der Einheitsmarke AXA, sondern weiterhin als DBV-Winterthur ansprechen.
    Mal sehen, wie lange diese "behutsame Integration" dauern wird, denn bisher wurden immer alle Übernahmen über kurz oder lang zu AXA.
     
  • Gerling und HDI fusioniert
    Am 27.10.2006 wurde es auch bildlich sichtbar: Die Lebensversicherungen von HDI und dem früheren GERLING-Konzern wurden fusioniert. Über graphische Darstellungen wollen wir uns nicht streiten, aber wenn man vom (am 01.11.2006 noch vorhandenen) Auftritt von GERLING
    www.gerling.de in eher zurückhaltenden um nicht zu sagen seriösen Farben auf den knallgrünen Auftritt von HDI-Gerling www.hdi-gerling.de kommt, dann ist das Vergnügen für die Augen doch eher begrenzt, oder?
     
  • Die Private Krankenversicherung im Jahr 2005
    Sicherlich nur für die Spezialisten unter unseren Lesern, aber für die um so interessanter ist ein Artikel in der letzten Ausgabe der "Zeitschrift für das Versicherungswesen" (20/2006). Dort stellt der Autor Arno Surminski auf fast 20 Seiten die Situation der Privaten Krankenversicherung im Jahr 2005 ausführlich dar. Ein in unseren Augen extrem lesenswerter Beitrag!
    Was uns darin sehr auffiel ist die Tatsache, daß offenbar die Kooperationen von Gesetzlichen Krankenkassen und Privaten Krankenversicherungen bei den Zusatzpolicen deutlich an Schwung verliert. Nachdem Ende 2005 mehr als 1,1 Millionen Kooperationsverträge vorhanden waren, hat sich das Neugeschäft laut Surminski im ersten Halbjahr 2006 merklich abgeschwächt. Das scheint darauf hinzudeuten, daß eine gewisse Marktsättigung mit Zusatzversicherungen aus dem Kooperationsgeschäft erreicht ist. Angesichts der rund 70 Millionen gesetzlich versicherter Personen sind diese 1,1 Millionen Policen nur ein ganz kleiner Tropfen.
    Warten wir mal ab, ob die Verbraucher nicht die solide bedarfsorientierte Beratung auch im Bedingungs- und Leistungsbereich dauerhaft mehr schätzen werden als irgendwelche Rabattaktionen von Krankenkassen für das Kooperationsgeschäft.
     

5. Renten- und Sozialversicherungsnews

  • Gesundheitsreform beschlossen
    Am 26.10.2006 hat die Bundesregierung die Gesundheitsreform beschlossen. Über die Inhalte haben wir schon mehrfach berichtet. Wir gehen davon aus, daß diese nicht so in Kraft treten wird, wie sie hier vorgesehen ist. Ohnehin soll das erst im Jahr 2009 der Fall sein. Das läßt den unterschiedlichsten Interessenverbänden viel Zeit, dagegen vorzugehen. Wobei sich dabei derzeit die verrücktesten Konstellationen ergeben: Oder wer hat sich noch vor Jahresfrist eine Gemeinsame Presseerklärung vorstellen können von
    - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
    - Bundesärztekammer
    - Deutscher Krankenhausgesellschaft
    - Kassenärztlicher Bundesvereinigung
    - den Spitzenverbänden der Gesetzlichen Krankenkassen
    - dem Verband der Privaten Krankenversicherung
    unter Federführung des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen, die sich gegen die Gesundheitsreform wendet? Eine der Pressemitteilungen ist überschrieben mit "Gegen Verstaatlichung und Vereinheitlichung!"
    Angesichts dieses Feuers dürfte in Berlin diesen Winter keine Heizung mehr benötigt werden....
     
  • Drastische Erhöhungen bei Krankenkassenbeiträgen
    In den letzten Wochen ist wieder eine massive Erhöhungsrunde der Beitragssätze der Gesetzlichen Krankenkassen gestartet. Dabei werden immer neue Rekordhöhen - sowohl bei den Steigerungen als auch bei den neuen Beitragssätzen - erreicht.
    Hier nur zwei besonders heftige Anpassungen:
    - Die GOTHAER BKK erhöhte zum 01.10.2006 von 13,6% auf 15,3%
    - Die CITY BKK erhöhte bereits zum 01.09.2006 von 14,5% auf 15,5%. Damit ist sie derzeit die
     teuerste Krankenkasse Deutschlands!
    Die aktuellen Beitrags- und Leistungsvergleiche der Gesetzlichen Krankenkassen finden Sie wie immer unter
    www.gesetzlicheKrankenkassen.de .

    Übrigens wird die Zeitschrift ÖKO-TEST nach ihrem im Oktober bereits erschienenen Sonderheft in der regulären Ausgabe Dezember, die noch im November dieses Jahres erscheinen wird, ihren auf unseren Daten basierenden Krankenkassentest veröffentlichen.
     
  • Rente mit 67 jetzt auch Gesetz
    Bereits im
    Newsletter Januar 2006 haben wir über die Pläne zur Rente ab Alter 67 berichtet und auch die vorgesehenen Staffelregelungen dargestellt.
    Genau diese Regelungen wurden jetzt von der Großen Koalition verbindlich festgelegt und werden nun in ein Gesetz gegossen.
     

6. Rechts- und Steuernews

  • Bürokratie
    Seit Herbst 2002, also dem Beginn der zweiten Amtszeit von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder wurden laut dem Fachblatt "Steuerberater intern"
    - 22mal das Einkommensteuergesetz geändert
    - 402 Einzelvorschriften im Einkommensteuergesetz neu gefaßt
    - 10mal das Körperschaftssteuergesetz angepaßt
    - 18mal das Umsatzsteuergesetz geändert
    - 122 Einzelvorschriften im Umsatzsteuergesetz neu gefaßt
    - 616 Schreiben des Bundesfinanzministeriums veröffentlicht.
    Und da sind Sie sich sicher, Ihre Steuererklärung korrekt abzugeben?
     
  • BHF-Urteil: Spekulationsverluste nachverrechnen
    Ein ganz interessantes Urteil für alle diejenigen, die in den Crashjahren 2000 bis 2003 Verluste gemacht haben: Diese können selbst bei einem rechtskräftigen Steuerbescheid auch heute noch nachträglich geltend gemacht werden!
    Konkret hat der Bundesfinanzhof in seinem Urteil (Az. IX R 21/04) festgestellt, daß den Steuerpflichtigen eine Verrechnung von Spekulationsverlusten mit Gewinnen ohne zeitliche Begrenzung möglich sein muß. Da das Steuerrecht das teilweise nicht zuließ, ist es Steuerpflichtigen auch bei rechtskräftigen Steuerbescheiden rückwirkend ab dem Jahr 1999 möglich, bislang nicht anerkannte Verluste auch jetzt noch geltend zu machen!
    Anleger mit Verlusten gerade aus den Jahren 2000 ff. sollten daher nun den Steuerbescheid heraussuchen, in dem sie erstmals Verluste geltend gemacht haben. Hatten sie in dem betreffenden Jahr nicht in gleichem Umfang Spekulationsgewinne erzielt, war der Verlust bislang steuerlich nicht nutzbar. Nach diesem Urteil jetzt aber schon: Er kann ins nächste Jahr vorgetragen werden. Dort ist erneut zu prüfen: Wie hoch waren die Verluste dieses Jahres plus dem Rest vom Vorjahr im Verhältnis zu den Gewinnen? Hier kann gezahlte Steuer zurückgefordert und eventuell noch immer verbliebene Verluste dieser beiden Jahre zusammen ein weiteres Jahr vorgetragen werden. Und so weiter geht es dann, bis die Verluste wirklich durch Gewinne ausgeglichen sind!
    Gerade für die "Spieler" in den wilden Zeiten der New Economy und der Krise kann dieses Verfahren Tausende von Euro Steuer zurückbringen.

    Aber Vorsicht: Wer dieses Verfahren nutzt, bei dem wird das Finanzamt ganz sicher genauer nachschauen, ob auch wirklich alle Gewinne angegeben worden sind. Und die Maßnahmen des Finanzamtes durch Kontoabfragen etc. sind heute um ein Vielfaches besser als früher!
    Für Details besprechen Sie sich bitte mit Ihrem Steuerberater!
     
  • Reform der Erbschaftssteuer zunächst verschoben
    Daß künftig Immobilienbesitz nicht mehr so steuergünstig vererbt werden kann wie bisher, steht für die Regierung schon lange fest. Es bleibt nur abzuwarten, wann das in ein Gesetz gebracht wird und welche sonstigen bösen Überraschungen auf die "Erbengeneration" noch zukommen.
    Vor dem ersten Quartal 2007 wird es aber wohl nichts mehr werden, denn die Regierung will zunächst die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zur Erbschaftssteuer abwarten.
    Nichtsdestotrotz: Wir wissen, daß sich gesetzliche Änderungen nur selten zu Gunsten der Bürger auswirken! Von daher sollten wir uns bewußt sein, daß diese Steuerreform wohl wiederum höhere Belastungen für die Erben bedeuten wird.

    Wir empfehlen daher dringend, bei größerem Vermögen (also mehr als EUR 200.000) noch dieses Jahr Rücksprache mit dem Steuerberater zu halten und eine Übertragungsplanung vorzunehmen. Schließlich gibt es (noch) die 10-Jahres-Regelung, nach der die Freibeträge (für eigene Kinder z.B. EUR 205.000 steuerfreie Erbschaft bzw. Schenkung) alle 10 Jahre erneut zur Verfügung stehen. Und dazu gibt es Optimierungsmöglichkeiten durch Geschlossene Fonds oder Lebensversicherungen (nur 2/3 der eingesetzten Beiträge sind unter gewissen Voraussetzungen zu versteuern, nicht aber der eigentliche Wert der Versicherung).
    Gerade für diese Modelle haben wir sehr innovative Lösungen - bei Interesse bitten wir um Ihre Kontaktaufnahme.
     
  • Gesundheitsreform für Beamte rechtswidrig
    Das Verwaltungsgericht Göttingen hat in drei Verfahren (Az. 3 A 608/05, 3 A 7/06 und 3 A 526/05) entschieden, daß die Änderungen in der Gesundheitsversorgung für Beamte aus dem Jahr 2004 unwirksam sind. In dieser Reform wurden z.B. nicht-verschreibungspflichtige Medikamente von der Erstattungspflicht ausgenommen - also analog den Regelungen der Gesetzlichen Krankenkassen.
    Laut einem Bericht der Frankfurter Rundschau ist das nach Ansicht des Gerichtes rechtswidrig, weil damit die Fürsorgepflicht des Staates für seine Beamten verletzt würde. Lesenswert die Begründung: Beamte hätten die Pflicht zur vollen Hingabe an den Beruf. Wenn ein Beamter seine Erkrankung nicht behandele, könne das deshalb disziplinarrechtliche Maßnahmen bis zur Entfernung aus dem Beamtenverhältnis nach sich ziehen. Der Staat könne aber nicht Beamte zur Erhaltung der Gesundheit verpflichten und sie gleichzeitig mit erheblichen Aufwendungen für die Genesung belasten.
    So, so, also die Pflicht zur vollen Hingabe an den Beruf....
    Aber das Urteil ist derzeit noch nicht rechtskräftig, eine Berufung ist möglich.
     
  • Auch nur Rückflüge müssen möglich sein
    Eigentlich paßt dieses Urteil gar nicht zu unserem Newsletter rund um die Finanzen, aber angesichts der Bedeutung für viele unserer Leser nehmen wir es trotzdem mit hinein:
    Laut einer Entscheidung des Amtsgerichts Frankfurt (Az. 31 C 2972/05) muß eine Airline auch dann den Passagier befördern, wenn er nur die Rückreise wahrnimmt, ohne vorher auch den Hinflug genutzt zu haben.
    Bekanntlich haben gerade die großen Fluglinien ihre Probleme mit attraktiven One-Way-Angeboten. Oft ist es günstiger, den Hin- und Rückflug zusammen zu buchen statt nur einer Strecke. Hier haben sich die Airlines bisher meist geweigert, den Passagier nur auf dem Rückflug mitzunehmen. Das ist mit diesem Urteil aber nun nicht mehr möglich!
    In diesem Sinne: Viel Spaß bei der nächsten Reise - und vergessen Sie nicht, eine Kopie dieses Urteils mitzunehmen!
     

7. Und dann war da noch...

... die Massenflucht aus SPD und CDU:

Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung haben die beiden großen "Volksparteien" drastisch Mitglieder verloren:

Die CDU hat seit der Wiedervereinigung ca. 25% ihrer Mitglieder verloren. Ende September 2006 hatte sie nur noch 561.000 Mitglieder.

Die SPD hat seit der Wiedervereinigung ca. 40% ihrer Mitglieder verloren Zuletzt hatte sie nur noch rund 570.000 Mitglieder.

Da wundert es angesichts der ausgeübten Politik in Berlin doch eher, daß überhaupt noch so viele Menschen Mitglied einer Partei sind, oder?

 

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