header_AFW_IhrPartner
Home
Bankgeheimnis
Newsletter
Aktuell 2009
Aktuell 2008
Aktuell 2007
Aktuell 2006
Aktuell 2005
Aktuell 2004
Aktuell 2003
Aktuell 2002
Aktuell 2001
Aktuell 2000
Aktuell 1999
Aktuell 1998
Januar 2008
Februar 2008
März 2008
April 2008
Mai 2008
Juni 2008
August 2008
Sept./Okt. 2008
Dezember 2008

 

Aktuell im September / Oktober 2008

ALTERNATIV: Den Newsletter im lesefreundlichen PDF-Format herunterladen
 

Die Themen des Monats:

1. TOP-Thema: Neue steuerliche Anforderungen an Vorsorge-Versicherungen
2. Finanznews
3. Fondsnews
4. Versicherungsnews
5. Renten- und Sozialversicherungsnews
6. Rechts- und Steuernews
7. Und dann war da noch
...

-------------------------------------------------------------------------------

1. TOP-THEMA: Die Finanzkrise

Sicherlich haben Sie die Finanzmarktkrise der letzten Wochen und Monate mit genauso unguten Gefühlen verfolgt wie wir auch. Wo vor kurzem noch die Hoffnung herrschte, daß sich die Situation langsam wieder beruhigen würde, ist nunmehr enorme Ernüchterung eingetreten.

Nachdem sich die Krise in den letzten Tagen erheblich zugespitzt hat, ist eine derartige Größe erreicht worden, daß man sie kaum noch vernünftig erfassen kann.

Die Situation:
In den USA sind eine Reihe von wirklichen Branchenriesen entweder pleite gegangen (z.B. Indymac oder Lehmann Brothers, letztere mit sensationellen 613 Mrd. US-Dollar Schulden), verstaatlicht (z.B. die beiden Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae) oder mittels Notverkauf in allerletzter Minute aufgefangen worden (z.B. AIG, Countrywide, Morgan Stanley, Wachovia, Washington Mutual). Mit einem umstrittenen Rettungspaket in der sagenhaften Höhe von 700 Mrd. US-Dollar will die US-Regierung hier die an ihrem selbstproduzierten "Finanzdreck" gescheiterten Institute retten, um eine substantielle Gefährdung des gesamten Wirtschaftssystems abzuwenden. Inzwischen ist dieses Rettungspaket durch - aber das vorläufige Scheitern im amerikanischen Senat führte am Montag, dem 29.09.2008 zum bis dato größten Kursverlust der Wall Street an einem Tag in der Geschichte.

Immer mehr aber zeigt sich leider, daß die Auswirkungen auf Europa wesentlich stärker sind als bisher erwartet. Offensichtlich hat man sich an den unsoliden Praktiken der USA ein schillerndes Beispiel genommen und scheitert nunmehr daran. Die Pleite der dänischen Roskilde-Bank hat noch für wenig Aufsehen gesorgt - die jüngsten staatlichen Rettungsaktionen für die europäischen Finanzkonzerne DEXIA und FORTIS dagegen wirken umso dramatischer!

In Großbritannien wurde nach der Pleite von NORTHERN ROCK eine weitere Bank (Bradford & Bingley) in letzter Sekunde verstaatlicht. Die HBOS Halifax Bank of Scotland mit ihrem Versicherer CLERICAL MEDICAL wurde kurzfristig von LLOYDS TSB übernommen. Gleichzeitig hat sich Großbritannien als Staat gegen Übernahme von Verbindlichkeiten an den meisten wichtigen Banken beteiligt und so eine Teilverstaatlichung durchgeführt.

Irland hat bereits Staatsgarantien für die Spareinlagen bei sechs großen Banken im Wert von 400 Mrd. EUR abgegeben.

Eine in Europa bislang ungekannte Zuspitzung hat die Krise im kleinen Island erfahren. Das Land mit nur ca. 300.000 Einwohnern hat in der Vergangenheit im Bankensektor massiv ausgebaut und international zugekauft. Dementsprechend wurden auch riskante Geschäfte eingegangen, wodurch die Verbindlichkeiten der Banken das Neunfache (!) des Bruttoinlandsproduktes betragen. Aufgrund der immensen Risiken eines Zusammenbruchs wurden alle Banken unter staatliche Kontrolle gestellt - aber kann ein Land wie Island im schlimmsten Fall das Neunfache seines BIP tatsächlich als Hilfe zur Verfügung stellen? Hier steht de facto eine Staatspleite zu befürchten!

Kritisch aber ist die Situation nun entgegen allen Erwartungen auch in Deutschland geworden! Die irrwitzige Überweisung von rund 350 Mio. EUR durch die Staatsbank KfW an die bereits insolventen Lehmann Brothers in den USA waren nur Spielgeld gegen das, was nunmehr passiert ist: Die im deutschen Leitindex DAX notierte Bank HYPO REAL ESTATE hat mit den hirnlosen Spekulationen ihrer irischen Tochter DEPFA Schiffbruch erlitten. Um einen Schaden für ganz Deutschland abzuwehren, stützen der deutsche Staat und private Banken gemeinsam die HRE mit einem Kredit von über 50 Mrd. EUR.
Doch dabei wird es aller Voraussicht nach nicht bleiben - die WestLB steht dem Vernehmen nach weiterhin auf der Kippe und wird derzeit nur durch eine Milliarden-Bürgschaft am Leben gehalten. Voraussichtlich wird die Sparkassen-Gruppe mit der DEKA-Bank die WestLB übernehmen. Unverändert in der Diskussion ist die Stabilität der BayernLB, die ebenfalls als gefährdet gilt.
Zur Erhaltung des Anlegervertrauens hat daher auch die Bundesrepublik Deutschland vor wenigen Tagen eine generelle Staatsgarantie bzw. Patronatserklärung für alle Spareinlagen von Privatpersonen bei deutschen Banken in unbegrenzter Höhe gegeben!

Offensichtlich ist das gesamte Finanzsystem derzeit akut in Gefahr. Auf den Aktienmarkt gesehen wäre dies eigentlich nicht so dramatisch, schließlich ist der Bankensektor nur eine Branche von vielen. Andererseits aber können viele - um nicht zu sagen die meisten - Unternehmen nur existieren, indem sie sich regelmäßig Kredite von Banken ziehen, um Liquiditätsschwankungen auszugleichen oder Investitionen zu finanzieren. Daher hat die Bankenkrise doch wieder direkten Einfluß auf die produzierende Wirtschaft!

Nachdem besonders am letzten Freitag, dem 10.10.2008, die Börsen in aller Welt und ganz besonders auch in Deutschland die dramatischsten Verluste seit Bestehen bzw. seit 1929 an einem Tag hinnehmen mußten, haben sich die europäischen Regierungen zu einem konzertierten Rettungsprogramm entschlossen. Dabei wird alleine Deutschland 400 Mrd. EUR an Garantien für den Kreditfluß zwischen Banken geben, damit der zum Erliegen gekommene Interbankenhandel wieder aufgenommen werden kann. Zusätzlich sind weitere 70 Mrd. EUR an direkten Finanzspritzen für angeschlagene Geldinstitute vorgesehen, die jedoch an Auflagen gebunden werden.
Erfreulicherweise hat dieses Maßnahmenpaket dazu geführt, daß am Montag, dem 13.10.2008 die Aktienkurse geradezu nach oben explodiert sind!

Trotzdem muß man festhalten, daß die wichtigsten Märkte noch immer konsequent im Minus stehen. Am Montag, den 13.10.2008 15 h, wurden vom Branchendienst onvista.de folgende Werte veröffentlicht:

DAX - Deutscher Aktienindex   1 Monat: - 26,83% 1 Jahr: - 43,10%
EURO STOXX 50 - Eur. Aktieni. 1 Monat: - 25,34% 1 Jahr: - 45,52%
MSCI World - Weltw. Aktienind.  1 Monat: - 23,56% 1 Jahr: - 41,41%


Welche Anlagen sind eigentlich noch sicher?
In der aktuellen Situation ist wirklich wenig richtig sicher. Betrachten wir daher mal die verschiedenen Anlageformen etwas detaillierter:

Sichteinlagen (also Girokonten, Tagesgeld, Sparbücher & Festgeld):
Solange diese von einer deutschen Bank bzw. Sparkasse angeboten werden, besteht hier eine sehr hohe Sicherheit. Die meisten Privatbanken gehören dem Sicherungssystem des Bundesverbandes Deutscher Banken an, das i.d.R. bis zu mehreren Millionen Euro Anlage je Anleger absichert. Die Volks- und Raiffeisenbanken einerseits und die Sparkassen andererseits haben gegenseitige Sicherungssysteme eingeführt, bei denen alle Banken gemeinschaftlich für alle Einlagen bei dem pleite gegangenen Institut einstehen.

Man kann also hier von einer sehr weitgehenden Sicherheit sprechen. Die Frage ist, was im allerschlimmsten Fall bei massenhaften Zusammenbrüchen passieren würde - dann wären nämlich die Sicherungseinrichtungen heillos überfordert. Um hier das Vertrauen der Bürger in die Sicherungssysteme zu erhalten, garantiert die Bundesrepublik seit einigen Tagen die Sicherheit der Einlagen für Privatpersonen!
Allerdings muß man auch festhalten, daß die Höhe der gesamten Spareinlagen Europas die Finanzierungskraft der Staaten übersteigen dürfte - insofern wäre bei einem kollektiven Abzug aller Anlagen aller Bürger innerhalb kürzester Zeit die Garantie sicherlich nicht mehr zu halten.

Wem diese Garantieerklärung daher nicht sicher genug ist, dem sei die Tagesgeldanleihe der Bundesrepublik Deutschland mit ordentlichen Zinsen (aktuell 3,56% p.a.) unter www.tagesgeldanleihe.de genannt. Hier ist der Garantiegeber direkt die Bundesrepublik Deutschland. Nach menschlichem Ermessen kann man hier derzeit von der höchstmöglichen Sicherheit sprechen!

Große Vorsicht ist bei ausländischen Banken wie z.B. der in Deutschland tätigen Institute ADVANCIA, CREDIT EUROPE, OYAK ANKER, etc. geboten. Diese unterliegen i.d.R. nur dem europäischen Mindestschutz von EUR 20.000,- und für sie gilt die Sicherheitserklärung der Bundesrepublik Deutschland nicht.
Daß bei solchen Instituten das Risiko groß ist, zeigt die mit Rekordzinsen in den deutschen Markt gegangene und nunmehr akut gefährdete isländische KAUPTHING EDGE Bank: Hier wurde von der deutschen Aufsicht ein Moratorium erlassen, wodurch derzeit auch keine Auszahlungen an die Kunden mehr möglich sind! Ob das Geld angesichts der geschilderten Probleme Islands und seiner Banken überhaupt noch zurückfließen wird, ist derzeit ungewiß.
 

Bargeld:
Vermeintlich die sicherste Anlage derzeit, wenn man dem Bankensystem und auch dem Staat gar nicht mehr vertrauen mag. Doch ohne Vertrauen in den Staat wird man auch dem Währungssystem Europas nicht mehr vertrauen, oder? In diesem Fall macht auch Bargeld keinen Sinn mehr.

Und noch ein ganz wichtiger Punkt: Es steht zu befürchten, daß nach einer Überwindung des größten Ausmasses der Krise viel zuviel Geld im Markt sein wird - und das kann kurzfristig zu einer heftigen Inflation, also Geldentwertung führen. Gerade Bargeld ist davon besonders negativ betroffen, da es massiv an Kaufkraft verlieren würde. In einem solchen Szenario wäre Bargeld alleine aus diesen beiden Gründen sowie dem Sicherheitsproblem (Diebstahl!) eine sehr unsichere Anlage.


Gold bzw. vergleichbare Edelmetalle:
Der Goldpreis schwankt erheblich und liegt derzeit trotz hoher Nachfrage mit ca. USD 850,- deutlich unter seinen Höchtständen von USD 1.033,- im Frühjahr 2008. Das ist ein Minus von mehr als 15% in wenigen Monaten - wo ist das bitte Sicherheit?
 

Festverzinsliche Wertpapiere:
Festverzinsliche Wertpapiere sind Schuldverschreibungen und somit bei einer eventuellen Pleite des Herausgebers so gut wie wertlos. Hier muß also besonders auf das ausgebende Unternehmen geachtet werden. Industrieunternehmen können hier sicherlich als deutlich sicherer eingeschätzt werden als Banken zum Beispiel. Staatspapiere haben eine nochmal ganz erheblich höhere Sicherheit (hier ist außer bei Island wohl keine Staatspleite zu befürchten), bieten aber meistens deutlich geringere Zinsen.

Festverzinsliche Wertpapiere sind jedoch von einer möglicherweise ansteigenden Inflation und den dadurch steigenden Zinsen massiv negativ betroffen und verlieren dann schnell an Kurswert.


Zertifikate:
Zertifikate sind aufgrund ihrer für die Banken in der Regel sehr lukrativen Struktur zum Shooting-Star der letzten Jahre geworden. Ohne Frage zu unrecht, denn es sind Schuldverschreibungen genauso wie Festverzinsliche Wertpapiere. Sie sind also nur so sicher wie die dahinterstehende Bank, der sogenannte "Emittent". Und betrachten wir die eingangs geschilderten Probleme des gesamten Bankensystems, dann besteht hier ganz sicher nirgendwo mehr Grund zum Vertrauen.
Einen unrühmlichen Negativpunkt hat "Lehmann Brothers" mit seiner Insolvenz gesetzt - deren Zertifikate sind gerade auch über deutsche Banken vertrieben worden. Hier ist mit einem Totalverlust zu rechnen!

Bedenkt man, daß viele Zertifikate als "Garantiezertifikate" ausgestaltet sind, dann spricht schon diese Bezeichnung Hohn - denn was ist eine Garantie bei der Pleite des Garantiegebers (siehe z.B. Lehmann Brothers) denn noch wert? Hier wurde in den letzten Jahren derart ohne Sinn und Verstand (vor allem ohne "Verstehen"!) investiert, daß es an Naivität kaum zu überbieten war. Angesichts der derzeitigen Situation sehen wir diese Produktgruppe ganz akut gefährdet.

Eine besonders unrühmliche Rolle haben hier gewisse selbsternannte "Verbraucherschützer" und "Experten" gespielt, die Zertifikate - gerade z.B. Index-Zertifikate - als kostengünstige und renditestarke Alternative propagiert und auf das massive, ggfls. von einem Tag auf den anderen zum Totalverlust führende Emittentenrisiko nicht hingewiesen haben.

Wer haftet eigentlich für diese massiven Fehlempfehlungen in der Öffentlichkeit und einschlägigen Zeitschriften?
 

Aktien bzw. Aktienfonds:
Rufen wir uns erstmal wieder in Erinnerung, was eine Aktie eigentlich ist: Eine Aktie ist ein Miteigentum an einem Unternehmen. Wenn man sich für seine Beteiligung nun ein Unternehmen heraussucht, das in seinem Markt eine gute und stabile Position hat und Gewinne erwirtschaftet, dann wird man sicherlich auch in der derzeitigen Krise nicht mit einem Totalverlust rechnen müssen.

Denn führen wir uns vor Augen: Solange Menschen leben, haben sie Bedürfnisse - und seien es die elementarsten Dinge wie Essen & Trinken, Licht & Wärme, etc. Diese wollen erfüllt werden. Solange es einen Bedarf gibt wird auch irgendjemand etwas zur Erfüllung dieses Bedarfs anbieten. Dies wird derjenige aber nicht selbstlos tun, sondern weil er sich davon einen wie auch immer gearteten Gewinn verspricht. Wer sich nun an einem solchen Unternehmen via Aktie beteiligt, der hat anteilig einen Anspruch auf eben diesen Gewinn!

Auch für den Fall einer großen Inflation ist Entwarnung angesagt: Natürlich steigen die Preise für Rohstoffe und Personal, aber im gleichen Maße werden ja auch die Verkaufspreise erhöht. Der Gewinn bleibt prozentual also gleich - beinhaltet aber schon den Inflationsausgleich! Somit sind Aktionäre von der Inflation verhältnismäßig wenig betroffen!

Und die aktuellen Kursverluste? Nun, unterstellen wir erstmal eine sorgfältige Aktienauswahl - also nur solche Unternehmen, die aller Wahrscheinlichkeit nach trotz Krise Gewinne machen. Das ist für die Realwirtschaft gar nicht so schwer, denn die aktuelle Finanzkrise betrifft ja weitgehend die Banken!
Wenn ein Unternehmen aber Gewinn macht, dann ist der Aktienkurs nach unten absolut begrenzt: Denn allerspätestens wenn der Kurs so niedrig ist, daß man zum Preis eines einzigen Jahresgewinns das Unternehmen kaufen kann, wird er nicht mehr fallen. Denn welches Risiko geht man ein, wenn man ein Unternehmen zum Preis des aktuellen Jahresgewinnes kauft? Gar keins, denn man hat den Kaufpreis durch die Gewinnausschüttung ja sofort wieder raus. Spätestens hier kauft jemand, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche! Natürlich nicht erst dann, sondern schon viel früher - denn Unternehmen haben ja noch echte Werte im Besitz wie Grundstücke, Material, LKW oder was auch immer.

Somit können natürlich massive Kursverluste auftreten, aber der Börsenwert wird nie auf Null gehen (so das Unternehmen an sich solide ist). Spätestens wenn die ersten Anleger die hier geschilderten Chancen in ihrem derzeitigen "Blindflug" erkennen, werden sie wieder einsteigen. Es ist dann nur eine Frage der Zeit, bis auch andere Marktteilnehmer dies erkennen und ihrerseits beginnen einzusteigen. Das ist dann genau die Situation, in der der Markt dreht und die Kurse zu steigen beginnen. Und dieser Kursanstieg ist in der Regel sehr schnell in sehr kurzer Zeit, wie die letzten Jahrzehnte - und auch der 13.10.2008 mit seinen teilweise zweistelligen Kursgewinnen an einem Tag - zeigen. Wer da nicht rechtzeitig investiert ist, wird dieses Wachstum verpassen.

Und daß sich die Aktie längerfristig praktisch immer gelohnt hat, zeigt sehr schön das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts: www.kURL.de/renditedreieck . Wobei natürlich Vergangenheitsergebnisse bekanntermaßen nicht auf die Zukunft schließen lassen...

Ach ja: Fonds sind grundsätzlich geschütztes Sondervermögen, das heißt die Anlagen sind auch bei einer eventuellen Pleite sowohl der Investmentgesellschaft als auch der depotführenden Banken vor Involvenz geschützt. Sollte also eines der Institute morgen pleite gehen, sind die Anlagen sicher!

Angesichts der hier geschilderten Umstände muß man letzten Endes die Aktie sogar als eine der sichersten Anlagen überhaupt betrachten! Natürlich sind die kurzfristigen Kursverluste hoch - aber die einmal erreichten Bewertungen waren ja nicht zufällig und aus der Luft gegriffen, sondern hatten ihren Grund. Warum also sollen sie nicht wieder erreicht werden? Etwas Durchhaltevermögen und zugegebenermaßen sehr gute Nerven sind derzeit die Voraussetzung für ein Investment in diesem Bereich.

Wer aber seine Aktien sehr sorgfältig auswählt oder noch besser einen erstklassigen Aktienfonds mit professioneller Verwaltung und breiter (und damit sicherheitserhöhender) Streuung nutzt, der hat ohne Frage eine gute und längerfristig generell sichere Anlage!

 

Was bedeutet das alles nun für den Anleger?
Angesichts der oben geschilderten massiven Verluste muß man sich als Anleger natürlich fragen, ob eine Anlage in Aktien überhaupt noch sinnvoll und vertretbar ist oder ob es bessere Alternativen gibt.

Wir wagen nach all den Vorfällen der letzten Tage wirklich keine Prognose mehr darüber, ob wir das Schlimmste der Krise schon durchgestanden haben oder vielleicht erst am Anfang einer Kettenreaktion von Bankpleiten stehen. Insofern sehen wir für den Finanzmarkt an sich weiterhin ziemlich schwarz.

Wie weiter oben bereits ausgeführt denken wir aber nicht, daß es deshalb zu Totalausfällen im gesamten Aktienmarkt kommen wird. Durch (ja auch bereits erfolgte) staatliche Interventionen sowie Maßnahmen der Zentralbanken scheint recht gut sichergestellt zu sein, daß sich Unternehmen zumindest halbwegs vernünftig mit Kapital versorgen können. Und das ist so wichtig wie selten zuvor! Wenn sich die Unternehmen außerhalb der Finanzindustrie aber halten können, sollten die Auswirkungen auf die Aktienmärkte - sprich weitere Kursverluste - begrenzt sein. Es sei hier aber ganz klar darauf hingewiesen, daß es sich hierbei nur um eine Annahme unsererseits handelt!

Angesichts dieser Punkte sehen wir daher ein breit gestreutes Investment in Aktienfonds weltweit unverändert als sinnvolle Form der Geldanlage. Wer heute noch in Aktienfonds investiert ist, der sollte nun wohl auch besser investiert bleiben. Bei einem Verkauf heute würden Verluste realisiert und die in der Regel besonders starken Tage am Anfang einer Erholung wahrscheinlich verpasst werden. Insofern ist bei entsprechenden Nerven ein Aussitzen der Krise wahrscheinlich die bessere Wahl - verbunden gegebenenfalls mit einer Optimierung des Portfolios, wobei aber die grundsätzliche Investition im Aktienmarkt beibehalten würde.

Wer Neuanlagen plant - und dies gerade in Anbetracht der bevorstehenden Abgeltungssteuer - der hat derzeit angesichts der Kursrückgänge natürlich so etwas wie Kaufgelegenheiten! Ob wir wirklich ganz unten sind, weiß niemand. Ganz sicher aber kann man festhalten, daß ein Einstieg heute definitiv nicht zu zu hohen Kursen erfolgt!
Allerdings möchten wir mit großer Deutlichkeit darauf hinweisen, daß weitere und unter Umständen sogar sehr hohe Kursverluste im Aktienmarkt derzeit absolut nicht auszuschließen sind!

 

Wie sieht es bei Lebens- bzw. Rentenversicherungen aus?
Hier muß man klar unterscheiden zwischen den verschiedenen Formen von Lebensversicherungen (herkömmlich, fondsgebunden oder britisch) und dann auch noch nach Herkunft des Versicherungsunternehmens:

Deutsche klassische Kapitalversicherung ("Deckungsstockanlage"):
Das ist eine grundsätzlich sichere Anlage, da der Aktienanteil traditionell sehr niedrig ist. Viele Versicherungsunternehmen haben gerade ein bis drei Prozent Aktien im Portfolio. Eine der höchsten Aktienquoten hat laut einer Studie (siehe unten) derzeit der Marktführer ALLIANZ mit 15%.
Die deutschen Lebensversicherer investieren vorrangig in Bundesanleihen und andere Festverzinsliche Wertpapiere. Das direkte Ausfallrisiko kann man hier als sehr gering ansehen.

Und für den extrem unwahrscheinlichen Fall, daß die Versicherung doch pleite gehen sollte, gibt es PROTEKTOR als Sicherungspool der deutschen Lebensversicherungen. Dieser Sicherungspool führt die Verträge mindestens zu den garantierten Leistungen fort!
Auch wenn sich derzeit in der Branche ein weiterer Fall für den Sicherungspool (seit der im Jahr 2003 pleite gegangenen MANNHEIMER Lebensversicherung) abzeichnet, so sehen wir das grundsätzliche Risiko dennoch als relativ gering an - die Garantiewerte bleiben eben auch hier gesichert.

Allerdings könnten gerade finanzschwache Unternehmen schnell gezwungen sein, ihre Überschussbeteiligung zu reduzieren. Damit zeigt sich mehr denn je, daß die sorgfältige Auswahl des richtigen Versicherungsunternehmens gerade auch abseits der reinen Versprechen-Rennlisten eminent wichtig ist!


Deutsche Fondsgebundene Lebens- bzw. Rentenversicherung ("Fondspolice"):
Diese Policen investieren in Fonds, vorwiegend in Aktienfonds. In ihrer Reinform haben Fondspolicen keinerlei Garantien - der Anleger trägt also das Risiko des Kapitalmarktes grundsätzlich selbst.
In vielen Produkten sind aber doch Garantien vereinbart. Hier ist die Frage, wer die Garantien gibt: Eine Bank oder die Versicherung selbst?
Ist es eine Bank, muß man natürlich die Sicherheit dieser Bank genauer betrachten. Für den Fall, daß diese Bank dann doch pleite geht, ist der Schaden aber begrenzt: Es ist nur die Garantie verloren, nicht aber die eigentliche Anlage!
Ist eine Versicherung der Garantiegeber, ist es unkritisch: Hier haftet der Einlagensicherungspool PROTEKTOR für die Garantiegeber.
Generell gilt, daß bei einer Pleite der Versicherung der Vertrag durch PROTEKTOR fortgeführt wird.


Ausländische Fondsgebundene Lebens- bzw. Rentenversicherung ("Fondspolice"):
Diese Policen investieren in Fonds, vorwiegend in Aktienfonds. In ihrer Reinform haben Fondspolicen keinerlei Garantien - der Anleger trägt also das Risiko des Kapitalmarktes grundsätzlich selbst.
In vielen Produkten sind aber doch Garantien vereinbart. Gerade bei ausländischen Anbietern muß man natürlich die Sicherheit dieses Garantiegebers genauer betrachten. In der Regel aber ist bei der Pleite des Garantiegebers die Garantie verloren, nicht aber die eigentliche Anlage! Das sollte aber sicherheitshalber nochmal nachgeprüft werden.
Was bei einer Pleite der Versicherung mit dem Vertrag passiert, hängt vom Sitzland des Versicherungsunternehmens ab: In manchen Ländern gibt es einen Sicherungspool, der den Vertrag dann weiterführt. In anderen Ländern jedoch endet in einem solchen Fall der Vertrag und das vorhandene Guthaben wird an den Kunden ausgezahlt.


Ausländische Policen nach dem Britischen Modell ("With-Profit-Produkte"):
Diese Policen investieren in der Regel in einen Deckungsstock des Versicherungsunternehmens, der aber wesentlich aktienlastiger ist als bei deutschen Gesellschaften. Insofern bestehen hier höhere Verlustrisiken.
Was bei einer Pleite der Versicherung passiert, hängt ganz vom jeweiligen Institut ab. Im Idealfall besteht ein Schutz über den Einlagensicherungsfonds des jeweiligen Landes - aber nicht immer! Daher sollte hier im Einzelfall nachgeprüft werden, welche Absicherung existiert.
Als Beispiel: Alle seit dem 01.12.2001 abschlossenen Verträge des bekannten britischen Versicherers STANDARD LIFE fallen unter die britische Einlagensicherung FSCS. Kunden haben damit eine sehr weitgehende Sicherheit!


Zertifikatspolicen:
In letzter Zeit sind verstärkt "Zertifikatspolicen" auf den Markt gekommen - also Produkte, bei denen direkt in Zertifikate investiert wird. Hier gilt alles, was wir eingangs zu Zertifikaten an sich gesagt haben: Das Risiko ist der komplette Ausfall des Emittenten - und das ist heute so hoch wie noch nie!
Ob in einem solchen Fall das Versicherungsunternehmen in die Bresche springen wird oder gar muß, ist bislang noch nicht eindeutig geklärt und hängt sicherlich auch von den nationalen Gesetzgebungen im Land des Versicherungsunternehmens ab.
Wir sehen hier derzeit grundsätzlich eine große Gefahr!!

 

2. Finanznews

  • Zertifikate sorgen für hohen Anlegerschaden
    Die Deutschen haben ca. 124,5 Mrd. EUR in der Produktklasse Zertifikate angelegt. Verkauft wurden diese vorrangig an Privatanleger. Nun frage man mal bitte eben einen solchen Anleger, was er dort hat: Von Festgeld bis Sparkassenbrief lautet die Antwort - aber nur ganz selten richtig "Zertifikat." Und fragt man dann noch, was genau in der Anlage eigentlich drinsteckt bzw. was es für den Anleger bedeutet, bekommt man maximal irgendwelche Zinssätze gesagt. Und die Frage nach dem Risiko? Leere ausdruckslose Augen sind die Antwort. Zertifikate eben - eine unbekannte Produktklasse. Und trotzdem fast 125 Mrd. Euro Anlagevolumen. Wie kann das sein?

    Eben deshalb, weil die Anleger so gut wie nie über das tatsächliche Hauptrisiko ihrer Anlage aufgeklärt wurden - das Emittentenrisiko! Daß also der Herausgeber des Zertifikats, das ja nur eine Schuldverschreibung ist, pleite geht. Daß in diesem Fall von einem Tag auf den anderen das Zertifikat vollständig wertlos ist. Daß es dann überhaupt keine Rolle spielt, ob z.B. eine zugrunde gelegte Aktie oder ein bezogener Index gute Gewinne macht. Weg ist weg!

    Besonders aktuell ist dieses Problem für diejenigen, die Geld in Zertifikaten der pleite gegangenen US-Bank "Lehmann Brothers" angelegt haben. Verkauft wurden diese unter anderem von der Dresdner Bank, aber auch von einigen anderen. Einziger Lichtblick: Das Volumen von Lehmann Brothers in Deutschland war wohl nur ein zweistelliger Millionenbetrag - angesichts des Gesamtvolumens von Zertifikaten unbedeutend.Für den einzelnen Anleger, der alles verloren hat, ist es dafür umso bedeutender. In einigen Fällen soll es sich um mehrere zehntausend Euro pro Anleger handeln. Nach Angaben der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz DSW wußten die allermeisten Anleger eben nicht, daß es sich bei ihrer Anlage um ein Zertifikat handelt bzw. was genau es bedeutet.

    Ob ein Anlageberater oder Vermittler hier haftbar gemacht werden kann, scheint fraglich. So weisen die TILP Rechtsanwälte darauf hin, daß es nach einem Urteil des Bundesgerichtshof (Az. XI ZR 12/93) vom 06.07.1993 ein Allgemeinwissen sei, daß Emittenten auch pleite gehen können und insofern wohl keine besonderen Aufklärungspflichten bestünden. Ob dem so ist werden die sicherlich kommenden Prozesse gegen die Lehmann-Zertifikate vermittelnden Banken zeigen.

    Und letzten Endes haben wir dann auch noch die Versicherungen, die teilweise die Gelder der Versicherten in Zertifikate anlegen. Besonders aktiv in diesem Bereich ist z.B. die INORA als Tochter der französischen Großbank und des Zertifikate-Großemittenten Société Générale. Aber auch die deutsche BBV hat ganz frisch zusammen mit der Deutschen Bank eine Zertifikatspolice aufgelegt und die ASPECTA bietet in ihrer Fondspolice ab sofort nicht nur Fonds, sonders auch "ausgewählte" Zertifikate an. Schon länger arbeitet die NÜRNBERGER mit der britischen HSBC-Bank zusammen und die SWISS LIFE mit der amerikanischen MORGAN STANLEY. Letztere ist ja quasi nur in letzter Minute der Insolvenz entkommen!

    Wer haftet da eigentlich bei einer Pleite des Emittenten? Im Falle eines Falles der Anleger mit seiner Investition. Die ZURICH sagt laut versicherungsjournal.de dazu ganz klar: "Der Kunde trägt das Kreditrisiko. Es gibt keine Auffangpools".
     
  • Tagesgeld von Kaupthing Edge
    Oh je, das ist böse gekommen für all jene Anleger, die ihr Geld bei der isländischen "Kaupthing Edge" Bank angelegt haben. Deutsche Kunden sollten für Tagesgeld den Rekordzinssatz von 5,65% pro Jahr bekommen, was ohne Frage hochattraktiv war. Seit April konnten ca. 30.800 Kunden gewonnen und etwa 308 Mio. EUR eingesammelt werden.
    Auch wir haben dieses Angebot zunächst positiv bewertet, allerdings nur für Anlagen bis ca. EUR 21.000 - denn nur bis dahin greift die entsprechende Einlagensicherung. In den folgenden Monaten kamen dann Zweifel an der Sicherheit der isländischen Einlagensicherung auf, worauf wir auch im Newsletter hinwiesen.

    Und nun kam es zum GAU: Nach der Kontrollübernahme bei allen sechs isländischen Banken durch den Staat wurde von der deutschen Aufsicht am 10.10.2008 ein sogenanntes "Moratorium" über die deutsche Niederlassung der Kaupthing Edge Bank verhängt. Das bedeutet, es sind ab sofort weder Ein- noch Auszahlungen möglich!
    Ob damit für die deutschen Kunden Geld verloren ist, ob der isländische Einlagensicherungsfonds werthaltig ist bzw. zahlt und wann überhaupt wieder über das Geld verfügt werden kann - all das bleibt abzuwarten. Sicher ist nur eines: Die deutsche Garantieerklärung über die Einlagen erstreckt sich nicht auf die Kaupting Edge, da sie lediglich die deutsche Niederlassung eines isländischen Instituts und keine deutsche Bank ist!
     
  • Tagesgeldanleihe ein Renner
    Eine der sichersten Anlagen derzeit ist sicherlich die Tagesgeldanleihe der Bundesrepublik Deutschland (wir berichteten). Nach drei Monaten konnten rund 35.000 Anleger gewonnen werden, die im Schnitt EUR 20.000 angelegt haben. Angesichts der aktuellen Situation sicherlich kein Wunder!
     
  • Allianz gründet neue Bank
    Die ALLIANZ Versicherung hat gerade erst das Debakel mit der Dresdner Bank beendet und diese mit einem Milliardenverlust an die Commerzbank verkauft. Doch eine blutige Nase reicht ihr nicht, jetzt wird eine neue Bank gegründet, die ALLIANZ-Bank. In vielen anderen Ländern werden mit solchen Instituten neben Versicherungen eben auch Zinskonten angeboten. Dazu soll die im Besitz der Allianz verbliebene "Oldenburgische Landesbank" als Plattform genutzt werden.
    Volumen hat man, denn die 400.000 von Allianz-Vertretern gewonnenen Dresdner-Bank-Kunden werden direkt zur neuen Allianz-Bank übertragen. Ob die Kunden das auch wollen? Man wird sie kaum fragen.
     

3. Fondsnews

  • Risiko Fondsschließung mangels Volumen
    Ein ganz großes Risiko für Fondsanleger ab nächstem Jahr ist, daß Fonds wegen zu geringem Volumen geschlossen werden und die Anleger deshalb in andere Fonds wechseln müssen. Das ist an sich nicht dramatisch, aber es zerstört die Steuerfreiheit der Kursgewinne von Altanlagen - ab dem Zeitpunkt des Wechsels unterliegen die Anlagen dann ja der Abgeltungssteuer.
    Daß dieses Risiko nicht nur theoretisch ist, zeigt nun die schweizerische Fondsgesellschaft GAM mit ihrem GAM Star International Equity Fonds: Durch massive Kursverluste der letzten Tage und einem Abzug von 50% des Fondsvermögens durch die Anleger (!) beträgt das Volumen nunmehr nur noch 5 Mio. EUR und der Fonds ist nicht mehr wirtschaftlich führbar. Deshalb wird er nun aufgelöst.
     
  • Fonds für Krisen mitverantwortlich?
    In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Das Investment" beschäftigt sich ein hochinteressanter Beitrag mit der gängigen Praxis des Verleihens von Wertpapieren. Dabei verleihen z.B. Aktienfonds die von ihnen für ihre Anleger gekauften Aktien weiter an Hedgefonds. Diese können damit Leerverkäufe durchführen und - wie wir nicht erst in den letzten Tagen und Wochen sehen - massiv und negativ die Märkte beeinflussen.
    Besonders aktiv in der Ausleihe sollen die passiven ETF-Fonds sein. So gibt BGI Investments, Herausgeber der bekannten "I-Shares" Indexfonds offen zu, mit diesen Geschäften die laufenden Kosten der Fonds zu reduzieren. Der "I-Shares MSCI Turkey" beispielsweise erwirtschaftete im vorigen Geschäftsjahr 1,15% des Fondsvolumens (derzeit ca. 76 Mio. EUR) an Erträgen aus den Aktienausleihungen. Die Hälfte der Erträge blieb bei der BGI und nur die andere Hälfte floß direkt ins Fondsvermögen. Und genau deshalb ist es dem Indexfonds gelungen, den Index sogar etwas zu schlagen!
    Moralisch dagegen sollte sich jeder Anleger fragen, ob er durch ein Investment in solche ETF-Fonds wirklich diese durchaus fragwürdigen Praktiken unterstützen mag, die zu einem nicht unerheblichen Teil für die derzeitige Krise des Marktes mitverantwortlich sind!
     

4. Versicherungsnews

  • Aktienquoten der Versicherungen
    Aus aktuellem Anlaß hat der map-report überprüft, wie stark die deutschen Lebensversicherungen in Aktien investiert sind.

    Die geringsten Aktienquoten haben:
    § Hannoversche Leben mit 2,99%
    § DEVK mit 2,93%
    § Neue Leben mit 1,83%
    § Concordia mit 1,21%
    § Debeka mit 0,99%
    § VPV mit 0,85%

    Die höchsten Aktienquoten dagegen haben:
    § Neue BBV mit 15,02%
    § R+V mit 15,80%
    § Allianz mit 16,55%
    § Stuttgarter mit 22,71%

    Hoffen wir, daß die aktuellen Kursverluste hier nicht zu bilanziellen Abschreibungen führen, die für die Versicherten erhebliche Löcher in die Gewinnbeteiligung reißen...

    Ach ja: Der Schnitt der Aktienquote liegt bei 10,92% und untersucht wurden 36 Unternehmen (mehr haben ihre Daten nicht offengelegt), die zusammen ca. 2/3 des Marktes repräsentieren.
     
  • Mehr Sicherheit für Kunden von STANDARD LIFE & Co.
    Erfreuliche Nachrichten gibt es für Kunden der britischen Lebensversicherungen, die ab dem 01.12.2001 einen solchen Vertrag abgeschlossen haben: Nach einer Änderung der Statuten des britischen Einlagensicherungsfonds FSCS fallen nunmehr alle seit diesem Zeitpunkt abgeschlossenen Verträge unter den Schutz der Sicherungseinrichtung, auch wenn sie über eine ausländische Niederlassung des Versicherers ausgestellt wurden.
    Damit besteht hier nunmehr ein wirksamer Schutz für alle diese Kunden, den es bislang nicht gab. Gerade in der aktuellen Situation sicherlich eine nicht zu vernachlässigende Beruhigung!
     
  • Privat Krankenversicherte wollen kaum wechseln
    Nächstes Jahr besteht ein halbes Jahr lang die Möglichkeit für langjährig privat Krankenversicherte, unter Mitnahme eines (kleinen) Teils der angesparten Altersrückstellungen die private Krankenversicherung zu wechseln. Allerdings muß man dazu 18 Monate lang im sogenannten "Basistarif" mit minimalen Leistungen versichert bleiben, was sinnvollerweise kaum jemand tun wird.
    Nun hat TNS INFRATEST die privat Krankenversicherten nach ihrer Wechselbereitschaft gefragt. Das erfreuliche Ergebnis: Nur 3,2% der Privatversicherten wollen "bestimmt" oder "wahrscheinlich" ihre Versicherung wechseln. 80% dagegen möchten es nicht tun.
    Sollten die privat Krankenversicherten schlicht einfach zufrieden sein mit dem Schutz, den Leistungen und ihrem Versicherungsunternehmen? Für namhafte Gesundheitspolitiker ein undenkbarer Zustand!
     

5. Renten- und Sozialversicherungsnews

  • Beitragssatz der Gesetzlichen Krankenkassen 15,5% ab 2009
    Ab dem Jahr 2009 tritt der sogenannte "Gesundheitsfonds" in Kraft. Mit dieser ausschließlich politisch gewollten und sachlich vollkommen unsinnigen Bürokratieausweitung haben die Krankenkassen keine Möglichkeit mehr, wirklich eigenverantwortlich zu wirtschaften und eigene Beitragssätze festzulegen.
    Die Politik hat nun fern vom tatsächlichen Bedarf der Krankenkassen beschlossen, daß ab Januar 2009 der einheitliche Beitragssatz für alle gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland 15,5% beträgt. Bedenkt man, daß die günstigsten Krankenkassen bislang weniger als 12,5% Beitragssatz haben, dann wird die dramatische Mehrbelastung klar!

    Was kann man als Versicherter tun? Zunächst einmal wenig. Denn alle Krankenkassen müssen ab Januar diesen Beitragssatz erheben. Voraussichtlich im Laufe des Jahres 2009 wird sich die Situation aber ändern: Es wird mit ziemlicher Sicherheit Krankenkassen geben, die mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen, denn der Beitragssatz wurde aus politischen Gründen zu niedrig angesetzt. Diese Kassen müssen dann von ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag erheben!
    Andererseits wird es wohl auch Kassen geben, die weniger Geld benötigen als ihnen politisch zugewiesen wird. Diese haben bereits heute angekündigt, die Differenz als Bonuszahlung an ihre Versicherten zurückzuzahlen.
    Somit wird es also unserer Meinung nach etwa zur Jahresmitte 2009 deutlich werden, welche Kassen
    - den Einheitsbeitrag nehmen.
    - den Einheitsbeitrag plus einer zusätzlichen Zahlung vom Versicherten verlangen.
    - zwar den Einheitsbeitrag verlangen müssen, davon aber einen Teil an ihre Versicherten
     zurückzahlen werden.
    Erst wenn dies absehbar ist, sollte eine Entscheidung über die passende Krankenkasse getroffen werden. Denn vergessen Sie bitte nicht: Nach jedem Wechsel sind Sie für 18 Monate an die gewählte Krankenkasse gebunden und können in dieser Zeit nicht mehr wechseln!
    Daher raten wir zu etwas Geduld. Die aktuellen Änderungen zu diesem Thema sowie dann die Bonus- und Malusbeiträge finden Sie unter
    www.gesetzlicheKrankenkassen.de .

    Ach ja: Weil die meisten Bürger den Irrsinn dieses Zwangs-Einheitsbeitrags nicht erkennen, wird die Regierung in Kürze eine sündhaft teure Werbekampagne starten, um das Stimmvieh - Verzeihung, das Wahlvolk der Bundestagswahl 2010 - von den Nachteilen abzulenken. Es sind doch nur maximal EUR 600,- Mehrbelastung pro Jahr und Versichertem!
     
  • Krankenkassen-Fusionen
    Derzeit grassiert in der GKV die Fusionitis. Dabei fallen zwei geplante Fusionen besonders auf:
    Die TECHNIKER Krankenkasse fusioniert mit der IKK-Direkt (einer der preiswertesten Kassen derzeit) und wird dann weiterhin TECHNIKER heißen.
    Die KKH wird mit der BKK ALLIANZ zur neuen KKH ALLIANZ fusionieren und eine exklusive Partnerschaft mit der Allianz Krankenversicherung im Bereich der Zusatzversicherungen eingehen.
    Weitere Fusionen sind bereits angekündigt.
     

6. Rechts- und Steuernews

  • Krankenkassenbeitrag künftig absetzbar
    Nicht zuletzt aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts (wir berichteten) muß die Regierung die Krankenkassenbeiträge steuerlich absetzen lassen. Alle Arbeitnehmer und auch Selbständige dürfen daher ab nächstem Jahr die Beiträge zur Krankenversicherung steuerlich geltend machen und sparen sich so doch einiges an Abgaben.
     
  • Arbeitgeberschuß auch bei ausländischer KV
    Bislang mußten sich deutsche Arbeitnehmer bei einer deutschen privaten Krankenversicherung versichern, um in den Genuß des 50%igen Arbeitgeberzuschusses zu kommen. Doch das widerspricht dem EU-Recht, wie nunmehr der Bundesfinanzhof (Az. VI R 56/05) feststellte. Damit können sich Arbeitnehmer auch im EU-Ausland privat krankenversichern, sofern diese Versicherung entsprechende Leistungen aufweist. Und der Arbeitgeber muß dazu den 50%igen Zuschuß steuerfrei auszahlen.
    Ob aber eine solche Nutzung angesichts der im Vergleich zu deutschen Versicherungen drastisch schlechteren Leistungen ausländischer Anbieter in irgendeiner Form Sinn macht, sei hier mal dahingestellt...

 

7. Und dann war da noch...

... die Bundesanstalt für die Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin), die in ihrem aktuellen Newsletter die Beschwerden von Versicherungskunden direkt bei der Aufsicht thematisiert. Dabei weist sie darauf hin, daß sie aufsichtsrechtlich nur dann eingreifen kann, wenn ein Unternehmen in vielen Fällen gegen Recht und Gesetz verstößt oder wenn es sich um einen systematischen Fehler handelt.
Trotzdem prüfe man auch Einzelfälle, wo man durchaus auch mal helfen könne.

Nicht helfen konnte die BAFin dagegen im Falle eines Beschwerdeführers, der die Auszahlung einer Kapitalbildenden Lebensversicherung wegen Todes der Versicherten Person forderte, was ihm von der Versicherungsgesellschaft aber verweigert wurde. Nach Prüfung stellte die Aufsicht fest, daß dies zu Recht erfolgte - denn der Beschwerdeführer selbst hatte den Tod der Versicherten Person verschuldet und saß mittlerweile als rechtskräftig verurteilter Mörder in Haft!
Kleinlaut fragte er dann an, ob ihm nicht wenigstens die eingezahlten Beiträge zurückerstattet werden könnten - aber auch das war natürlich ausgeschlossen.

Aber man konnte es ja mal versuchen, oder?

 

nach oben

 

       Impressum AGB Datenschutz  | Wir sind Versicherungsmakler gemäß §34 d der deutschen Gewerbeordnung - zur Erstinformation.