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Aktuell im Februar 2007

ALTERNATIV: Den Newsletter im lesefreundlichen PDF-Format herunterladen
 

Die Themen des Monats:

1. TOP-Thema: Was mit der Gesundheitsreform kommt
2. Finanznews
3. Fondsnews
4. Versicherungsnews
5. Renten- und Sozialversicherungsnews
6. Rechts- und Steuernews
7. Und dann war da noch...

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1. TOP-THEMA: Was mit der Gesundheitsreform kommt

Die Gesundheitsreform ist ja leider beschlossene Sache. Ob sie in letzter Konsequenz - gerade mit dem fatalen "Gesundheitsfonds" und dem Weg zur Einheits-Zwangsversicherung - wirklich realisiert wird, erscheint derzeit jedoch als eher zweifelhaft.
Nichtsdestotrotz steht der offizielle Fahrplan für die Einführung, der in einigen Elementen recht knapp bemessen ist. Dieser sieht folgendermaßen aus:

2. Februar 2007
Seit diesem Tag dürfen Arbeitnehmer nur noch dann in die Private Krankenversicherung wechseln, wenn sie mindestens 3 Jahre in Folge über der Versicherungspflichtgrenze verdient haben.

1. April 2007
Ab diesem Tag gilt für alle Personen ohne Krankenversicherung eine Versicherungpflicht, wenn sie zuletzt in einer Gesetzlichen Krankenkasse versichert waren.
Weiterhin gelten ab diesem Tag einige Verbesserungen in der medizinischen Versorgung - so werden z.B. Impfungen und Vater-/Mutter-Kind-Kuren zu Pflichtleistungen der Gesetzlichen Krankenkassen.
Apotheken sind verpflichtet, im Bedarfsfall auch einzelne Tabletten an Patienten auszugeben und einiges mehr.
Als Novum sind ab diesem Datum auch kassenartenübergreifende Fusionen gestattet - also z.B. die Fusion einer BKK (Betriebskrankenkasse) mit einer AOK.
Gleichzeitig haben die Krankenkassen sogenannte "Wahltarife" für Versicherte anzubieten - z.B. mit Selbstbehalten.

1. Juli 2007
Neuer Standardtarif für bislang nicht versicherte Personen, die zuletzt bei einer Privaten Krankenversicherung versichert waren.

1. Januar 2008
Bei Chronikern wird die Regelung präzisiert, daß an Eigenbelastung maximal 1% des Bruttoeinkommens selbst zu tragen ist.

1. Juli 2008
Abschaffung der bisherigen Spitzenverbände der Gesetzlichen Krankenkassen und Einführung eines einheitlichen Zwangs-Spitzenverbandes mit gleichzeitiger Gründung eines allgemeinen medizinischen Dienstes.

1. November 2008
Festlegung des einheitlichen Zwangs-Beitragssatzes durch den Gesetzgeber.

1. Januar 2009
Pflicht zur Krankenversicherung für Jedermann.
Abschaffung des marktwirtschaftlichen Systems in der Gesetzlichen Krankenversicherung und Einführung eines einheitlichen Beitrags unabhängig von Leistungen und Erfordernissen nach ausschließlich politischen Erwägungen.
Einführung des sogenannten Gesundheitsfonds und eines neuen Risiko-Strukturausgleichs zur weitgehenden Abschaffung des Wettbewerbs in der Krankenversicherung.
Einführung eines Basis-Tarifs in der Privaten Krankenversicherung, in den 6 Monate lang jeder ohne Gesundheitsfragen hineinwechseln kann.
Einführung einer neuen Gebührenordnung für Ärzte und Zahnärzte.
Neue Wahltarife mit unterschiedlichen Leistungen beim Krankengeld auch in der Gesetzlichen Krankenkasse.

1. Januar 2010
Gemeinsamer Einzug aller Beiträge zu den Gesetzlichen Krankenkassen durch eine bundeseinheitliche Stelle.

Aber ob es tatsächlich soweit kommt, ist fraglich. Da Bundespräsident Köhler das Gesetz ja erst prüfen und dann unterschreiben muß, selbst aber für die kommenden zwei Wochen in Südafrika weilt, kann es schon gleich mit einer Verzögerung losgehen - so zumindest eine Information des Ärztenachrichtendienstes.
Es wäre die logische Fortsetzung des Murkses im eigentlichen Gesetzgebungsverfahren mit vielen verfassungsrechtlich äußerst fraglichen Passagen ...

Oder um es mit den Worten von DAK-Chef Herbert Rebscher zu sagen, der es als politischen Offenbarungseid und als eines der destruktivsten Gesetze überhaupt bezeichnet: "Ich halte dies für ein Gesetz zur Maximierung des Staatseinflusses und zur Minimierung des qualitätsorientierten Wettbewerbs", so Rebscher laut versicherungsjournal.de. Weiter würden seiner Meinung nach jetzt voller Frust Institutionen und Strukturen organisiert, die "keiner will und keiner braucht".
 

2. Finanznews

Indexprodukte vs. aktives Management

Immer wieder stoßen wir auf die Meinung, daß sich "normale" aktiv gemanagte Aktienfonds überhaupt nicht lohnen würden. Im Vergleich zu rein passiv laufenden Indexfonds hätten sie keinen Mehrwert zu bieten, aber gleichzeitig hohe Kosten.

Dazu das Zitat eines Kunden:
"80 % der Aktienfonds schlagen ja bekanntlich nicht den Index und wer in der Zukunft die Nase vorne hat, kann man heute nicht sagen. Reine Indexfonds in einer ansonsten kostenminimierten Versicherung würden bei breiter Streuung über Assetklassen und regelmäßigem Rebalancing zumindest keine schlechte Lösung darstellen."
Wir haben uns nicht zuletzt deshalb nochmals verstärkt mit dem Thema auseinandergesetzt.

a) Thema Sicherheit:
Das ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Nur wenige Indexfonds kaufen tatsächlich die zugrundeliegenden Aktien ein. Die meisten investieren in Form von Derivaten wie z.B. Zertifikaten in die entsprechenden Indices. Das bedeutet damit sofort auch ein Emittentenrisiko - denn man ist damit nur Gläubiger gegenüber dem Herausgeber des Zertifikate. Geht dieser pleite, ist das Geld verloren, ganz unabhängig von der jeweiligen Entwicklung der eigentlichen Aktien.
Welche Derivate welches Emittenten im einzelnen Indexfonds drin sind? Und wie sicher dieser Emittent zu bewerten ist? Allein zwei Fragen, die von Otto-Normalanleger sicherlich nicht zu beantworten sind!

b) Thema Rendite:
Natürlich ist die Kostenbelastung durch ein aktives Management mit entsprechendem Research-/Analyseaufwand erheblich höher als ein reines Nachbilden eines Index, gar keine Frage. Und viele Fonds erreichen nicht die Rendite des entsprechenden Index. Auch das ist vollkommen korrekt. Aber ist es deshalb automatisch ein Negativmerkmal?

Dazu muß man sich erst einmal vergegenwärtigen, daß zu einer Fondsanalyse immer zwei Parameter gehören:
- Performance (also Wertentwicklung incl. Zinsen und Dividenden)
- Risiko

Gerade der letztgenannte Punkt wird vom Privatanleger fast immer übersehen. Oder wer unserer Leser weiß, welches Risikomaß der gehaltene Fonds hat? Ja, die Performance von 20% in 2006 weiß man noch... Aber zu welchem Preis (sprich Risiko) wurde diese erzielt?

Ein Beispiel:
Der Index macht eine Performance von 15% in einem Jahr. Gleichzeitig hat er ein Risiko von 25%.
Ein Fonds mit diesem Index als Benchmark (Vergleichsmaßstab) macht eine Performance von 13% in einem Jahr und hat gleichzeitig ein Risiko von nur 10%.
Welches ist das bessere Produkt?

Nach Meinung unseres Kunden wohl der Index.
Nach unserer Meinung auf jeden Fall der Fonds. Natürlich hat der nicht die Performance des Index erreicht, er hat aber deutlich weniger als die Hälfte an Risiko! Und damit ist er schon sehr nahe an das Performance-Ergebnis des Index herangekommen - eine sensationell gute Leistung des Fondsmanagers!

Denn es ist doch klar: Je mehr Risiko ich eingehe, desto höher ist i.d.R. meine erzielbare Rendite. Gleichzeitig heißt das höhere Risiko aber auch, daß ich umso tiefer falle und länger im Tal der Tränen bin - das ist der Preis für die Renditechance.
Wenn nun ein Produkt in erster Linie dem Anleger ein solides und möglichst schwankungsarmes oder sogar verlustvermeidendes Ergebnis erzielen möchte, dann kann es keine großen Risiken eingehen. Das heißt, es wird der Preis für die Performancechance nicht gezahlt und somit i.d.R. keine so hohe Performance erzielt werden wie mit mehr Risikotoleranz.
Schafft er es trotzdem, nahe an das Ergebnis einer deutlich risikoreicheren Anlage heranzukommen, dann ist das eine hervorragende Leistung, die nur durch ein aktives Management erzielt werden kann.

Soweit die Theorie. Doch wir wollten diese natürlich auch mit Leben füllen und haben daher mal wieder eine ausführliche Analyse durchgeführt. Um diese so neutral und nachvollziehbar wie möglich zu gestalten, haben wir folgende Basis genommen:
Die Firma Financial Webworks mit ihrer Tochter
www.fondsweb.de analysiert Investmentfonds. Dabei werden über drei verschiedene Zeiträume besonders gute Fonds prämiert, wobei jeweils bis zu drei Sterne zu erhalten sind. Insgesamt gibt es gerade mal 36 Aktienfonds, die im Jahr 2006 über alle drei Zeiträume alle drei Sterne erhalten haben. Dies sind die sogenannten "Fonds-Sieger 2006", nachzulesen unter www.fondsweb.de/fondssieger/ .
Diese Fonds haben wir als Basis für ein Fondsdepot gewählt. Einmal haben wir alle einfach mit 1/36 der Anlagesumme genommen und dann als Alternative dazu ein gewichtetes Depot konstruiert. Bei dem gewichteten Depot müssen immer alle Fonds zu mindestens 1% im Dachfonds enthalten sein. Standardfonds dürfen bis zu 8%, Spezial- bzw. Nebenwertefonds zu maximal 4% vertreten sein. Keine Branche (wie z.B. Technologie o.a.) darf mehr als 10% ausmachen.
Mit Hilfe einer speziellen Software ("invest optimize") haben wir nun auf Vergangenheitswerten basierende Erwartungswerte für Performance- und Risikomaße der Fonds berechnet und optimiert.

  Portfolio aus gleichgewichtet enthaltenen Fonds-Siegern: 
  Risiko 14,90% / Performance 8,36% 

  Portfolio aus speziell gewichtet enthaltenen Fonds-Siegern:  
  Risiko 13,83% / Performance 8,62% 

Alleine durch die intelligente Gewichtung konnten wir also das Risiko deutlich senken und dabei die Performanceerwartung sogar noch erhöhen.
Aber wir sind ja beim Vergleich mit den Indices. Und hier wird es erschreckend:

  DAX:
  Risiko 23,44% / Performance 9,64% 

  EURO-STOXX 50:
  Risiko 20,67% / Performance 8,91% 

  MSCI-World:
 
 Risiko 16,79% / Performance 7,20% 

Unser Depot ist durch seine weltweite Ausrichtung sicherlich am ehesten mit dem "Weltindex" MSCI-World zu vergleichen. Brauchen wir angesichts dieser Ergebnisse da überhaupt noch ein Wort zu verlieren?

Um es ganz knapp und einfach zu sagen: Gute, aktiv gemanagte Aktienfonds sind Indexfonds weit überlegen!
Das kann sowohl nur performancemäßig sein, aber vor allem auch in Kombination mit der Bewertung des Risikos. Und nur wenn beide Kennzahlen in Verbindung betrachtet werden, ist eine ernsthafte Analyse möglich.

Nur weil der Markt soviel Mist herausbringt und es immer noch genügend - sagen wir unbedarfte - Anleger gibt, die diesen kaufen, kann man dies nicht pauschal gegen aktiv gemanagte Produkte auslegen.
Im Gegenteil: Selektiert man vernünftig, findet man im Handumdrehen vielfach bessere Produkte als Indexfonds.

Und die höheren Kosten? Die sind in der Performance ohnehin schon eingerechnet - zumindest bis auf die Ausgabeaufschläge. Aber nicht nur wir bieten mit unserem Portal www.aktienfonds.com den Fondskauf vollständig ohne Ausgabeaufschläge an.....
 

3. Fondsnews

  • "Land Banking" - Ertrag nur für den Initiator?
    Seit einigen Monaten macht eine kanadische Firma in der Branche mit einem Angebot für "Land Banking" auf sich aufmerksam - darunter ist nicht anderes als eine Landentwicklung zu verstehen.
    Die Idee: Die Anleger beteiligen sich an einem Geschlossenen Fonds, der in Grundstücke in Kanada investiert. Diese sind bislang abseits der Städte gelegen und meist noch landwirtschaftlich genutzt. Nach deutschem Sprachgebrauch würden wir sie wohl als "Bauerwartungsland" bezeichnen. Diese Grundstücke werden gekauft und "baureif" gemacht. Danach sollen sie mit Gewinn wieder verkauft werden.
    Nachdem wir bereits mehrere Anrufe zu diesem Fonds erhalten haben und auch überdeutlich zum Mitvertrieb aufgefordert wurden, freut es uns umso mehr, daß der renommierte Analyst Stefan Loipfinger dieses Produkt nunmehr analysiert hat. Das Ergebnis: Der Fonds ist extrem ertragreich - wenn auch wahrscheinlich nur für den Initiator!
    Einige "Highlights" dazu:
    - Das Farmland wurde bereits Anfang des Jahres vom Initiator gekauft! Dieser gibt es nun aber zum Dreieinhalbfachen (!) dieses Einkaufspreises an den Fonds weiter. Keine schlechte Rendite für knapp ein Jahr.
    - Der Initiator erwartet laut Prospekt eine Verdoppelung des Wertes des Anlageobjektes nach 5 Jahren - und zwar "aufgrund seiner Marktkenntnisse".
    - Der Initiator ist nicht verpflichtet, Gesellschafterversammlungen abzuhalten. Und wenn er es doch tut, nimmt automatisch ein "Treuhänder" die Stimmrechte der passiven Anleger wahr. Auch so kann man Mehrheiten im eigenen Sinne sicherstellen und ungestört wirtschaften...

    Schön das Fazit von Stefan Loipfinger dazu:
    "fondstelegramm-Meinung. Aufgrund der hohen Provisionsstruktur wird derzeit sehr viel von freien Finanzdienstleistern nach diesem Produkt gefragt. Allerdings sollte doch wohl jeder vernünftige Berater die Finger von dem Fonds lassen, der vor allem Gewinne für den Initiator verspricht. Da der horrende Zwischenhandelsgewinn durch keine Fakten als Substanz bildende Ausgabe zu sehen ist, wandern gerade mal 21,3 Prozent der Gesamtinvestition in den echten Kaufpreis für die Grundstücke. Diese minimale Quote von harten Substanzwerten ist der geringste Wert, den ein Initiator jemals seinen Anlegern zugemutet hat. Sollte es dem Anbieter nicht gelingen am Ende trotzdem noch Gewinne für die Anleger darzustellen, könnten Investoren sogar auf die Idee kommen wegen Wucherei zu klagen.
    Ein seriöser Initiator verdient dann richtig Geld, wenn die Anleger gute Renditen bekommen - aber nicht schon vorher.".
     
  • Erster Offener Immobilienfonds im Minus
    Jahre- bzw. Jahrzehntelang galten sie als "Betongold" - die offenen Immobilienfonds. Nach einigen Irritationen Anfang letzten Jahres (wir berichteten umfangreich in mehreren Ausgaben unseres Newsletters) haben sich die meisten wieder berappelt. Die Krise scheint überwunden.
    Allerdings bedeutet das nicht zwangsläufig eine hohe Qualität aller Produkte, im Gegenteil! Einigen wenigen wirklich guten und soliden Fonds stehen einige richtig schwache Angebote gegenüber.
    Besonders negativ:
    - Der Euro-Immoprofil ist mit 0,04% im Minus
    - Der CS-WV-Immobilienfonds hat ein Minus von 1,64% für 2006 ausgewiesen
    - Der KanAm US-Grundinvest hat einen Rückgang von 3,95% zu verzeichnen
    Doch der Branchenverband behauptet trotzdem unverdrossen, bislang sei kein Offener Immobilienfonds im Minus. Wie das sein kann? Ganz einfach: Der Euro-Immoprofil hat auf eine Nachkommastelle gerundet ein Ergebnis von 0,0 - also kein Minus. Und die beiden anderen Fonds sind in den Zahlen des Bundesverbandes nicht enthalten, da sie nicht in Deutschland aufgelegt sind.
     
  • Wieder Flugzeug-Leasingfonds
    Nach vielen Jahren kommt er endlich wieder: Der Flugzeug-Leasingfonds! Der Initiator LLOYD bietet Anlegern an, sich am Kauf eines Airbus A 340-600 zu beteiligen, der dann für 12 Jahren an die britische Fluggesellschaft VIRGIN ATLANTIC verleast wird.
    Anders als die Angebote in früheren Jahren geht es bei diesem Angebot jedoch nicht um Verlustzuweisungen, sondern um Rendite. 7,75% pro Jahr werden hier in Aussicht gestellt - natürlich zum Preis eines nicht ganz unerheblichen unternehmerischen Risikos.
     

4. Versicherungsnews

  • NÜRNBERGER wieder mit Indexpolice
    DSeit letztem Jahr sind Indexpolicen wieder im Kommen. Das sind Versicherungsprodukte, die auf einen Aktienindex orientiert sind (z.B. DAX oder EuroStoxx) und gleichzeitig eine Mindestverzinsung des angelegten Kapitals garantieren. Erreicht wird das durch den Kauf spezieller Zertifikate in einen Versicherungsmantel - so sind Renditechance mit Garantien und gleichzeitig auch hohen Steuervorteilen (gerade nach Einführung der Abgeltungssteuer in 2009) möglich.
    Über diese Produktlinie berichteten wir z.B. im Newsletter vom Oktober 2006 http://www.afw-gmbh.de/archiv/aktuell2006/200610/200610.html . Allerdings sind diese Produkte sogenannte "Tranchenprodukte" - das heißt, sie werden nur in einem bestimmten Volumen aufgelegt. Wenn dieses nach einigen Wochen verkauft ist, muß auf das nächste gewartet werde.
    Aktuell hat die NÜRNBERGER wieder eine solche Indexpolice aufgelegt. Natürlich ohne Gesundheitsfragen oder ähnlichem und mit folgenden Eckdaten:
    - Einmalanlage ab EUR 5.000,-
    - Laufzeit bis zum Jahr 2019 (12 Jahre steuerliche Mindestlaufzeit)
    - Mindestleistung voraussichtlich zwischen 125% und 140% des eingezahlten Geldes nach Abzug der Kosten (wird am 24.6.2007 verbindlich festgelegt)
    - Gesamtleistung aus eingezahltem Einmalbeitrag plus 100% der mittleren jährlichen Wertentwicklung des EuroStoxx50 (Index der 50 wichtigsten europäischen Aktien) über die 12jährige Laufzeit - mindestens aber die oben beschriebene Mindestleistung
    - Zusatzbonus von 10% des Einmalbeitrags, sofern der EuroStoxx50 während der 12jährigen Laufzeit zu irgendeinem Zeitpunkt 8.000 Punkte erreicht oder überschreitet
    - Hat der Anleger bei Ablauf mindestens das 60. Lebensjahr erreicht, dann sind die Erträge (Auszahlungen abzüglich Einzahlungen) zur Hälfte steuerfrei - trotz dann geltender Abgeltungssteuer!

    Unseres Erachtens eine durchaus attraktive Lösung für Anleger ab 48 Jahren, die einen Einmalbetrag chancenorientiert und trotzdem mit umfangreichen Garantien anlegen wollen. Besonderer Vorteil ist natürlich die günstige Besteuerung aufgrund des Versicherungsmantels, denn die Abgeltungssteuer ab dem Jahr 2009 wird praktisch sämtliche komplett steuerfreien Anlagevarianten abschaffen!

    Bei Interesse an einem persönlichen Angebot sprechen Sie uns bitte an. Eine Zeichnung ist bis zum 24. Mai 2007 möglich.!

     
  • Fragwürdige Versicherungsvergleiche
    InVor einigen Ausgaben haben wir über den (leider wieder einmal) ziemlich verhunzten Test von Berufsunfähigkeitsversicherungen durch die Stiftung Warentest bzw. deren FINANZtest berichtet.
    Nun ist im STERN 5/2007 ein Test von Privaten Rentenversicherungen erschienen. Im Internet ist dazu eine Beispielrechnung veröffentlicht, die zeigt, daß eine etwas tiefere Kenntnis der Materie durch den betreffenden Journalisten dringend notwendig wäre!

    Verglichen werden eine Fondsgebundene Rentenversicherung und ein Fondssparplan mit späterem Kauf einer Privaten Rente durch dessen Auszahlung. Dem geneigten Leser wird sofort klar, daß eine "Fondsgebundene" Rentenversicherung nicht mit einer "normalen" Privaten Rentenversicherung zu vergleichen ist - die Risikostrukturen sind vollkommen unterschiedlich. Insofern ist alleine dadurch Vorsicht geboten.
    Aber selbst wenn wir dies vernachlässigen: Der Test an sich beinhaltet erhebliche methodische Fehler, wie das Institut für Finanz-Markt-Analyse INFINMA ermittelt hat:
    - Der verwendete Tarif der Fondsgebundenen Rentenversicherung wird bereits seit mehreren Jahren nicht mehr angeboten (!), ist also heute gar nicht mehr nutzbar.
    - Der verwendete Tarif enthält eine Todesfalleistung, die natürlich zu höheren Kosten führt - dieser Zusatz ist im Fondssparplan nicht enthalten
    - Der alternativ berechnete Fondssparplan ist ein rein theoretischer mit einer durchschnittlichen Performance von 8% pro Jahr bei (so die Infinma) "willkürlicher" Kostenbelastung
    - Die Kosten des Fondssparplans sind nicht ausgewiesen. Gerade durch die während einer längeren Laufzeit praktisch zwingend notwendigen Fondswechsel entstehen meist erneut Ausgabeaufschläge oder zumindest höhere jährliche Gebühren
    - Die Sofort-Rente, die mit der Auszahlung aus dem Fonds-Sparplan gekauft wird, ist heute noch überhaupt nicht berechenbar, denn sie wird nach den dann gültigen Lebenserwartungen ermittelt.
    Bei einer guten Fondsgebundenen Rentenversicherung jedoch werden harte Garantien für eine entsprechende Verrentung gegeben - und zwar auf Basis der heutigen Lebenserwartung. Machen wir uns klar, daß unsere Lebenserwartung mit jedem Jahr zunimmt, dann braucht man kein Prophet sein um festzustellen, daß die Rentenleistungen der Zukunft ohne heutige Garantien deutlich schlechter sein werden als heute.
    Aussagekraft des Vergleiches an dieser Stelle: Null!

    Wirklich schade, daß hier (wieder einmal) ein offensichtlich schnell und - sorry dafür, aber es stimmt wohl! - schlampig recherchierter Beitrag seinen Weg in ein eigentliches seriöses Magazin gefunden hat.
     

5. Renten- und Sozialversicherungsnews

  • Gesundheitsreform in der Kritik
    Im "iSoft Report 2007" wurden 100 Fach- und Führungskräfte aus allen Bereichen des Gesundheitswesens in Deutschland befragt. Ein Ergebnis daraus:
    Die Gesundheitsreform halten immerhin noch 9% für "gut" . Für "sehr gut" hält sie niemand, aber 37% für "mangelhaft" oder "ungenügend". Auch nur 9% glauben, daß es der großen Koalition gelingen wird, das Gesundheitswesen in Deutschland nachhaltig zu verbessern.

    Übrigens: Interessant, daß die lieben Regierungsmitglieder mehrheitlich privat versichert sind - darunter auch die Verfechter der Einheits-Zwangsversicherung wie Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Und daß, obwohl alle Parlamentarier unabhängig von ihrer vorherigen Versicherung zum Beginn einer jeden Legislaturperiode in die Gesetzliche Krankenkasse zurückdürfen.
    Aber was für den Plebs gut genug ist, muß es ja für die Volks(ver)treter nun wirklich nicht sein......
     
  • Pflege-Versicherung im Zwischen-Plus
    Die nächste Großbaustelle der Regierung wird die Gesetzliche Pflegeversicherung sein. Aber hier werden derzeit Beruhigungsparolen ausgegeben, denn diese hat das Jahr 2006 mit einem Plus von 450 Mio. EUR abgeschlossen. Also alles nur halb so schlimm?
    Mitnichten! Denn im Jahr 2006 haben die Arbeitgeber 13mal Abgaben gezahlt aufgrund einer veränderten Regelung zur Beitragszahlungsweise. Kein Wunder, daß man ein Plus vermelden kann. Dumm nur, daß es kleiner ist als die monatlichen Ausgaben....
    Aber es hat für die Regierung den erfreulichen Vorteil, daß die Pleite der Pflegeversicherung vom Jahr 2007 auf das Jahr 2008 verschoben ist. Und bis dahin bringt Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ganz sicher eine Pflegereform auf den Weg, die den "sensationellen Erfolg" der Gesundheitsreform ganz bestimmt noch in den Schatten stellen wird - natürlich auch hier zum "Wohl" des ganzen Landes!!
     
  • Ideales Rentenalter
    Eine Umfrage im Auftrag der AXA Versicherung hat ergeben, daß für die Deutschen die Rente mit 67 Jahren vollkommen unerwünscht ist. Das weitere Ergebnis: 59 Jahre werden als das ideale Rentenalter angesehen.
    Deutschland, wir lieben Deinen Realismus!
     

6. Rechts- und Steuernews

  • Steuerrückerstattung für ausländische Dividenden
    Ganz aktuell erreichte uns noch folgende Meldung: Der Europäische Gerichtshof hat entschieden (Az. C-292/04), daß Dividenden ausländischer Aktiengesellschaften bis Ende 2000 in Deutschland zu hoch besteuert wurden. Die Bundesregierung muß den betroffenen Anlegern daher Steuern in Milliardenhöhe zurückerstatten. Ein Sprecher des Finanzministeriums nannte eine Zahl von maximal fünf Milliarden Euro.
    Bis Ende 2000 war im Einkommensteuergesetz eine Steuergutschrift für Dividenden deutscher, nicht aber ausländischer Aktiengesellschaften vorgesehen. Laut EuGH seien dadurch deutsche Besitzer ausländischer Aktien benachteiligt worden. Ebenso seien ausländische Kapitalgesellschaften daran gehindert worden, in Deutschland Kapital zu sammeln.
    Das Gericht ließ eine rückwirkende Geltung des Urteils ausdrücklich zu.
     
  • Gesundheitsfragen unbedingt selbst vollständig beantworten
    Ein wichtiges Urteil hat das OLG Koblenz (Az. 5 U 582/06) gefällt: Kommt es wegen verschwiegener oder unvollständiger Angaben zur Gesundheit bzw. den Vorerkrankungen zu einer Auseinandersetzung mit dem Versicherer, ist demnach der Berater (im vorliegenden Fall ein Versicherungsmakler) nicht haftbar zu machen! Vielmehr müsse der Kunde beweisen, daß bei sachgerechter Beratung ein wirksamer Versicherungsvertrag zustande gekommen wäre.

    Das Urteil ist so weitreichend, daß es noch nicht rechtskräftig ist und aufgrund seiner grundsätzlichen Bedeutung dem Bundesgerichtshof vorliegt.

    Unabhängig vom Ergebnis sollte aber eines klar sein: Gesundheitsfragen sind vom Antragsteller immer und grundsätzlich vollumfänglich und wahrheitsgemäß zu beantworten!
     
  • Mehr Einblick in Kontendaten
    Wenn die Abgeltungssteuer im Jahr 2009 kommt, sollen die Geldanleger noch intensiver kontrolliert, sprich überwacht werden als bisher. Das Wirtschaftsmagazin CAPITAL berichtet über einen entsprechenden Referentenentwurf, nach dem das Finanzministerium die Überprüfung privater Konten durch die Behörden ausbauen wolle. So sollen Kontenkontrollen künftig z.B. auch erfolgen um zu ermitteln, ob Kinder eigene Einkünfte haben.
    George Orwell, es waren nur knapp über 20 Jahre, um die Du Dich vertan hast!
     

7. Und dann war da noch...

... eine eMail mit den folgenden Hinweisen zum Straßenverkehr, die uns gerade erreichte:

"Wer von uns ärgert sich nicht, wenn man schnell mit seinem Auto über die Autobahn huschen will und irgendein Penner träumt mal wieder auf der linken Fahrspur.
Nachfolgend die Spar-Tip´s für Alle, die etwas eilig unterwegs sind:

Drängeln? Lichthupe?
Aber halt: Das kann nach der neuen Vorschrift der StVO sehr teuer werden! Seit dem 1.8.2006 gilt nämlich die neue Dränglervorschrift:
250 Euro - 4 Punkte - 3 Monate Fahrverbot

Fazit: Lieber gleich rechts überholen.
Das kostet lt. gültiger StVO nämlich im Moment
50 Euro - 3 Punkte. Ein Fahrverbot gibt es erst bei mehrmaligen Wiederholungen.
Ergebnis: 200 Euro - 1 Punkt - 3 Monate Fahrverbot gespart!

Noch mehr sparen?
Also rauf auf die Standspur. Das kostet lt. gültiger StVO im Moment:
50 Euro - 2 Punkte. Wieder ein Punkt gespart!
Niemand bedrängt, nicht aufgeregt, Nerven geschont, schnell vorangekommen und insgesamt noch 200 Euro, 2 Punkte und 3 Monate Fahrverbot gespart.

Aber es geht noch viel billiger und effektiver!
Kauf Dir ein Blaulicht und ein Martinshorn, gebrauche dasselbe und Du kannst Dir deinen Fahrstreifen aussuchen, der freigemacht werden soll.
Die Verwendung solcher kleinen Hilfen im täglichen Verkehr kostet läppische 20 Euro. Steht so im §38 StVO geschrieben. Blaulicht und Horn werden dann aber beschlagnahmt - also möglichst preiswert sofort in größeren Mengen im Versandhandel kaufen.
Also 230 Euro gespart und - KEINE - Punkte!!!

So clever kann Autofahren aussehen, wenn man sich im Gesetz auskennt."
 

Wir haben mal kurz recherchiert: Es scheint tatsächlich zu stimmen! Aber vorsichtshalber distanzieren wir uns natürlich von den Inhalten dieser hier wörtlich zitierten eMail.

 

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