| ALTERNATIV: Den Newsletter im lesefreundlichen PDF-Format herunterladen Die Themen des Monats: 1. TOP-Thema: Neue steuerliche Anforderungen an Vorsorge-Versicherungen 2. Finanznews 3. Fondsnews
4. Versicherungsnews 5. Renten- und Sozialversicherungsnews 6. Rechts- und Steuernews 7. Und dann war da noch... ------------------------------------------------------------------------------- 1. TOP-THEMA: Das ändert sich in 2009 Kurz zusammengefasst hier die wichtigsten Änderungen im neuen Jahr: Krankenversicherung: Es gilt ab Januar 2009 ein einheitlicher Beitragssatz von 15,5% für alle
Krankenkassen. Damit bezahlt man überall das Gleiche - solange noch keine Kasse aufgrund von Finanzproblemen doch einen Zusatzbeitrag ("Malus") von ihren Versicherten erheben muß. Nach unserer Ansicht dürfte es spätestens im dritten Quartal des Jahres soweit sein, daß erste Kassen zu dieser Maßnahme greifen müssen. Nur Minuten vor Redaktionsschluß dieser Ausgabe kam die Meldung, daß mindestens zwei Krankenkassen (hkk und IKK Südwest Direkt) von Januar 2009 an ihren Versicherten
einen Bonus von EUR 60,- bzw. sogar EUR 100,- pro Jahr auszahlen werden. Insofern relativiert sich von sofort an die Aussage des Einheitsbeitrags! Selbständige haben ab Januar 2009 keinen Anspruch mehr auf ein Krankengeld von ihrer Krankenkasse, dieses entfällt ersatzlos; Dafür bezahlen sie dann aber auch "nur" den reduzierten Beitragssatz von 14,9%. Ihr Krankengeld können sie dann
entweder in den neu geschaffenen Wahltarifen ihrer Krankenkasse oder einer privaten Versicherungsgesellschaft absichern. Die Wahltarife haben den Vorteil, daß keine Gesundheitsfragen gestellt werden - eine Absicherung ist also unabhängig vom Gesundheitszustand möglich. Dafür ist man dann aber drei Jahre lang fix an seine Krankenkasse gebunden! Die privaten Versicherungen bieten den Schutz i.d.R. etwas günstiger an, fragen aber nach dem Gesundheitszustand. Hier ist man natürlich
entsprechend flexibler in der Absicherung. Arbeitslosenversicherung: Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt von bisher 3,3% auf künftig 2,8%. Allerdings nur befristet bis Juni 2010. Höchstgrenzen für Sozialabgaben: Wie jedes Jahr steigen auch diesmal wieder die Einkommensgrenzen, bis zu denen die Sozialabgaben berechnet werden. Ab 2009 gelten - für Kranken- und Pflegeversicherung bundesweit: Bis EUR 3.675,- pro Monat - für Renten- und Arbeitslosigkeitsversicherung Ost: Bis EUR 4.550,- pro Monat - für Renten- und Arbeitslosigkeitsversicherung West: Bis EUR 5.400,- pro Monat Mehr Kindergeld: Für das erste und zweite Kind gibt es künftig EUR 164,- pro Monat, für das dritte Kind EUR 170,- und ab dem vierten Kind EUR 195,- pro Monat. Auch steigt der steuerliche Kinderfreibetrag.
Handwerkerleistungen besser absetzbar: Wenn Privatleute Handwerkerleistungen nutzen, können sie künftig 20% von maximal EUR 6.000,- Kosten absetzen; das ist doppelt soviel wie bisher. Keine Kraftfahrzeugsteuer für Neuwagen: Neuwagen, die bis zum 30.06.2009 zugelassen werden, sind von der KFZ-Steuer für ein bzw. sogar zwei Jahre befreit. Höhere Freibeträge bei der Erbschaftssteuer: Die Erbschaftssteuer wurde neu gestaltet und es gelten nunmehr fast durchgängig höhere Freibeträge. Besonders profitieren davon eingetragene Lebenspartnerschaften, also gleichgeschlechtliche Paare. Höhere Absetzbarkeit der Rürup-Rente („Basis-Rente“): Für
diese spezielle Form der Altersvorsorge gilt ab 2009 eine höhere Abzugsfähigkeit: Es sind dann 68% der Beiträge steuerlich geltend zu machen. Abgeltungssteuer: Ab Januar gilt die Abgeltungssteuer. Das bedeutet, alle ab dann getätigten Anlagen haben keine steuerfreien Kursgewinne mehr. Beim Verkauf ist künftig die Differenz zwischen Verkaufs- und Einkaufskurs mit der Abgeltungssteuer
(pauschal 25% plus Solidaritätszuschlag plus ggfls. Kirchensteuer) zu versteuern. Dafür gilt diese Abgeltungssteuer aber auch pauschal für alle Kapitalerträge, die dann nicht mehr mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern sind und auch nicht mehr dem Progressionsvorbehalt unterliegen. Neuer Sparerfreibetrag: Es gilt künftig ein einheitlich-pauschaler Sparerfreibetrag von EUR 801,-
pro Person und Jahr. Das ist soviel wie der bisherige Freibetrag plus Werbungskostenpauschale. Dafür können aber keine Werbungskosten im Zusammenhang mit Geldanlagen (wie z.B. Depotgebühren, Vermögensverwaltungsgebühren, etc.) mehr steuerlich abgesetzt werden. Gesellschafter-Geschäftsführer mit geringerer Altersvorsorge: Die Gruppe der Gesellschafter-Geschäftsführer wird künftig stark
benachteiligt, da für die Berechnung der Vorsorgeaufwendungen ein fiktiver Beitrag zur Gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet wird. Statt wie "normale" Selbständige EUR 20.000,- stehen nur steuerlich absetzbare EUR 9.254,- zur Verfügung. Und nur davon können 68% geltend werden. Allerdings gilt diese Regelung nur dann, wenn er Anwartschaftsrechte auf eine Betriebliche Altersvorsorge wie z.B. eine Pensionszusage hat. Lebensversicherung: Damit eine neu abgeschlossene Lebensversicherung auch in Zukunft steuerlich begünstigt ist, muß sie künftig einen Mindesttodesfallschutz von 50% der Beitragssumme bieten bzw. bei Einmalbeiträgen im Todesfall 10% mehr als das vorhandene Vermögen ausbezahlen. Verträge mit individuell gemanagter Vermögensverwaltungs-Anlage, die nicht fondsbasiert ist, sind künftig generell keine
Lebensversicherungen mehr im Sinne des Steuergesetzes. Dies gilt sogar auch für bestehende Verträge.! 2. Finanznews - Lehmann-Zertifikate: Geschädigtenzahlen & erstes Urteil
Es liegen erste Medienberichte über Zahlen vor, wie stark die vermeintlich vertrauenswürdigen Banken und Sparkassen ihre gutgläubigen Kunden durch den massenhaften Verkauf von Zertifikaten des pleite gegangenen amerikanischen Bankhauses "Lehmann Brothers" geschädigt haben: - Frankfurter Sparkasse: Ca. 5.000 Anleger mit rund 75 Mio. EUR Anlagevolumen
- Hamburger Sparkasse: Ca. 3.700 Anleger mit unbekanntem Volumen - Taunus-Sparkasse: 59 Kunden mit rund 1,2 Mio. EUR Anlagevolumen Natürlich waren es nicht nur Sparkassen, die diese Produkte verkauft haben, sondern auch andere Bankhäuser: - Citibank: Es liegen keine Zahlen vor; sie soll aber sehr aktiv gewesen sein im Verkauf dieser Zertifikate - DAB-Bank (Direktbank ohne Beratung): Ca. 200 Kunden mit unbekanntem Volumen
- Dresdner Bank: Es liegen keine Zahlen vor; sie soll aber auch recht aktiv gewesen sein im Verkauf dieser Zertifikate
Inzwischen gibt auch ein erstes Urteil in einem Prozeß eines Anlegers gegen die Frankfurter Sparkasse. Die Bank hat dabei vollumfänglich gewonnen. Allerdings erfolgte der Kauf bereits im Jahr 2006 und das Bonitätsrisiko war damals nach Ansicht des Richters Ulrich Gebhard "eher
theoretischer Natur". Noch dazu hatte die Bank - wenn auch nur kurz - darauf hingewiesen, daß die Rückzahlung des Zertifikats von der Bonität des Emittenten abhänge.
Allerdings war dieser Prozeß aufgrund des Klägers ohnehin nur bedingt geeignet, ein Musterverfahren darstellen: Offensichtlich war der Kläger im Grunde anlageerfahren und soll bei einer anderen Bank ein Depot von mehr als EUR 100.000 unterhalten haben. Die Lehmann-Zertifikate sollen von ihm aktiv nachgefragt worden
sein und das Investitionsvolumen dafür stammte angeblich aus Spekulationsgewinnen mit Fonds von 40%. Ach ja, und beim Anlegerprozeß gegen die Deutsche Telekom ist der Kläger auch dabei... Kunden also, die für eigene Fehlentscheidungen andere verantwortlich machen wollen - Menschen, wie wir sie schätzen! - Zertifikate-Notrettung
Die Zertifikate-Branche ist angesichts der Lehmann-Pleite und weiterer schwankender Banken natürlich um den Ruf ihrer Produkte mehr als nur besorgt. Der "Deutsche Derivate Verband" hat nun eine Checkliste für Zertifikate-Anleger veröffentlicht, die insgesamt 18 Punkte umfasst. Diese sollte ein Privatanleger vor Investition beantworten können. Hier einige Highlights daraus: - Verstehen Sie, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Sie mit dem Zertifikat einen Gewinn erzielen? - Wissen Sie nicht nur, welche Chancen, sondern auch welche Risiken mit einer Anlage in
Zertifikaten verbunden sind? - Wissen Sie, wer der Emittent des Zertifikats ist? - Haben Sie die Zertifikatsbedingungen gelesen und verstanden?
Nach unserer Auffassung sind alleine diese vier von achtzehn Fragen absolute Umsatz-Verhinderer für die bisherige Hauptzielgruppe der Käufer von Zertifikaten. Denn welcher Otto-Normal-Zertifikatanleger kann auch nur diese wenigen Fragen wirklich wahrheitsgemäß mit "ja" beantworten? Hoffen wir, daß die immensen Risiken dieser Papiere endlich in das breite Bewußtsein eindringen! - Entschädigung der Anleger der Kaupthing-Edge-Bank
Die isländische Finanzaufsicht hat nunmehr festgestellt, daß der Entschädigungsfall eingetreten ist. Das heißt, die Anleger haben Anspruch auf ihre Einlagen, maximal aber auf EUR 20.887,-. Darüber hinausgehenden Anlagebeträge müssen wohl als verloren betrachtet werden. Bislang gab es die bange Frage, ob der kleine Staat Island überhaupt in der Lage ist, die
immensen Verpflichtungen seiner Banken zu stemmen. Für deutsche Anleger ist dies aber glücklicherweise kein Thema: Die Bundesrepublik Deutschland gewährt Island ein Darlehen über 308 Mio. EUR, wovon die Entschädigung gezahlt werden soll. Allerdings ist Eile geboten: Anleger müssen bis zum 30.12.2008 ihre Forderungen in Island angemeldet haben. Zwar muß man des Isländischen dazu nicht mächtig sein, aber die (per Post zu versendenden) Formulare sind in englischer Sprache. Wir empfehlen
daher einen Besuch der Website der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, die sehr hilfreiche Erläuterungen und Links bietet: http://kURL.de/kaupthing
3. Fondsnews
- Schließung der Offenen Immobilienfonds
Ende Oktober kam es wieder einmal zu einem Super-GAU für die Anleger: Insgesamt zwölf Offene Immobilienfonds haben die Rücknahme von Anteilen ausgesetzt. Was war passiert?
Diese spezielle Fondsklasse
hat sich in der Vergangenheit über viele Jahre bis Jahrzehnte enorm stabil und nahezu schwankungsfrei konsequent nach oben entwickelt. Da sie eine über Tagesgeld liegende Rendite mit einem erheblichen steuerfreien Anteil (mehr als 60% der Erträge sind i.d.R. steuerfrei) bietet und täglich verfügbar ist, haben wir sie gerade auch in den letzten zwei Jahren als Stabilisator gesehen. Ende Oktober hat sich die allgemeine Liquiditätskrise extrem zugespitzt. Alleine das bis dato unvorstellbare
Auf und Ab der VW-Aktie zeigte, daß die Märkte Wertpapiere derzeit nicht einmal mehr ansatzweise rational bewerten. Gerade institutionelle Investoren (wie z.B. Sparkassen und Vermögensverwalter) haben bislang die Offenen Immobilienfonds gerne als Parkposition genutzt. Doch im aktuellen Liquiditätsengpaß wurden die freien Mittel wohl knapp und man entschloß sich zum Abzug von Geldern aus den Offenen Immobilienfonds. Los ging es mit zwei eher kleinen (wenige hundert Mio. EUR Volumen) Fonds
der Gesellschaft KAN-AM. Nun kann aber ein Offener Immobilienfonds nicht auf einen Schlag den Abfluß von 30% oder gar 50% der Mittel verkraften - das Geld ist schließlich tatsächlich in Immobilien investiert. Und eine Immobilie ist nicht innerhalb von zwei Tagen verkauft! Deshalb stellen massive Rückgaben von Anteilen bzw. Abzüge von Geldern die Anbieter von Offenen Immobilienfonds vor erhebliche Probleme. Wo soll das Geld so schnell herkommen? Aus diesem Grund sieht auch der Gesetzgeber
die Möglichkeit vor, einen Fonds vorübergehend zu schließen. Das bedeutet, für einen bestimmten Zeitraum - hier drei Monate - können die Anteile nicht zurückgegeben werden. In dieser Zeit kann das Fondsmanagement aber mit den Investoren über den Verbleib ihrer Gelder im Fonds verhandeln oder die Verkäufe von Immobilien einleiten. Nachdem nun also die beiden Fonds von KAN-AM geschlossen waren, kam es auch bei anderen Fonds zu starken Mittelabflüssen. Bekannteste Fonds hier waren dann u.a.
- AXA Immoselect - CS Euroreal - SEB Immoinvest Die Öffnung soll Ende Januar 2008 erfolgen. Wir sind gespannt und hoffen sehr, daß es entsprechend klappen wird.
Diese Hoffnungen wurden aber nunmehr etwas gedämpft, nachdem am 15.12.2008 die schweizerische Großbank UBS ihren sechs Milliarden Euro schweren Immobilienfonds "UBS Wealth Management Global Property Fund" ebenfalls geschlossen hat - und das für ein komplettes Jahr! Wobei hier sicher eine Sondersituation
besteht: Anlagen waren nur ab 100.000 Schweizer Franken möglich und der Fonds wurde nicht öffentlich vertrieben. Wobei das Kernproblem sicher sein dürfte, daß 40-45 Prozent des Anlegergeldes in US-Immobilien angelegt sein sollen. - Ampega Gerling mit massiven Verlusten
Was nicht sein darf, kann nicht sein. Oder doch? In der aktuellen Finanzkrise ist
offensichtlich auch das Undenkbare möglich, wie die Fondsgesellschaft Ampega Gerling bitter erfahren mußte. So hatte man in einer Reihe von Aktienfonds wie z.B. - Gerling Aktiv - Gerling Aktien Europa - Gerling Dynamik Fonds und zwei weiteren spezielle Optionsstrategien angewendet. Diese sollten Kursverluste relativ zur Indexentwicklung reduzieren. Doch Anfang Oktober wurden die Verwerfungen der Märkte so stark, daß die Kursrückgänge bei den Optionen massiver wurden als am
eigentlichen Aktienmarkt. Die Folge: Die Kurse der Fonds brachen extrem ein.
Das Problem dürfte sein, daß den Anlegern diese speziellen Strategien wohl nur in den seltensten Fällen vor Anlage bewußt gewesen sein dürften, auch wenn sie laut Prospekt zulässig waren. Wobei in mindestens einem Fall laut Financial Times Deutschland die Derivateverordnung verletzt worden sein soll. Allerdings hat Ampega Gerling wirklich kundenfreundlich reagiert und bei allen Fonds die durch die
Derivatestrategie zusätzlich entstandenen Verluste ausgeglichen - von der Fondsgesellschaft wurden 17 Mio. EUR an die Fonds gezahlt und ein Ausgleich geschaffen.
4. Versicherungsnews - Sind Fondsgebundene Versicherungen ein Flop?
Seit vielen Jahren wird die Fondsgebundene Versicherung als die "moderne Form" der Lebensversicherung verkauft. Ohne Frage sind die Renditechancen hier deutlich höher als bei herkömmlichen Policen - aber das Kapitalmarktrisiko wird eben komplett auf den Kunden abgewälzt. Eine Situation, die gerade derzeit vielen
Fondspolicen-Kunden schwer zu schaffen macht - besonders, wenn der Vertrag zur Auszahlung ansteht.
Der map-report hat jetzt mal versucht, die Vergangenheitsergebnisse von herkömmlichen Policen und Fondspolicen in der Realität zu vergleichen. Angenommen sei eine Police von 12 Jahren Dauer, abgeschlossen von einem 30jährigen (natürlich noch nach altem Steuerrecht, also damit komplett steuerfrei) mit EUR 1.200,- vorschüssigem Jahresbeitrag, 100% Todesfalleistung und Fälligkeit im
September 2008. Das Ganze einmal für eine Fondspolice und einmal für eine konventionelle Deckungsstockpolice. Leider konnten nur zwei Versicherungen Daten liefern, die noch dazu aus der gleichen Unternehmensgruppe stammen: - AachenMünchener beste Fondspolice: EUR 18.258 - AachenMünchener Deckungsstockpolice: EUR 18.692 Also fast EUR 400,- mehr bei der herkömmlichen Police gegenüber der Fondspolice!
- Cosmos Direkt Fondspolice mit DWS Akkumula: EUR 18.902,- - Cosmos Direkt Deckungsstockpolice: EUR 19.902 Also fast EUR 1.000,- mehr bei der herkömmlichen Police gegenüber der Fondspolice!
Natürlich sind diese Werte der derzeitigen schlechten Börsensituation geschuldet und wären noch zu Beginn des Jahres sicherlich ganz anders ausgefallen. Wer aber nicht auf eine Erholung warten kann und das Geld zur Fälligkeit fest einkalkuliert hat, der hat definitiv ein Problem!
Es bleibt somit festzuhalten, daß die herkömmliche Deckungsstockpolice für den konservativ und sicherheitsorientierten Kunden ein ganz wichtiger Baustein in seiner Altersvorsorge sein kann und vielleicht auch immer noch sein sollte! - Sicherheit der deutschen Lebensversicherungen
In der aktuellen Finanzmarktkrise stellt sich immer wieder die
Frage, wie sicher die deutschen Lebensversicherungen sind. Aufgrund der niedrigen Aktienquoten und konservativen Anlagen (wir berichteten http://www.afw-gmbh.de/archiv/aktuell2008/200809/200809.html ) kann man guten Gewissens sagen, daß es sich definitiv um ein sehr geringes Restrisiko handelt. Noch dazu gibt es den Einlagensicherungspool der deutschen Versicherungswirtschaft, der im Notfall - wie bereits bei der pleite gegangenen MANNHEIMER Leben - die Verträge übernimmt und unverändert fortführt. Gerade im genannten Pleitefall hat kein Kunde Geld verloren, im Gegenteil: Die Verträge werden sogar mit Überschüssen weitergeführt!
Nun ist aber trotzdem die Frage, wie die Versicherer einer sich verschärfenden Krise standhalten können. Hierzu hat die Bundesanstalt für die Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) einen sogenannten "Stresstest" definiert, der verschiedene Szenarien von Kursrückgängen und Wertverlusten simuliert. Damit wird geschaut, welcher Versicherer in solchen Negativ-Szenarien Probleme bekommen würde.
Den letzten offiziellen Stresstest gab es auf Basis der Zahlen zum Jahresende 2007
und bei diesem fielen ein Lebensversicherer, ein Krankenversicherung und acht Schadenversicherer durch. Angesichts von fast 500 Versicherungsunternehmen in Deutschland ohne Frage ein exzellentes Ergebnis. Traditionell nennt aber die BAFin keine Namen, um wen es sich handelt. Im Oktober gab es dann Presseberichte, daß die BAFin einen unterjährigen Stresstest aufgrund der aktuellen Krise durchgeführt hat - und diesen sollen nunmehr drei Lebensversicherer und drei Krankenversicherer nicht
bestanden haben. Es ist die Rede von "besonders großen Problemen" dort, wobei aber kein Versicherer aktuell in "Existenznot" sei. Eine offizielle Stellungnahme der Aufsicht dazu gibt es nicht. Allerdings wurde zugegeben, daß die BAFin "einige Versicherer gebeten" habe, wöchentlich statt im Abstand von mehreren Monaten über ihre Kapitalanlagen zu berichten.
Dies hat das Analysehaus "Morgen&Morgen" zum Anlaß genommen, einen eigenen
Belastungstest durchzuführen. Erfreuliches Ergebnis: Den meisten deutschen Lebensversicherungen geht es finanziell sehr gut:
Ausgezeichnet: 25 Versicherer, darunter Schwergewichte wie AachenMünchener, Allianz, Generali etc., aber auch kleinere Spezialisten wie CONDOR oder LV1871.
Sehr gut: 9 Versicherer
Bestanden: 15 Versicherer
Kritisch: 1 Versicherer, der MÜNCHENER VEREIN.
Nicht teilgenommen, da keine oder unvollständige Datenlieferung:
27 Versicherer
Da erfahrungsgemäß vorrangig Versicherungen mit schlechten Kennzahlen die Datenlieferung verweigern, ist also bei diesen 27 Gesellschaften unbedingt erhöhte Aufmerksamkeit geboten! Der vollständige "M&M Belastungstest" ist nachlesbar unter http://kURL.de/belastungstest.
Wobei offensichtlich die BAFin als zuständige Aufsicht einige Bedenken hat, was an den Märkten noch passieren kann. Daher erfolgte eine Verfügung an alle Versicherungsgesellschaften, daß auch während der Weihnachtstage IMMER ein Vorstandsmitglied erreichbar sein muß. Wegen der Dynamik der Krise könne "kurzfristiges Handeln" gefordert sein, so die BAFin laut Financial Times Deutschland am 20.11.2008. Im
der Zeitung vorliegenden Brief heißt es: "Auch über den anstehenden Jahreswechsel kann niemand ausschließen, dass Entwicklungen an den Finanzmärkten kurzfristige und intensive Gespräche erfordern." Daher habe zwischen dem 22.12.08 und 11.01.09 ein Vorstandsmitglied innerhalb eines halben (!) Tages zu persönlichen (!) Gesprächen mit der Aufsicht in Bonn zur Verfügung zu stehen. Dem Vernehmen nach hat diese Verfügung eine gewisse Verstimmung unter den Vorständen ausgelöst, da
man sich eine Störung im Winterurlaub verbete. Aber die Aufsicht sitzt da definitiv am längeren Hebel... - Die größten Lebensversicherungen 2007
Zwar neigt sich das Jahr 2008 schon seinem Ende zu, aber bis die Versicherungsunternehmen ihre Bilanzen für das Vorjahr fertig haben, dauert es immer einige Monate. Daher werden manche Zahlen erst ziemlich
zeitverzögert publiziert. Hier die größten Lebensversicherungen des Jahres 2007 nach gebuchten Bruttobeiträgen laut der "Zeitschrift für das Versicherungswesen": Platz 10 (Vorjahr 8): Victoria Leben mit 1.944,9 Mrd. EUR Platz 9 (Vorjahr 9): HDI-Gerling Leben mit 2.009,1 Mrd. EUR Platz 8 (Vorjahr 17): Württembergische Leben mit 2.167,6 Mrd. EUR
(auch durch Übernahme der KARLSRUHER Leben) Platz 7 (Vorjahr 7): Volksfürsorge Leben mit 2.425,5 Mrd. EUR Platz 6 (Vorjahr 6): Debeka Leben mit 2.815,3 Mrd. EUR Platz 5 (Vorjahr 5): Hamburg-Mannheimer Leben mit 3.089,6 Mrd. EUR Platz 4 (Vorjahr 3): Zurich Deutscher Herold Leben mit 3.582,2 Mrd. EUR Platz 3 (Vorjahr 4): R+V Leben mit 3.729,3 Mrd. EUR
Platz 2 (Vorjahr 2): AachenMünchener Leben mit 3.889,4 Mrd. EUR Platz 1 (Vorjahr 1): Allianz Leben mit 12.754,0 Mrd. EUR - Variable Annuities vor dem Start in massiven Problemen?
Die deutsche Versicherungsindustrie hatte einen neuen Hoffnungsträger: "Variable Annuities". Das sind spezielle Lebensversicherungen, bei denen der
Versicherer umfangreiche Garantien außerhalb der eigentlichen Anlage bietet und so den Kunden ein im Investmentbereich ansonsten nicht machbares Chance-Sicherheits-Verhältnis bietet.
Die Idee ist ebenso genial wie grundsätzlich einfach: Der Kunde wählt die gewünschte Investmentanlage (z.B. Aktienfonds Europa) und bestimmt dann eine ihm passende Garantieform. Das kann sein - mindestens die eingezahlten Beiträge zum Ablauf garantiert - mindestens 3% Mindestverzinsung pro Jahr garantiert zum Ablaufdatum - eine bestimmte Mindestrente lebenslang garantiert
Dafür bezahlt von seinem Versicherungsbeitrag einen gewissen Prozentsatz als Gebühr an das Versicherungsunternehmen. Die Versicherung ihrerseits kauft sich nun am Kapitalmarkt über Derivate die entsprechende Sicherheit ein und kann ihrem Kunden so die gewünschte Garantie gewähren. Damit sind Garantie und Kapitalanlage sauber getrennt und der Kunde kann nun innerhalb der gewählten Anlageregion relativ frei wechseln, also z.B. von einem schlechter laufenden internationalen
Aktienfonds in einen deutlich besser laufenden internationalen Aktienfonds seiner Wahl. Dabei bleibt die Garantie unverändert!
Das trifft natürlich genau den Wunsch der Anleger: Flexible Anlage plus Sicherheit plus relativ günstige Kosten für das Sicherheitsnetz. Die "eierlegende Wollmilchsau"? So mag man meinen. Und die Erfolge sind da: In den USA und in Japan gibt es diese "Variable Annuities" bereits seit einigen Jahren und sie haben bereits einen immensen
Marktanteil erreicht. Kein Wunder, daß die Versicherer das Ganze nun auch nach Europa bringen wollen. Vorreiter war die AXA mit ihrem Produkt TWIN-STAR, das jedoch "nur" eine Rente garantiert und sonst nichts. Die meisten Kunden aber wollen auch eine Garantie in der Einmal-Kapitalauszahlung. Daher sind inzwischen auch andere Anbieter auf den Markt gekommen, die ganz unterschiedliche Konzepte anbieten:
ALLIANZ: "Invest4Life", eine Rentenversicherung gegen Einmalbeitrag AXA: "TwinStar", eine Rentenversicherung FRIENDS PROVIDENT: Eine Fondspolice mit Beitragserhaltungsgarantie R+V: "PremiumGarantRente", eine Rentenversicherung gegen Einmalbeitrag SWISS LIFE: "Champion", eine Rentenversicherung gegen Einmalbeitrag VORSORGE: Eine Fondspolice mit garantierter Mindestverzinsung
Weitere Anbieter stehen in den Startlöchern. Da aber das
deutsche Aufsichtsrecht solche Produkte derzeit nicht zulässt, sitzen die jeweiligen Anbieter im Ausland - vorrangig in Irland und Luxemburg und werden von ihren deutschen Müttern bzw. Niederlassungen vertrieben. Diese Produktgruppe der "Variable Annuities" ist in Deutschland erst seit wenigen Monaten erhältlich und hat somit noch keine großen Absatzzahlen erreicht - außer bei der AXA, die damit schon einige Zeit länger aktiv ist. Wobei es auch dort nicht der erwartete
"Selbstläufer" ist...
Nun aber kommen auf die Anbieter dieser Produkte massive Probleme zu: Durch die aktuelle Finanzmarktkrise sind die Absicherungen der Garantien über den Kapitalmarkt entweder extrem teuer oder sogar vollständig unmöglich geworden. Das bringt die Versicherer in Zugzwang, denn sie haben ja ihre Verpflichtungen gegenüber den Kunden zu erfüllen. Die Rating-Agentur FITCH warnt daher aktuell vor erheblichen Risiken für die US-Lebensversicherungen, die
dieses Geschäft betreiben: "Fitch Ratings sees equity markt performance 2008 as having a dramatic impact on U.S. life insurers active in the variable annuity market. [] Fitch estimates that capital (and reserves) needed to support the variable annuity business in the U.S. has increased up to $15 billion during 2008 year-to-date due to the dramatic decline in the equity markets. [] We are concerned that insurers are overly optimistic about the effectiveness of their hedging
programs, which are designed to mitigate the losses associated with a downturn in the equity market" Härter kann eine Warnung kaum ausfallen! Wenn sich also offensichtlich die US-Versicherer nicht mehr mit ausreichenden Sicherheiten am Markt eindecken können - warum sollte es da den in dieser Produktsparte wesentlich unerfahrenen europäischen Versicherungen anders ergehen?
Wir sehen hier derzeit ganz erhebliche Risiken für Versicherungen und Kunden und müssen leider von
der von uns eigentlich als genial erachteten Idee der "variable annuities" damit erst einmal Abstand nehmen. Es wird spannend zu betrachten, ob diese Produkte durch die schweren Jahre kommen und vielleicht in wenigen Jahren tatsächliche eine "sturmfeste" Alternative sind. Heute aber läßt sich darüber noch keine Aussage machen. -
PAX Lebensversicherung verschwindet
Und wieder verschwindet ein traditionsreicher Name vom Markt: Die PAX Schweizerische Lebensversicherungs-Gesellschaft (Deutschland) AG gehört schon seit langer Zeit der NÜRNBERGER Versicherungsgruppe. Nunmehr wurde der gesamte Versicherungsbestand auf die NÜRNBERGER Lebensversicherung übertragen und die PAX gibt es damit faktisch nicht mehr. - 200 Mio. EUR auf der Suche nach Empfängern
Wer früher einmal bei der DBV Deutsche Beamten Versicherung einen Versicherungsvertrag hatte, könnte Anspruch auf einen Teil von 200 Mio. EUR haben! Denn als vor bald Jahren die damalige DBV von einem öffentlich-rechtlichen Institut in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, gestand man den damaligen Kunden Entschädigungsleistungen zu. Diese wurden aber bislang
noch nicht vollständig abgerufen. Wir berichteten darüber bereits im März 2007 http://www.afw-gmbh.de/archiv/aktuell2007/200703/200703.html . Inzwischen wurden zwar einige Gelder abgerufen, aber es stehen noch immer rund 200 Mio. EUR offen, die nicht zuordnenbar sind. Das entspricht etwa EUR 500,- für jeden Berechtigten.
Inzwischen wird es eng: Am 2. März 2009 läuft die Frist für die Einlösung der Berechtigungsscheine ab
5. Renten- und Sozialversicherungsnews - Einheitsbeitrag 15,5% ab Januar - Alternativen?
Ab Januar 2009 beträgt der einheitliche Beitragssatz aller Gesetzlichen Krankenkassen 15,5% (incl. den 0,9% Eigenleistung der Versicherten). Da die bisher günstigsten Kassen incl. dem Zusatzbeitrag nur rund 13% Beitragssatz hatten, ist dies natürlich eine erhebliche Verteuerung für die Versicherten. Und das Schlimmste: Viele Kassen werden wohl mit diesem Beitrag nicht auskommen. In diesem
Fall dürfen sie sogar einen Zusatzbeitrag von ihren Versicherten erheben. Das aber scheuen die Kassen wie der Teufel das Weihwasser, denn es würde unter Garantie eine Massenabwanderung der Versicherten nach sich ziehen. Wir rechnen damit, daß spätestens im dritten Quartal 2009 die ersten Kassen einen Zusatzbeitrag erheben werden. Gerade angesichts dieses Einheitsbeitrags über den unsäglichen und wettbewerbsverhindernden "Gesundheitsfonds" ist es für die Versicherten umso
wichtiger geworden, andere finanzielle Vorteile zu nutzen. Hier entwickelt sich derzeit ein Wettbewerb unter den Krankenkassen, den wir intensiv beobachten. Ab Januar 2009 wird auf unserer Website http://www.gesetzlicheKrankenkassen.de eine interaktive Suche nach der Kasse mit den besten und passendsten Zusatzleistungen zu finden sein. Wir werden aber auch im nächsten Newsletter ausführlich darüber berichten.
- GKV-Zwangsmitglieder schulden 100 Mio. EUR
Seit April 2007 gilt für alle der Gesetzlichen Krankenkasse zuzuordnenden Personen eine Krankenversicherungspflicht. Das heißt, jeder muß sich versichern und Beiträge bezahlen - letzteres sogar unabhängig von der Meldung bei der Krankenkasse rückwirkend ab April 2007! Dazu ist aber offensichtlich nicht jeder
bereit oder in der Lage. Von den rund 85.000 Zwangsrückkehrern in der GKV haben etwa 52.000 hohe Beitragsschulden, die sich inzwischen auf fast 100 Mio. EUR summiert haben! Eine Last, die den jeweiligen Krankenkassen voll aufgebürdet wird. Und Zwangsvollstreckungen oder ähnliches sind sinnlos bei nicht vorhandenem Vermögen... Aber der Dogmatismus der Gesundheitsministerin Ulla Schmidt muß schließlich vollzogen werden - denn es kann nicht sein, was nicht sein darf! Zahlen tuen es ohnehin
nur die Gesetzlich Krankenversicherten - und Frau Schmidt ist trotz des "Politiker-Privilegs" zur Rückkehr in eine Gesetzliche Krankenkasse unverändert privat krankenversichert. Was dem Plebs gut genug zu sein hat, ist noch lange nicht ihres! - 1 Mrd. EUR Verlust in der GKV
Das statistische Bundesamt hat kürzlich die Zahlen zur
Sozialversicherung im ersten Halbjahr 2008 veröffentlicht. Demnach fehlen der Gesetzlichen Krankenversicherung rund 1 Mrd. (!) Euro. Das Minus der erst 1995 neu eingeführten Pflegeversicherung beläuft sich auch schon auf 400 Mio. EUR. Ein Ende ist natürlich nicht absehbar. Da es den Krankenkassen praktisch unmöglich ist, dieses Defizit bis Ende des Jahres durch Beitragserhöhungen wieder hereinzuholen und dazu noch alle Altschulden abzubauen, werden viele Kassen mit einem deutlichen Minus
in das neue Zeitalter des Einheitsbeitrags starten. Dieser aber ist aus politischen Gründen niedriger gewählt worden als eigentlich notwendig - und damit sind schon in naher Zukunft ganz erhebliche Finanzierungsprobleme zu befürchten!
6. Rechts- und Steuernews - Rentner vor Anfragen des Finanzamtes
Seit dem Jahr 2005 gilt das Alterseinkünftegesetz, das die Renten in großen Teilen steuerpflichtig gemacht hat. Vielen Rentnern war dies aber nicht bewußt, so daß keine Steuererklärungen abgegeben wurden. Die Finanzämter haben dies bislang
auch weitgehend akzeptiert. Doch nun soll sich das ändern - so berichtet zumindest die FAZ unter Bezugnahme auf ein nicht-öffentliches Schreiben des Bundesfinanzministeriums. Demnach sollen die Finanzämter angewiesen worden sein, bei rund 20 Mio. Rentnern (!) nachzufragen und deren Steuerpflicht zu prüfen. Es ist damit zu rechnen, daß es bei vielen da ein sehr böses Erwachen geben wird und umfangreiche Nachzahlungen anfallen werden - in einigen Fällen eventuell sogar Verfahren wegen
Steuerhinterziehung. Und um Kontrollprüfungen durchführen zu können sind die Rentenversicherungsträger, also die Gesetzliche Rentenversicherung, ab dem Jahr 2009 verpflichtet, Kontrollmitteilungen über die gezahlten Altersrenten an die Finanzämter zu geben! - Sozialversicherungspflicht auf Direktversicherungen gilt
Seit dem Jahr 2004 sind auf alle
Auszahlungen von Direktversicherungen (also der Betrieblichen Altersvorsorge) Beiträge zur Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zu entrichten. Das bedeutet eine Reduzierung der Auszahlung um rund 17,5%! Dagegen hatten Betroffene durch alle Instanzen geklagt und haben nunmehr endgültig verloren: Am 12.11.2008 verkündete das Bundessozialgericht sein Urteil (Az. B 12 KR 6/08R ), nach dem die Beitragspflicht rechtmäßig ist. - Rundfunk-Gebühr für PCs unzulässig
Großes Aufatmen für Gewerbetreibende: Das Verwaltungsgericht Wiesbaden hat entschieden (Az. 5 E 243/08.WI), daß ein normaler internetfähiger PC eines Gewerbetreibenden nicht automatisch eine Pflicht zur Zahlung von Rundfunkgebühren auslöst. Diese Entscheidung reiht sich ein in andere Urteile wie z.B. der Gerichte Münster und Koblenz. Allerdings hat das Gericht Ansbach
auch einmal anders entschieden. Insofern besteht hier keine Rechtssicherheit - aber man hat ganz sicher eine gute Grundlage für einen Widerspruch gegen einen Gebührenbescheid der GEZ, nur weil man einen internetfähigen (!) PC besitzt - der nebenbei für Gewerbetreibende sogar eine Vorschrift ist, da Meldungen zur Steuer und Sozialversicherung fast nur noch online erfolgen dürfen!
7. Und dann war da noch... ... die neue Form des "Wohn-Riester". Bekanntlich hat die Bundesregierung die ohnehin bürokratische Riester-Rente um eine ganz besonders komplizierte Form erweitert. So sind künftig auch direkte Förderungen
eines Darlehens an sich möglich. Das heißt, die staatlichen Zulagen fließen direkt als Tilgungsbeitrag in ein Darlehen. So weit, so gut. Für wen lohnt sich das? Hierzu Prof. Heinrich Bockholt, eigentlich ein glühender Verfechter des Wohn-Riester: "Wohn-Riester ist sehr empfehlenswert für einen 35-jährigen Beamten, der sich in den folgenden 50 Jahren nicht von seinem Wohnort fortbewegt,
sich nicht scheiden lässt, nicht in ein Pflegeheim einzieht und frühestens mit 86 Jahren stirbt." Also ein echtes Massenprodukt! |