| ALTERNATIV: Den Newsletter im lesefreundlichen PDF-Format herunterladen Die Themen des Monats: 1. TOP-Thema: Massive Beitragserhöhungen der Krankenkassen 2. Finanznews 3. Fondsnews
4. Versicherungsnews 5. Renten- und Sozialversicherungsnews 6. Rechts- und Steuernews 7. Und dann war da noch... ------------------------------------------------------------------------------- 1. TOP-THEMA: Massive Beitragserhöhungen der Krankenkassen
Fast schon einer Tradition entsprechend haben zum Jahreswechsel viele Krankenkassen ihre Beiträge wieder erhöht. Da nicht jeder Versicherte individuell darüber informiert werden muß, werden es viele wahrscheinlich gar nicht wirklich bemerken. Hier die Übersicht
aller Änderungen, damit ggfls. noch fristgerecht eine Kündigung und ein Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse erfolgen kann: Beitragssatzerhöhungen (in alphabetischer Reihenfolge): advita BKK von 13,0% auf 14,2% Bahn-BKK von 13,0% auf 14,3% Bank-BKK von 13,5% auf 14,2% BKK Achenbach-Buschütten von 13,2% auf 13,7% BKK Ahlmann von 12,8% auf 13,6%
BKK Aktiv von 13,8% auf 14,4% BKK Anker-Lynen-Prym von 13,3% auf 13,9% BKK Braun-Gillette von 13,4% auf 14,2% BKK BVM von 14,8% auf 15,2% BKK der Siemag von 12,9% auf 13,5% BKK Diakonie von 13,6% auf 13,8% BKK Dürrkopp Adler von 12,4% auf 12,6% BKK Faber-Castell & Partner von 13,4% auf 13,9% BKK Fahr von 13,2% auf 13,7% BKK firmus von 12,9% auf 13,5% BKK für Heilberufe von 14,8% auf 15,3% BKK futur von 14,5% auf 14,1%
BKK Gruner + Jahr von 13,1% auf 14,3% BKK Hoesch von 13,7% auf 14,6% BKK Linde von 13,0% auf 13,5% (erst zum 01.02.2008) BKK MAN und MTU von 13,4% auf 138% BKK Medicus von 13,0% auf 13,4% BKK N-Ergie von 14,0% auf 14,5% BKK Norddeutsche Affinerie von 13,8% auf 14,1% BKK Ost-Hessen von 13,4% auf 13,9% BKK Philips von 13,9% auf 14,5% BKK Phoenix von 13,9% auf 14,2% BKK Publik von 13,6% auf 14,6% BKK Sauerland von 13,9% auf 14,3%
BKK Scheufelen von 12,8% auf 13,4% BKK Schott-Zeiss von 13,9% auf 14,1% BKK TUI von 13,4% auf 13,9% BKK Verkehrsbau-Union von 12,7% auf 13,3% BKK Victoria-D.A.S. von 13,2% auf 13,8% BKK Vor Ort von 13,7% auf 13,9% BKK Werra-Meissner von 12,9% auf 13,6% BKK ZF & Partner von 13,6% auf 13,8% City BKK von 15,5% auf 16,0% Die Continentale BKK von 13,0% auf 13,1% Enercity BKK Stadtwerke Hannover von 14,6% auf 15,3% G+H BKK von 12,6% auf 14,1%
GBK BKK von 15,3% auf 15,7% HypoVereinsbank BKK von 13,7% auf 14,2% (erst zum 01.02.2008) IKK-direkt von 12,0% auf 12,4% Inovita BKK von 13,3% auf 13,7% ktpBKK von 14,2% auf 14,6% mhplus BKK von 13,3% auf 13,8% neue BKK von 13,8% auf 14,1% TECHNIKER KK von 13,5% auf 13,8% WMF BKK von 13,8% auf 14,1%
Beitragssatzsenkungen: BKK Akzo Nobel von 13,4% auf 13,2% BKK Goetze & Partner von 12,9% auf 12,7%
Die Persönliche BKK von 14,2% auf 13,9% Bitte beachten Sie: Das Sonderkündigungsrecht haben Sie nur innerhalb von 2 Monaten nach Inkrafttreten der Beitragsanpassung! Sollten Sie sich freiwillig in einen Wahltarif (z.B. Hausarztmodell) eingeschrieben haben, besteht Sie KEIN Kündigungsrecht. Aber wer einen solchen Tarif wählt und sich damit freiwillig drei Jahre an eine Kasse bindet, hat dies ja
sicherlich auch vorher berücksichtigt.... Und bitte glauben Sie nicht, daß es bei diesen Beitragserhöhungen bleibt! Zum Jahr 2009 soll ja der sogenannte "Gesundheitsfonds" in Kraft treten. Dieser wird einen Einheitsbeitrag zur Folge haben, der nach einer Schätzung der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" etwa 15,5% betragen wird. Da sicherlich viele Kassen damit nicht hinkommen werden, können diese einen Zusatzbeitrag verlangen. Das wird im Endeffekt laut der Initiative zu folgenden Gewinnern und Verlierern führen: Verlierer durch den Gesundheitsfonds: Die ca. 22,8 Mio. Mitglieder, die bei günstigen Krankenkassen mit einem Beitragssatz von 14,9%
oder weniger versichert sind. Das sind z.B. die IKK Direkt, die BIG, viele BKKn, aber auch die AOK Plus oder die TECHNIKER Krankenkasse. Knappe Verlierer durch den Gesundheitsfonds: Das sind ca. 22 Mio. Mitglieder, die bei durchschnittlich teuren Kassen mit Beitragssätzen zwischen 14,9% und 15,4% wie z.B. bei der AOK Niedersachsen oder der BARMER versichert sind. Knappe Gewinner durch den Gesundheitsfonds: Das sind ca. 2,82 Mio. Mitglieder von Kassen, die bisher einen Beitragssatz zwischen 15,5% und 15,8% haben. Dazu gehören z.B. viele AOKn. Gewinner durch den Gesundheitsfonds: Wirklich gewinnen werden ca. 2,69 Mio. Mitglieder von besonders teuren Krankenkassen mit
Beitragssätzen über 15,9%. Als Beispiel sei hier die City BKK genannt. Schaut man sich das Verhältnis Gewinner (weniger als 6 Mio. Mitglieder) zu Verlierern (mehr als 44 Mio. Mitglieder) an, dann zeigen alleine diese Zahlen den sozialpolitischen Wahnsinn dieser Gesundheitsministerin, in deren Amtszeit seit dem Jahr 2001 die Beitragssätze von durchschnittlich 13,6% auf knapp 14,8% gestiegen sind -
trotz enormer Leistungskürzungen in diesem Zeitraum. Es bleibt noch ein Fünkchen Hoffnung, daß die Politik diesen eigentlich von allen Seiten ungewünschten Gesundheitsfonds doch noch einstampft. Wie auch immer es kommt: Die aktuellen Beitrags- und vor allem auch Leistungsübersichten der geöffneten Krankenkassen sowie hilfreiche Informationen zu einem möglichen Kassenwechsel finden Sie auf
unseren Seiten unter www.gesetzlicheKrankenkassen.de. 2. Finanznews
- Zertifikate als Dukatenesel - auch für die Anleger?
Seit einigen Jahren sind - gerade aufgrund der immensen Nachfrage deutscher Privatanleger - Zertifikate die "Cash-Cow" der Finanzindustrie. Auch wenn seit November 2007 die Kosten auf Nachfrage offengelegt werden
müssen - kaum ein Anleger fragt danach und so kann hier mit häufig extrem intransparenten Produkten prächtig verdient werden. Das erhebliche Risiko des Emittentenausfalls wird entweder bewußt ignoriert oder ist in wahrscheinlich noch viel mehr Fällen überhaupt nicht bekannt. Gerade die Verwerfungen der letzten Wochen an den Märkten und das "Wackeln" vermeintlich sicherer Häuser wie Citibank oder Société Générale mit teilweise zweistelligen Milliardenabschreibungen zeigen, daß
diese Produkte lange nicht so risikolos sind wie es oft scheint. Auch wenn bislang glücklicherweise noch kein solcher Anbieter pleite gegangen ist, so dürfte dies eher eine Sache von Monaten denn von Jahren sein. Doch auch so kann es kritisch werden - besonders für die Besitzer von sogenannten "Turbo-" oder "Knock-Out-Zertifikaten". Von diesen wurden allein in der Woche des starken Börsenrückgangs mehrere tausend Produkte von einem Tag auf den anderen vollkommen
wertlos. Kein Wunder, daß man da in letzter Sekunde verkaufen will. Doch was, wenn die Handelssysteme nicht mehr mitspielen? In den Krisentagen des Januar 2008 kam es laut Presseberichten bei sehr vielen Handelsplattformen wie z.B. der DAB-Bank zu massiven Handelsausfällen. Aber auch die Emittenten selbst waren oft nicht mehr in Lage, überhaupt noch Preise für ihre Produkte feststellen zu können - besonders "herausragend" muß da der Global-Player Citibank gewesen sein, der in der
Euwax-Liste der gemeldeten Handelseinschränkungen besonders häufig auftaucht. Sprich, die Investoren haben Zertifikate und können sie nicht mehr verkaufen. Der Wertverlust ist ihnen! Finanztreff.de beispielsweise fordert festzustellen, "welche Emittenten tatsächlich 'den Stecker ziehen' wenn es ihnen ungemütlich wird und welche schlicht und einfach die Aufrüstung ihrer technischen Systeme vernachlässigen." Und zieht auch gleich das Fazit dazu: "Ein Armutszeugnis ist
in jedem Fall beides." Dem kann man sich nur uneingeschränkt anschließen.
Sehr nett ist auch, was die Zeitschrift "Das Investment" in ihrer Februar-Ausgabe über die Konstruktion eines Zertifikates der LBB Landesbank Berlin schreibt. Ein Emittent, den man doch durchaus als seriös und sicher bezeichnen will, oder? Aber schauen wir uns das - zugegebenermaßen durch einen externen Partner entwickelte - Zertifikat mal genauer an. Es handelt sich laut "Das
Investment" um das "Naya Bahrat Indien Property Zertifikat", das an der Wertentwicklung indischer Immobilieninvestoren und Bauträger partizipieren soll. Das Zertifikat spiegelt die Wertentwicklung eines Index wieder, des "Naya Bahrat Indien Property Index". So weit so gut. Dieser Index aber besteht aus nur einer einzigen (!) Aktie, der Naya Bahrat Property Company. Für diese liegen kaum nennenswerte Handelsumsätze vor und es ist auch keineswegs ein indisches
Unternehmen, sondern auf der Kanalinsel Isle of Man ansässig. Zu dieser einen Aktie kommt noch eine Barkomponente hinzu, die zusammen den ganzen Index darstellen. Die prozentuale Zusammensetzung wird ohne vorgegebene Regel vom Indexbetreiber, der ZJ Struktured Solutions, nach eigenem Gutdünken festgelegt. Und ZJ Struktured Solutions ist zufälligerweise auch der Entwickler des LBB-Zertifikats. Dieses ist übrigens schon 2 Tage nach der Emission ausverkauft. Und gekauft wurde es wiederum
von zwei Strategiezertifikaten (ZJ Portfolio Strategie-Zertifikat und ZJ Plan-Zertifikat Spezial). Zumindest letzteres wird praktisch ausschließlich den vermögenden Privatkunden der Raiffeisenbank Kleinwalsertal angeboten. Und jetzt betrachten wir die Namen der Zertifikate und raten, wer für diese verantwortlich ist: Genau, die gleiche Gesellschaft, die bereits den Index festlegt und ein Zertifikat darauf aufgelegt hat. Eine tolle Sache - aber sicherlich weniger für den Anleger. Aber
zur Generierung von Gebühren eine sensationelle Konstruktion! Ohne die Details zu betrachten: Der indische Aktienindex stieg von Februar 2007 (Zeitpunkt der Ausgabe des Zertifikats) bis Dezember 2007 um 42 Prozent. Die Naya-Bahrat-Aktie dagegen stieg nur um 21% - und im Naya-Bahrat-Zertifikat kamen nur 6 Prozent an. Und darüber liegen ja noch die beiden Strategiezertifikate mit ihren eigenen Gebühren. Was danach für den Anleger noch übrig bleibt? Natürlich wenig Positives - aber muß es denn
immer nur um Gewinn gehen?
Wir lernen wieder einmal: Wer Zertifikate kauft, ist selber schuld!
3. Fondsnews -
FondsKongress in Mannheim in Kürze
Am 29.1. und 30.1. fand in Mannheim wieder einmal der jährliche FondsKongress statt. Das ist DIE Veranstaltung der Fondsbranche mit einer Mischung aus Messebetrieb und Fachvorträgen. So laufen insgesamt 190 Vorträge in 11 Sälen parallel - ein nur mit genauer Planung ansatzweise zu bewältigendes Pensum. Dazu kommen rund 200 Aussteller praktisch aller renommierten
Fondsgesellschaften wie DWS, Fidelity, Templeton etc. Wobei, und das ist hier eine wirkliche Eigenart dieses Kongresses: Jeder Aussteller, egal wie groß, winzig, wichtig oder unbedeutend, hat nur einen Standardstand in der Größe von 3x3 Metern. Wo sich die (noch) größte Fondsgesellschaft Deutschlands, die DWS, sonst ihrer Bedeutung entsprechend aufwendig präsentiert, muß sie hier ebenfalls mit der Standardgröße vorlieb nehmen.
Charmanter Vorteil: Gerade die kleinen und kleinsten
Anbieter wie z.B. spezialisierte Fondsboutiquen werden genauso oder dadurch sogar noch mehr wahrgenommen und man hat als Fachbesucher (Privatpersonen sind nicht zugelassen) eine tolle Chance, auch weniger bekannte Anbieter zu entdecken. Da gerade an diesen Ständen oft sogar die Fondsmanager selbst anwesend sind, ergeben sich hervorragende Möglichkeiten zu hochinteressanten Hintergrundgesprächen. Das wurde von uns natürlich auch dieses Jahr wieder intensiv genutzt, genauso wie die Fachvorträge
(so z.B. Graham French vom exzellenten "M&G Global Basics", der über die Hintergründe seiner Reduzierung des Rohstoffanteils im Fonds berichtete).
Hauptthema war weniger das Chaos um die Société Générale oder die aktuelle Kapitalmarktkrise als vielmehr die bevorstehende Abgeltungssteuer und innovative Lösungen dagegen. So waren natürlich Dachfonds eines der großen Themen - mindestens genauso stark aber auch die "Wrapping-Lösungen", also hochflexible
Versicherungsmäntel für ab 2009 getätigte Anlagen. Damit lassen sich diese erheblich steuerbegünstigt nutzen. Das aber wird für Neuanlagen und Umschichtungen erst nach diesem Jahr wirklich interessant, da bis Ende 2008 ja noch die komplette Kurssteuerfreiheit zu haben ist. Wir werden uns mit dieser Thematik auch in diesem Newsletter im Laufe diesen Jahres noch intensiv beschäftigen! - Templeton Growth Fund: Die neue Managerin
Über die geradezu desaströsen Ergebnisse des einstigen Sicherheitsgaranten Templeton Growth Fund und dem daraus resultierenden Managerwechsel haben wir bereits im letzten Jahr berichtet. Auf dem FondsKongreß in Mannheim stellte sich nun erstmals die neue Fondsmanagerin Cindy Sweeting der Öffentlichkeit bzw. den Finanzberatern, die den Fonds ihren Kunden empfehlen sollen. Angesichts der bisherigen Ergebnisse wurden deutliche Worte zu Änderungen und Verbesserungen erwartet. Doch nichts davon. Sie erklärte in schnellen Worten ("I am from New York and so I speak very fast") altbekannte Dinge wie
die Suche nach unterbewerteten Aktien - die derzeit interessanterweise sogar im Bereich der Technologietitel (sonst echte Wachstumswerte) zu finden seien. Sein sollen, denn die Verluste der letzten Zeit zeigen möglicherweise eine Fehleinschätzung. Aber nein, kein Wort dazu. Ebenso kein Wort, was sie anders machen will. Offensichtlich nichts, denn sie war für "my good friend Murdo" (Murdo Murchison ist der gefeuerte Vorgänger) als Analystin tätig und so für viele seiner
Entscheidungen zumindest mitverantwortlich. Zusammenfassend konnte man ihren Auftritt nur als Fassade bezeichnen - Hintergründiges war nicht zu erfahren. Und so bleiben wir bei unserer bereits im November/Dezember-Newsletter geäußerten Meinung: Wir sehen derzeit keine Gründe, in diesem Fonds investiert zu bleiben! - Sachsenfonds verschwindet
Nach dem
unrühmlichen Notverkauf der SachsenLB an die LBBW wird nun filetiert. So wurde der mitübernommene Anbieter für Geschlossene Fonds, die renommierte "Sachsenfonds" nun verkauft. Eine Fusion mit der hauseigenen LHI schien wohl weniger lukrativ als die Abgabe dieser Gesellschaft an die bislang ausschließlich auf US-amerikanische Immobilienfonds spezialisierte "KanAm" zu einem höheren zweistelligen Millionenbetrag. Letzten Endes wird also nun der Name Sachsenfonds
verschwinden und KanAm wird über viele neue Segmente verfügen. Wir werden sehen, ob das intellektuelle Know-How an Bord bleibt.
4. Versicherungsnews -
Versicherungsprodukt des Jahres
Seit nunmehr drei Jahren ist der Autor dieses Newsletters Mitglied der Jury zur Wahl des Versicherungsproduktes des Jahres. Dieser Preis für besonders innovative Produkte, der sogenannte "Versicherungsbulle" wird vom FINANZEN-Verlag, einem Unternehmen der Axel-Springer-Gruppe für Finanztitel, verliehen. Erstaunlich war dieses Jahr, wieviele ähnliche
Produkte sich beworben haben - nämlich solche, die vorrangig Riester-Renten nach dem nennen wir es "Drei-Topf-Prinzip" abbilden: Ein Teil der Anlage fließt in einen aktiv gemanagten aktienorientierten Fonds, der 80% Kapitalerhalt garantiert. Ein zweiter, kleinerer Teil, fließt in den traditionellen Deckungsstock der Versicherung (das ist der mit 2,25% p.a. Mindestverzinsung). Aus diesen beiden Töpfen wird die bei Riester-Renten staatlich vorgeschriebene Kapitalerhaltungsgarantie
abgedeckt - wobei je nach Kapitalmarktbedingungen das Kapital flexibel zwischen den beiden Töpfen hin- und hergewechselt wird. Ziel ist, den Anteil der Deckungsstockanlage so gering wie nur möglich zu halten und so die Rendite zu maximieren. Den "Renditekick" aber bekommt das Ganze durch den dritten Topf: Hier wird - je nach Anbieter - eine freie Fondsanlage nach Wahl des Kunden oder ein an seinem Risikoprofil ausgerichtetes gemanagtes Portfolio angeboten. Insgesamt möchte man so
die Nachteile herkömmlicher Riester-Versicherungen ausgleichen, die für die Kapitalgarantie einen zu hohen Anteil von Geldern benötigen, als daß eine wirklich chancenreiche Anlage möglich ist. Vorreiter dieser Modelle war HDI-Gerling mit seinem "TwoTrust", das aber zunächst nur in der Betrieblichen Altersvorsorge angeboten wurde, bevor es dann im letzten Jahr auch für Riester-Verträge geöffnet wurde.
Gewinner des "Versicherungsbullen 2008" wurde aber nach
mehrheitlicher Jury-Entscheidung die DIALOG-Lebensversicherung mit ihrem "biometrischen Optimierungsmodell". Dabei handelt es sich um ein Modell, mit dem Personen mit wenig Kapital aber hohem Absicherungsbedarf ein ausreichender Schutz angeboten werden kann. Zielgruppe sind z.B. junge Familienväter, deren Einkommen ohnehin knapp ist und die trotzdem als Alleinverdiener für ihre Familie einen Todesfallschutz, Berufsunfähigkeitsschutz sowie private Altersvorsorge darstellen müssen.
Normalerweise eine in einer solchen Situation kaum bezahlbare Kombination, wofür die DIALOG aber ein sehr cleveres Modell gefunden hat. - Überschüsse der Lebensversicherungen 2008
Die deutschen Lebensversicherer müssen bis Anfang des Jahres der Aufsicht ihre Kapitalverzinsung für das kommende Jahr (!) im Voraus mitteilen. Bis alle Zahlen in der
Öffentlichkeit landen, kann es durchaus eine Wochen dauern. Die Rating-Agentur ASSEKURATA hat hierzu ganz aktuell unter www.assekurata.de/content.php?navigationid=13&studieid=22 eine lesenswerte Studie veröffentlicht, die dem interessierten Leser wärmstens empfohlen sei. Kurz eine Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte:
Die durchschnittliche laufende Verzinsung ist von ca. 4,2% im Jahr 2007 auf 4,35% im Jahr 2008 angestiegen. Zusammen mit den Schlußgewinnen und der Beteiligung an den Bewertungsreserven erreicht die Branche so eine Gesamtverzinsung von ca. 5,3% für Kapitallebensversicherungen. Angesichts von Zinsen für 10jährige Wertpapiere in Höhe von ca. 3,75% p.a. kann man also wirklich nicht von einer schlechten Anlage für risikoaverse Anleger sprechen, oder? - Rürup-Renten von Investmentanbietern Mogelpackung?
In den letzten Dezembertagen sind zwei Investmentgesellschaften vorgeprescht und haben eine sogenannte "Rürup-Rente" herausgebracht. Nachdem schon die Riester-Rente auch den Fondsanbietern offensteht, erhofft man sich hiervon ein weiteres Geschäft. Die Anbieter sind die DEKA als Fondsanbieter der Sparkassengruppe und die
UNION als Fondsanbieter der Volksbankengruppe. Was von einigen vermeintlichen "Fachjournalisten" als großer Wurf weil vermeintlich kostengünstiger als eine Rürup-Fondsversicherung hochgelobt wird, stellt sich letzten Endes aber als nicht unproblematisch dar: In der Ansparphase können nur die Investmentfonds des jeweiligen Hauses genutzt werden. Bei der UNION mag das durchaus noch akzeptabel sein. Die aber - sagen wir es freundlich - in vielen Fällen konträr zur Spitzengruppe
performenden Fonds der DEKA dagegen können dem Anleger hier eine erhebliche Minderrendite einbringen. In einer ordentlichen Rürup-Fondspolice dagegen kann normalerweise immer zwischen Fonds auch unterschiedlicher Fondsgesellschaften kostenfrei hin- und hergewechselt werden. Schneidet ein Anbieter schlecht ab, kann man einfach den Fonds austauschen. Ein durch umfangreiches Datenmaterial eindeutig belegbarer Vorteil, der alleine einen möglichen Kostennachteil der Fondspolicen mehr als
wieder wettmacht!
Richtig kritisch wird es unseres Erachtens aber in der Rentenphase. Denn eine Rürup-Rente muß, wie der Name schon sagt, zwingend als lebenslange Rente ausgezahlt werden. Dabei ist ein reiner Auszahlplan aber nicht zulässig, es muß auf jeden Fall eine versicherungsförmige Leistung sein. Das können die Fondsgesellschaften aber nicht darstellen und haben daher die im Verbund arbeitende Versicherung (z.B. die R+V-Versicherung bei der UNION-Investment) als Partner
eingebunden. Bei Rentenbeginn wird von dem Investmentguthaben dann bei dieser Gesellschaft eine sofortbeginnende und klassisch anlegende lebenslange Rente eingekauft. So weit, so okay. Die Renditechancen in der Ansparphase sind bei einer reinen Investmentgesellschaft sicherlich gut. Aber: Die dann zu Rentenbeginn einzukaufende Rente basiert auf den sogenannten "Sterbetafeln" zu Rentenbeginn - und nicht denen von heute. Diese Sterbetafeln zeigen, wie lange wir statistisch
gesehen noch leben und berechnen daraus die Rente. Da wir in den letzten Jahrzehnten eine konsequente Verlängung des Lebens beobachten konnten, werden die Sterbetafeln immer schlechter für Rentenversicherungskunden: Durch das längere Leben können vom gleichen Kapital zu Rentenbeginn nur geringere Renten als früher ausgezahlt werden. Das hat zur Folge, daß man als Kunde unbedingt darauf bestehen sollte, daß unveränderlich (!) die bei Abschluß geltenden Sterbetafeln der Berechnung der
späteren Rente zugrunde gelegt werden - und keinesfalls erst die heute noch vollkommen unbekannten Sterbetafeln bei Rentenbeginn. Denn dann kann die Rente ganz erheblich geringer ausfallen! Und gerade bei einer ausschließlich als lebenslange Rente auszahlbaren Rürup-Rente ist die Höhe dieser Rente natürlich ganz entscheidend.
Aber um es offen zu sagen: Dieser Nachteil der heute nicht kalkulierbaren Rente gibt es nicht nur bei den beiden genannten Investmentgesellschaften. Auch viele
Versicherungen garantieren die Rente nicht oder nicht ohne Vorbehalt - hier ist fachmännische Beratung jeden Cent wert, um sich werthaltige Sicherheit zu verschaffen!
5. Renten- und Sozialversicherungsnews - Deutsche Rentenversicherung rät zu privater Vorsorge
Wer in den letzten Tagen die BILD-Zeitung gelesen hat, kam nicht um die großen Schlagzeilen zur Rentenmisere herum. Eigentlich ein altbekanntes Thema, das aber leider immer wieder drastisch vor Augen geführt werden muß, damit die lethargische Masse überhaupt ein wenig in Bewegung kommt und einen
minimalen Konsumverzicht zugunsten einer Altersvorsorge betreibt. Die BILD stellt dabei einige Aussagen auf, die auch unserer Meinung nach sehr zutreffend sind: Millionen Menschen droht Altersarmut, da die Gesetzliche Rente nicht ausreicht. Ein wesentlicher Grund dafür sind auch die geringen Rentenanpassungen, die von der Inflation deutlich übertroffen werden und so ein sinkendes Realrentenniveau zur Folge haben. Auch die schon jetzt massiv gestiegene Besteuerung der Renten (seit dem
"Alterseinkünftegesetz" des Jahres 2005) sorgt für weniger verfügbare Rente. Angesichts dieser - wirklich nicht neuen - Erkenntnisse fühlt sich die "Deutsche Rentenversicherung Bund" als Hauptträger der Gesetzlichen Rente offensichtlich geradezu persönlich angegriffen - obwohl sie ja nur die Vorgaben des Gesetzgebers 1:1 auszuführen hat. So wurde in einer Pressemitteilung auf die Kernaussagen der BILD eingegangen und versucht, diese zumindest etwas zu relativieren -
z.B. mit der Aussage "Mit keinem Satz erwähnt BILD die Risiken der privaten Altersvorsorge, die angesichts der aktuellen Krise auf den Finanzmärkten wieder ganz deutlich geworden ist". Na ja, wenn man sonst keine Argumente hat... Bei aller kritischen Betrachtung der Pressemitteilung aber endet die "Deutsche Rentenversicherung Bund" mit folgender ganz klarer Aussage: "Zusätzliche Altersvorsorge neben der gesetzlichen Rentenversicherung ist zur
Aufrechterhaltung des Lebensstandards notwendig." Wer es bisher noch immer nicht glauben wollte, bei dem sollten spätestens jetzt endlich alle Alarmglocken klingeln! - Hausarztmodell wird Kostentreiber
Eingeführt wurde das sogenannte Hausarztmodell von den Krankenkassen mit der Hoffnung, die Versicherten vom vorschnellen und teuren
Facharztbesuch abzuhalten und stattdessen den Hausarzt in seiner "Lotsenfunktion" zu stärken. Mit nur wenigen Euro Vorteil (oft nur Erlaß von EUR 40,- Praxisgebühr pro Jahr) lassen sich ca. 6 Mio. unreflektierte Menschen den großen Vorteil der freien Arztwahl billigst abkaufen. Gut, die Abgabe persönlicher Freiheiten ist ja mittlerweile ein gesellschaftlicher Trend, der aktiv politisch gefördert wird. Aber bringt das Hausarztmodell denn wirklich etwas? Wie der FOCUS meldet,
ja. Aber wohl Kostensteigerungen statt Kostensenkungen. Denn laut Prof. Peter Oberender von der Uni Bayreuth ist die Zahl der Facharztbesuche sogar gestiegen! Denn da den Teilnehmern die quartalsweise Praxisgebühr erlassen wird, erhöht das deren Bereitschaft zum Arzt zu gehen. Und wenn die Behandlung nicht wie gewünscht anschlägt, wird dann doch direkt ein Spezialist aufgesucht. Auch andere Kosten steigen. Professor Oberender: "Es gibt valide Daten, aus denen hervorgeht, daß etwa 50
Prozent aller Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, viel zu spät zu einem Facharzt überwiesen werden. Dieser bedenklichen Entwicklung wird durch die Hausarztmodelle zusätzlich Vorschub geleistet." Anders als das Gesundheitsministerium leidet Prof. Oberender nicht an ideologischer Verblendung, so daß man seinen Studienergebnissen deutlich mehr Glauben schenken kann als politischer Propaganda. Aber EUR 40,- maximalen Vorteil pro Jahr muß man als armer gesetzlich Krankenversicherter
doch unbedingt mitnehmen, oder? - Sozialversicherungen bei Insolvenz begünstigt
Der Gesetzgeber hat von vielen unbemerkt das Vierte Sozialgesetzbuch geändert, in dem es um die Beitragspflichten zur gesetzlichen Sozialversicherung geht. So werden seit Jahresbeginn bei der Insolvenz eines Unternehmens die Sozialversicherungen bevorzugt behandelt. Sie
fallen nun nicht mehr unter die prozentuale Verteile der Insolvenzmasse, sondern erhalten vorrangig Geld. Die Folge für private Gläubiger: Sie müssen sich hinten anstellen und gehen unter Umständen ganz leer aus. Ob diese Ungleichbehandlung verfassungsgemäß ist, wird sicherlich wieder erst in Karlsruhe entschieden - aber bis dahin konsequent angewendet!
6. Rechts- und Steuernews - Wer zahlt welche Steuerlast?
Die Klagen über zu hohe Steuern durch die Masse der Bevölkerung sind so alt wie die Steuern selbst. Doch kaum jemand unterscheidet zwischen
Steuer- und Sozialversicherungsabzügen. Und der überwältigende Teil der Deutschen leidet unter der Höhe der Sozialabgaben, nicht unter der Steuerlast. Dazu einige Beispiele aus der Einkommensteuer: 10% der Steuerpflichtigen zahlen mehr als die Hälfte der Einkommensteuer. Dabei handelt es sich um die sogenannten "Besserverdienenden" mit mehr als EUR 65.950 Einkommen (brutto) pro Jahr. Dagegen zahlt die untere Hälfte der Einkommensbezieher mit bis zu EUR 27.216 Einkommen
(brutto) pro Jahr keine 8% des gesamten Einkommensteueraufkommens!
Also: 50% der Bevölkerung sind für 8% des Steueraufkommens verantwortlich. 8% der Bevölkerung sind für 50% des Steueraufkommens verantwortlich. In der Spitze sind 1% der "Bestverdiener" mit mehr als EUR 162.200 Einkommen (brutto) pro Jahr sogar für 20% der Einkommensteuer verantwortlich.
Und angesichts solcher Zahlen werden die Rufe nach noch mehr Umverteilung lauter? Was, wenn diese für den
allergrößten Teil des deutschen Einkommensteueraufkommens verantwortlichen Personen irgendwann schlicht keine Lust mehr haben, sich weiter enteignen zu lassen? Dann werden wir einen Exodus sehen mit dramatischen Auswirkungen auf die deutsche Volkswirtschaft!
Es sei nur Osteuropa genannt: Bulgarien senkte die Einkommensteuer zum Jahresbeginn einheitlich auf 10% und hat damit die geringsten Steuern in der gesamten EU. Aber auch Tschechien hat mit 15% (soll auf 12,5% gesenkt werden)
einheitlich niedrige Steuersätze (sogenannte "Flat Tax") eingeführt nach dem Vorbild der Slowakei mit ihren pauschal 19% auf Einkommensteuer, Unternehmenssteuer und Mehrwertsteuer. Polen will in Kürze mit 15% nachziehen und mittelfristig auf 10% senken. Da ist eine deutsche Spitzensteuer von 42% plus Kirchensteuer plus Solidaritätszuschlag plus ggfls. noch "Reichensteuerzuschlag" einfach nicht mehr begründbar. Weitere Länder ziehen schon heute nach - zumindest im
Bereich der Unternehmenssteuern. Nicht zuletzt Österreich hatte aufgrund des Wettbewerbsdrucks durch die Slowakei seine Unternehmenssteuern auf pauschal 25% gesenkt (eine zusätzliche Gewerbesteuer gibt es hier nicht). Eine Senkung der Einkommensteuer scheint da durchaus möglich. Ohnehin hat Österreich in den letzten Jahren mit einer sehr liberalen Handhabung beeindruckende Fakten geschaffen: Weniger Arbeitslose, größerer Wohlstand und mehr wirtschaftliche Freiheit sind das Ergebnis. Eine
recht klares und faires Steuerrecht (z.B. Abschaffung der Erbschaftssteuer, denn alle Gelder wurden ja bereits einmal voll versteuert) trägt ganz entscheidend zum Standortvorteil bei. Und bei einem entsprechend attraktiven Land ist man sicherlich bereit, freiwillig z.B. 25% Einkommensteuer zu zahlen statt nur 10% in Bulgarien - aber was ist in Deutschland soviel besser, daß man hier und nicht in Österreich leben und versteuern mag?
Wie gesagt: Wir reden von dem 1% der Bevölkerung,
das für 20% des Einkommensteueraufkommens verantwortlich ist - vielleicht noch von den 8% der Bevölkerung, die 50% der Einkommensteuer zahlen. Da können die restlichen 92% noch so sehr noch mehr Umverteilung fordern - irgendwann bleiben sie alleine. Und wer zahlt dann?
7. Und dann war da noch... ... der Wunsch einer alten Dame nach Übernahme von Kosten durch die Versicherung. Eine uns gut bekannte Versicherung berichtet in ihrer Hauszeitung von einer bei ihr versicherten 82jährigen Dame, die sich mit folgendem Schreiben an ihre Hausratversicherung wandte: An meine liebe Versicherung! Schon
jahrelang quäle ich mich mit meiner gebrechlichen Küche. Ich bräuchte eine Neue. Schicken Sie mir einen Sachverständigen, der es bezeugen kann. Oder geben Sie mir einen Zuschuß dafür. Bisher habe ich alles selber bezahlt und von Ihnen keinen Gebrauch gemacht. Bin schon so viele Jahre bei Ihrer Versicherung. Hätte mir schon viele Schränke davon kaufen können. Ich frage mich, ob sich meine Haushaltversicherung überhaupt noch lohnt. Schauen Sie sich bei mir um und dann werden Sie sich selber
davon überzeugen können. Bitte um baldige Antwort. Auch bräuchte ich 4 neue winterfeste Fenster, viele Grüße.... Auch wenn die Dame bereits seit 40 Jahren bei dieser Gesellschaft Kundin ist, konnte man dem Wunsch verständlicherweise nicht nachkommen. Um der Dame, die bereits im Jahr 1993 vergeblich um die Übernahme der Steinmetzrechnung für die Reparatur eines umgefallenen Grabsteines
bat, die Ablehnung etwas leichter zu machen, wurde ihr diese zusammen mit einem schönen Blumenstrauß überbracht. nach oben |