| ALTERNATIV: Den Newsletter im lesefreundlichen PDF-Format herunterladen Die Themen des Monats: 1. TOP-Thema: TÜV SÜD-Akademie verleiht Qualitätssiegel
2. Finanznews 3. Fondsnews 4. Versicherungsnews 5. Renten- und Sozialversicherungsnews 6. Rechts- und Steuernews 7. Und dann war da noch... ------------------------------------------------------------------------------- 1. TOP-THEMA (in eigener Sache): TÜV SÜD-Akademie verleiht Qualitätssiegel Kernthema im Finanzbereich ist und bleibt die Qualität der Beratung. Leider tummelt sich hier ja noch immer eine Menge eher fragwürdiger Personen und viele Vorurteile sind leider nur zu berechtigt. Gerade für uns, die wir uns zum seriösen Teil dieser Branche zählen, stellt sich mehr denn je die Frage, wie man dies nach außen eindeutig kommunizieren kann. Hier kam letztes Jahr das Angebot eines Bildungsanbieters genau richtig: Eine Fortbildungsreihe für langjährig in der Branche Tätige, an deren Ende ein Prüfung vor dem TÜV SÜD steht. Der erfolgreiche Abschluß dieser Prüfung berechtigt dann den Absolventen, das
berühmte TÜV-Siegel (genau, dieses blaue Octagon) zu tragen und damit seine Kompetenz auch nach außen hin zu demonstrieren. Ich freue mich, zu den ersten vier erfolgreichen Absolventen dieser Prüfungen überhaupt zu gehören und nun dieses Qualitätssiegel tragen zu dürfen:  Geschäftsführer Thomas Adolph
Vielen Dank an dieser Stelle auch an diejenigen, die während der Fortbildung einen teilweise sehr
gestressten und kurz angebundenen Kollegen, Freund und Partner ertragen haben! Ich denke aber, das war es wert. Und damit die Frage an Sie, liebe Leserinnen und Leser: Erscheint Ihnen ein solches Qualitätssiegel als werthaltig und der Träger als grundsätzlich eher vertrauenswürdig oder ist es für Sie ohne Bedeutung? Ihre ehrliche Meinung an würde mich sehr freuen! 2. Finanznews -
Kreditberatungen der Banken mangelhaft
Die Stiftung Warentest hat die deutschen Banken in Bezug auf die Qualität ihrer Kreditgespräche geprüft. Das Ergebnis ist erschreckend: Die Dresdner Bank (Eigenwerbung: "Die Beraterbank") und die Santander Consumer Bank (früher CC-Bank) waren "mangelhaft". Insgesamt wurden 13 Banken in 91 Gesprächen getestet. Gut abgeschnitten haben dabei lediglich die Commerzbank, die Postbank und die Berliner Sparkasse.
Besonders negativ wurde bewertet, daß meist recht teure Kreditversicherungen mit verkauft wurden, obwohl diese gar nicht gewünscht waren. Auch wurden oft Meldungen an die SCHUFA rausgegeben, obwohl der Kunde dafür gar keine Einverständniserklärung unterschrieben hatte! - SCHUFA ändert System bei Kreditanfragen
Die SCHUFA als Finanzauskunftei zu Privatpersonen hat endlich ihr Bewertungssystem geändert. Wer in der Vergangenheit einen Kredit wollte und dazu bei einer Bank angefragt hatte, bekam für jede solche Anfrage Minuspunkte bei der SCHUFA. Das führte in einigen Fällen dazu, daß nach einem ausführlichen Konditionenvergleich die eigene Kreditwürdigkeit praktisch nicht mehr vorhanden war und die Banken unter Verweis darauf den Kredit verweigerten!
Dies hat die SCHUFA nach eigenen Angaben im Januar 2007 nunmehr geändert und jetzt sollen Kreditvoranfragen unschädlich sein! Es ist nur zu hoffen, daß dies auch der Wahrheit entspricht. Schon in der Vergangenheit war die SCHUFA mit einem System aufgefallen, bei dem häufigere Eigenauskünfte (wie sie z.B. in der Finanzbranche Tätige häufig brauchen) ebenfalls als bonitätsverschlechternd bewertet wurden. Das allerdings soll auch abgestellt sein.
Soll, denn ob es wirklich so ist, kann man als Verbraucher praktisch nicht nachvollziehen!.
3. Fondsnews - FondsKongress in Mannheim
Die Versicherungs- und Finanzbranche hat zwei fixe Termine pro Jahr: Die DKM als Versicherungsmesse im Oktober und den FondsKongress als Investmentmesse Ende Januar/Anfang Februar. Über die DKM haben wir in einer unserer letzten Ausgaben ja (übrigens mit überaus großer positiver Leserresonanz) berichtet. Nun war die zweite Veranstaltung angesagt, der
FondsKongress. Wie die Vorjahre fand er im CongressCenter am Rosengarten in Mannheim statt und war eine überaus anstrengende Veranstaltung: Kern des Kongresses sind die Vorträge. Jeweils 9 Vorträge finden parallel statt von 9 Uhr morgens bis 18:30 Uhr abends - immer 30-45 Minuten. Allein die Auswahl der zu besuchenden Vorträge erfordert eine gewisse Vorarbeit. Der Lohn sind teilweise wirklich erstklassige und
hochkarätige Vorträge von international renommierten Fondsmanagern oder Analysten rund um das Thema Anlage und Investment. Highlight dieses Jahr war sicherlich Alexander Scurlock, der neue Fondsmanager des fast 20 Mrd. EUR (!) schweren Fidelity-Flaggschiffs "Fidelity European Growth Fund" mit seinen Ausführungen zur zu erwartenden Strategie etc. Aber auch der in Deutschland sicherlich bekannte Dachfondsspezialist Eckhard Sauren hielt
einen durchaus launigen Vortrag über die Qualitäten von Fondsmanagern und Fondsergebnisse nach deren Weggang. Neben diesen Vorträgen waren 165 Stände der Aussteller zu besuchen - praktisch alle namhaften Fondsgesellschaften von Allianz über DWS, JPMorgan, Templeton bis zu WestLB Mellon waren vertreten. Interessant die Einheitsgröße: Der "Einzelkämpfer" Fondsmanager Bernd Greisinger hatte genau die gleiche Standgröße wie die riesige DWS! Aber das ist Prinzip dieser
Veranstaltung, da das Ganze ansonsten einfach ausufert. Tut es aber ohnehin, denn der FondsKongress war extrem gut besucht und dementsprechend war es fast schon schwierig, an den Ständen ein vernünftiges Gespräch zu führen. Trotzdem eine tolle Gelegenheit, ein Stimmungsbild der Branche zu bekommen, neue (kleine Gesellschaften) etwas näher kennenzulernen oder mit größeren über spezielle Produkte zu sprechen.
Vieles von dem dort Gehörten und Kennengelernten fließt in unsere Beratungsgespräche ein, denn gerade jetzt ist die Zeit, wo wir mit unseren Mandaten ihre Fondsportfolios durchsprechen und optimieren.
Ihnen als Leser unseres Newsletter hier nur ein paar kleinere "Schmankerl", die uns aufgefallen sind:
- Die Auster: Die schweizerische Privatbank SYZ (Genf) war mit ihrer Fondsgesellschaft OYSTER vertreten.
Diese allgemein noch recht unbekannte Fondsgesellschaft ist mit einigen ihrer Fonds sehr erfolgreich. So haben wir beispielsweise den OYSTER European Opportunities seit einiger Zeit in die Depots unserer Mandaten empfohlen. Die Ergebnisse zeigen die Richtigkeit dieser Empfehlung. Interessant am Stand von OYSTER war ein Gespräch mit dem schweizerischen Vertriebschef Thierry Robin über Hintergründe der erfolgreichen Arbeit dieses Fondshauses.
- Die Balten:
Aus Skandinavien kommt die DANSKE BANK - und mit ihr ein paar sehr spezielle Fonds: "Baltic" für die baltischen Länder Estland, Lettland und Litauen "Eastern Europe Convergence" für die neuen EU-Staaten "Trans Balkan" für die Länder Südosteuropas von Albanien bis Türkei Sehr interessant hier erscheint uns vor allem der "Baltic"-Fund - ein anderer Fonds nur für die drei
baltischen Länder (eigentlich ein winzigkleiner Markt) war uns bis dato nicht geläufig. Aber ein Ergebnis von 21,6% plus im Jahr 2006 kann sich durchaus sehen lassen. Leider gibt es den Fonds noch nicht sonderlich lange, aber wir werden ihn sicherlich unter Beobachtung halten!
- Die Isländer
LANDSBANKI ist das größte Bankhaus der Insel aus dem hohen Norden. Eigene Fonds sind derzeit noch nicht in Deutschland erhältlich, aber man hat vor einiger Zeit die Fondsboutique KEPLER übernommen. Offen gestanden war uns dieses Haus bis dato auch nicht geläufig, aber im Vortrag von Dachfondsmanager Eckhard Sauren wurde u.a. der KEPLER KE European Small/Mid Cap Fund positiv erwähnt - wegen des ausgezeichneten Fondsmanagers Armin Ingerl.
Ein Gespräch am Stand führte zu interessanten Erkenntnissen - aber auch zu einer gewissen Zurückhaltung, da der Fonds mit einer Auflegung in 7/2005 nicht unsere Kriterien einer Mindesthistorie von 3 Jahren (besser noch 5 Jahren) erfüllt. Außerdem empfinden wir die Performance-Gebühr von 15% bzw. sogar 20% als ziemlich heftig angesichts guter, aber nicht absolut herausragender Ergebnisse...
- Die Oppenheimer
Zur Abwechslung mal sehr bekannt ist das Bankhaus Sal. Oppenheim. Deren Fondsgesellschaft OPPENHEIM PRAMERICA hat sich auf dem Kongress eher dem Thema der Bonds, also der Rentenfonds zugewandt. Mutig angesichts steigender Zinsen im Euro-Raum und damit verbundener Verluste praktisch aller Rentenfonds. Im Vordergrund stand eine Alternative mit vergleichbarem Risikoprofil: Fonds für ABS, Asset Backed Securities. Das sind vereinfacht gesagt verbriefte Kreditportfolios, die einen sehr gut
kalkulierbaren Ertrag bringen analog zu festverzinslichen Wertpapieren. Anders als diese schwanken die ABS aber nicht im Wert angesichts von EZB-Zinsschritten, was sie sehr wertstabil macht. Der ursprüngliche "Asset Backed Securities Fund" ist jedoch leider deutschen Privatanlegern nicht zugänglich. Es wurde allerdings der "OP Cash Euro Plus" im Sommer letzten Jahres auf ein vergleichbares Konzept umgestellt. Mit diesem erwartet man sich für das laufende Jahr eine
Gesamtrendite von ca. 4,5 bis 5 Prozent auf Euro-Basis. Sicherlich mal eine überlegenswerte Alternative zu den "normalen" Rentenfonds.
Das alles sind natürlich keine Anlageempfehlungen, auch wenn wir alle genannten Produkte ohne Ausgabeaufschläge über unser Fondsportal http://www.aktienfonds.com anbieten. Aber vielleicht ist ja auch für Sie der eine oder andere Denkanstoß dabei. - Aktuelle Anzahl von Investmentfonds in Deutschland
In Bezug auf die Zahl der Investmentfonds in Deutschland kursieren ja immer wieder die unterschiedlichsten Zahlen. Laut Fondsnet gab es in der Lipper-Datenbank mit Stand 30.11.2006 in Deutschland: 6.689 offene Investmentfonds 15.494 zugelassene Fonds, wenn alle Anteilsklassen mit berücksichtigt werden 57% der Fonds haben ihr Domizil in Luxemburg
48% der Fonds sind Aktienfonds 25% der Fonds sind Rentenfonds - Fidelity European Growth Fund hat verloren
Der größte europäische Aktienfonds ist seit geraumer Zeit der FIDELITY European Growth Fund. Bekanntlich gab es hier zum Jahreswechsel einen Fondsmanagerwechsel, weshalb wir den
Fonds als potentiellen Verkaufskandidaten auf unsere Watchlist gesetzt haben. Aber schon vorher hatte dieser Fonds deutliche Mittelabflüsse hinzunehmen: 2,63 Milliarden EUR (!) wurden im Jahr 2006 aus diesem Fonds abgezogen! Angesichts eines Volumens von immer noch rund 19 Milliarden EUR zum Jahreswechsel 2006/2007 kann dies sogar als positiv für den Fonds bewertet werden - wobei er inzwischen ohne Frage ein derartiges Dickschiff geworden ist,
daß sein Management allein unter diesem Gesichtspunkt eine echte Herausforderung geworden ist.
4. Versicherungsnews Versicherungsprodukt des Jahres
Die deutschen Lebens- und Rentenversicherungen dürfen 2007 für Neuverträge nur noch eine Garantieverzinsung von 2,25% pro Jahr gewähren. Garantien werden aber immer mehr zum Alljährlich kührt der Axel Springer Verlag mit seiner Tochter, dem FINANZEN Verlag, die Finanzprodukte und -berater des Jahres. Auch dieses Jahr wieder saß der Autor dieser Zeilen in der Jury zum Versicherungsprodukt des Jahres.
Es gehört zur Vereinbarung, daß über die Bewerber (diesmal waren es 26 Produkte) Stillschweigen bewahrt wird. Die drei Finalisten aber dürfen genannt werden: - DIALOG Lebensversicherung mit ihrer selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung für Einsteiger mit Wechseloption - EAGLE STAR Lebensversicherung (ZURICH-Gruppe) mit ihrer neuen Risiko-Lebensversicherung - IDEAL Lebensversicherung mit ihrer überarbeiteten Pflege-Rente
And the Winner is: EAGLE STAR!
Herzlichen Glückwunsch für einen unseres Erachtens verdienten Sieg! Das Produkt mit garantiertem Beitrag, vorzeitiger Leistung bei nurmehr 12monatiger Restlebensdauer und vielem mehr hatten wir bereits in unserem Oktober-Newsletter 2006 ausführlich vorgestellt.
Was aber immer wieder bei der Analyse der Bewerber zum Versicherungsprodukt des Jahres auffällt, ist eine gewisse Dreistigkeit: Da werden viele Produkte vorgestellt, die weder neu noch innovativ sind! Und bei vielen besteht die Innovation aus teilweise wirklich lächerlichen Details, daß jeder ernsthafte Kenner der Branche angesichts solcher Chuzpe nur den Kopf schütteln kann! Der Branche sei hier dringend angeraten, endlich mal den Kopf aus dem Elfenbeinturm rauszustrecken
und eine vernünftige Markt- und Konkurrenzbeobachtung zu machen - dann würden vielleicht nicht mehr soviel alte Hüte als neu verkauft werden! Und die Juroren hätten mehr Zeit, sich mit den wirklich innovativen Produkten auseinanderzusetzen - von denen es jedoch leider viel zu wenig gibt.
Ohnehin erstaunlich: Eine Branche, die es trotz gesetzlicher Steilvorlagen wie Leistungskürzungen im Gesundheitswesen oder endlich politisch zugegebenen Unzulänglichkeiten der Gesetzlichen
Rentenkassen nicht schafft, vernünftiges Neugeschäft zu produzieren, ist derart unbeweglich! Man schaue sich nur mal die Innovationskraft des Investment- und Zertifikatemarktes an und dann die Schnarchnasen vieler Versicherungsvorstände... Schade um diese Chancen! - PROTEKTOR zahlt Überschüsse
Interessant: Der Sicherungsfonds für pleite gegangene Lebensversicherungen PROTEKTOR zahlt nun auf die übernommenen Verträge der faillierten MANNHEIMER Lebensversicherung sogar wieder Überschüsse: Sofern die Garantieverzinsung unter 3,5% liegt, wird die Differenz durch Überschüsse ergänzt. Verträge mit 3% Garantie bekommen somit 0,5%-Punkte obendrauf und Verträge mit 3,25% Garantie 0,25%-Punkte. Nichts hinzu bekommen die Verträge mit 4%
Garantie - aber eben mit 4% doch deutlich mehr als alle anderen. Was wieder einmal zeigt: Garantien können absolut erheblich sein, auch wenn sie von manchen Marktteilnehmern als unwichtig deklassiert werden! - MANNHEIMER zahlt nicht an HEROS-Kunden
Sie erinnern sich sicherlich an den Skandal der Veruntreuung von Geldern durch die inzwischen insolvente Geldtransportfirma HEROS. Hier gab es eine Versicherung zum Schutz der Kunden durch die MANNHEIMER Sachversicherung (genau, die ehemalige Schwester der pleite gegangenen Lebensversicherung). Diese hat allen Geschädigten nun einen erheblichen Schlag versetzt: Sie hat die Versicherungsdeckung für HEROS als von Anfang an ungültig erklärt und verweigert damit jede Art von Leistung!
Die MANNHEIMER schrieb laut Financial Times Deutschland an den Konkursverwalter und die HEROS-Kunden, daß sie den Versicherungsvertrag und alle damit verbundenen Erklärungen wegen arglistiger Täuschung durch HEROS anfechtet und wegen der Verletzung vorvertraglicher Anzeigepflichten von allem zurücktritt. Dies begründet sie damit, daß bereits vor dem Abschluß der Police im Jahr 2001 die Firma HEROS ein Schneeballsystem betrieb (laut Geständnis des Ex-HEROS-Chefs Karl-Heinz Weis).
Das aber war ein gefahrerhöhender Umstand, der bei Abschluß des Vertrages hätte angegeben werden müssen. Da dies aber unterblieben ist, wurde die vorvertragliche Anzeigepflicht grob verletzt, was zum Rücktritt führt. Eine in unseren Augen interessante und sicherlich grundsätzlich nachvollziehbare Erklärung - auch wenn dies für die Geschädigten einen herben Rückschlag bedeutet. Mal sehen, was die Gerichte dazu sagen. - MONEYMAXX verschwindet
In einer Reihe von früheren Newslettern haben wir MONEYMAXX, eine fondsgebundene Lebensversicherung, sehr negativ beurteilt. Ursprünglich angeboten von der niederländischen AEGON wurden deren deutsche Aktivitäten im April 2005 vom DEUTSCHEN RING übernommen (wir berichteten). Dieser hat Ende 2006 die MONEYMAXX Lebensversicherung aufgelöst und integriert. Damit ist
nun auch dieses unrühmliche Kapitel weitgehend abgeschlossen. Wobei noch Anfang Februar 2007 die laut Aufsichtsbehörde BAFin längst aufgelöste MONEYMAXX Lebensversicherung AG noch immer mit eigener Homepage im Netz vertreten und dort auch in den "News" kein Wort von ihrem Verschwinden zu lesen ist ....
5. Renten- und Sozialversicherungsnews
- Weitere Verfassungswidrigkeit der Gesundheitsreform?
Neben der von uns eingangs angesprochenen allgemeinen Verfassungswidrigkeit der Gesundheitsreform scheinen auch einige einzelne Punkte an sich verfassungswidrig zu sein. So hat die KKH, eine Gesetzliche Krankenkasse, ein Gutachten vorgelegt, wonach die vorgesehene
Entschuldung aller Krankenkassen vor Einführung des Gesundheitsfonds alleine schon illegal sei, da sie von den schuldenfreien Kassen fordert, verschuldete Kassen zu stützen. Schuldenmachen aber war den Krankenkassen eigentlich per Gesetz verboten. Und nun sollen gesetzestreue Kassen für das Verhalten gesetzeswidrig handelnder Kassen bestraft werden? Aber Fairness und Recht werden von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt offensichtlich ja doch etwas spezieller definiert als von vernünftig denkenden Menschen dieses Landes....
- Weniger Beihilfe in Bayern
Das Land Bayern kürzt die Beihilfe seiner Beamten zu ihren Krankheitskosten. So entfällt die Praxisgebühr, dafür aber wird künftig jeder Rechnungsbeleg bei ambulanten, zahnärztlichen, psychotherapeutischen Leistungen, allgemeinen Krankenhausleistungen sowie Leistungen von Heilpraktikern pauschal um EUR 6,- reduziert.
Auch bei Arzneimitteln etc. wird künftig je Rechungsbeleg pauschal um EUR 3,- gekürzt. Wird im Krankenhaus das Zweibettzimmer in Anspruch genommen, sinkt wird die Beihilfe fix um EUR 7,50 je Krankenhaustag (max. 30 Tage pro Jahr). Restkostenversicherte sollten ggfls. ihren Versicherungsschtz erhöhen, um keine Lücken zu haben!
6. Rechts- und Steuernews - Sturm Kyrill und die steuerliche Absetzbarkeit
Die Rürup-Rente oder auch Basis-Rente genannt sollte ja hauptsächlich bei Selbständigen deren Altersvorsorge verbessern, indem die Beiträge steuerlich absetzbar sind (wogegen dann natürlich
alle Auszahlungen voll steuerpflichtig werden). Wie so oft ist auch hier gut gemeint das Gegenteil von gut gemacht. Der Gesetzgeber hat handwerklich unsauber die sogenannte "Günstigerprüfung" veranlaßt, durch die die meisten Selbständigen den steuerlichen Vorteil überhaupt nicht nutzen konnten. Doch das wurde nun geändert: Sogar rückwirkend seit Anfang 2006 können nun Selbständige
unabhängig von einer Günstigerprüfung die Beiträge zur Rürup-Rente steuerlich geltend machen! An dieser Stelle dazu ein Lesetip: In der Zeitschrift PERFORMANCE, Ausgabe 12/2006, hat der Autor dieser Zeilen zum Thema “Das Märchen der staatlich geförderten Policen” u.a. auch die Rürup-Rente untersucht. Dieser Artikel kann hier nachgelesen werden. -
Beliehene Lebensversicherungen teilweise steuerpflichtig
Vorsicht bei Lebensversicherungen, wenn auf diese ein Darlehen aufgenommen und davon Investmentfonds gekauft wurden! Der Bundesfinanzhof hat nun entschieden (Az. VIII R 1/2006), daß die Erträge der Lebensversicherung in diesem Fall voll steuerpflichtig sind. Die Begründung dazu:
Zwar werde mit dem Erwerb von Anteilen an einem Aktienfonds ein Anteil am Sondervermögen einer Kapitalgesellschaft erworben. Da das zulässige Vermögen eines Aktienfonds aber auch Kapitalforderungen umfassen dürfe, sei der Anteilserwerb unter Einsatz von Lebensversicherungen insgesamt als steuerschädlich zu bewerten!
7. Und dann war da noch...
der ehemalige Schauspieler Manfred Krug, der sich im STERN öffentlich für seine Bewerbung der T-Aktie (Telekom-Aktie) entschuldigt hat: "Ich entschuldige mich aus tiefstem Herzen bei allen Mitmenschen, die eine von mir empfohlene Aktie gekauft haben und enttäuscht worden sind."
Seine eigenen Telekom-Aktien besitze er noch: "Ich betrachte es als eine Art Selbstbestrafung". Da fragt man sich dann doch, warum in Deutschland außer ihm noch immer mehrere Millionen Menschen die gleiche Selbstbestrafung üben, anstatt diese Papiere endlich gegen chancenreichere Titel
zu tauschen. Nur zur Erinnerung: Die Deutsche Telekom hat im Jahr 2006 allein 2 Millionen (!) Festnetzkunden verloren.... nach oben |